halsbrecherische Momente

Welpen und junge Whippets, die ihre Schnelligkeit verstanden haben, übertreiben leicht mit ihren Fähigkeiten. Da erleben wir dann halsbrecherische Momente, bei denen einem der Atem stockt. Ehrlich gesagt, kann man da wirklich leicht geschockt sein und welche Erleichterung, wenn dann alles gut gegangen ist. In jedem Fall hat der Whippet dann wieder etwas gelernt…und wir auch.

Dramatische Aktionen gehören insbesondere in der Jugend der Whippets dazu. Allein wenn sie rennen sind sie einfach viel zu schnell. Die Beine funktionieren dann oft besser als das Auge. Whippets müssen sehr viel lernen, nämlich wie sie in höchster Geschwindigkeit Hindernisse wahrnehmen, einschätzen und rechtzeitig ausweichen können. Das ist eine hohe Lernleistung, die mehr oder weniger auf einmal,  also bei einem Sprint, erbracht werden muss.  Nicht immer klappt das auf Anhieb.

Sali (Superfly’s Salome) muss in ein Loch getreten sein beim Sprinten…und das kann auch einmal böse ausgehen. Verletzungen sind die häufigste Ursache, die Whippets in die Tierarztpraxis bringen.

saliSali überschlägt sich, Foto: Susanne Illich

Bei dem Affenzahn ist es erstaunlich, wie wenig passiert. Geschickt sind Whippets und können sich auch aus den halsbrecherischten  Situation retten.

Und wenn was passiert?

Sorgen nützt nichts, aber vorbereitet sein. Es wäre falsch nicht davor zu warnen. Whippets üben in der Jugend und versuchen selbst ihre Fähigkeiten kennen zu lernen und vermeiden natürlich Situationen, in denen sie sich weh getan haben. Völlig normal.

Es wäre weniger sinnvoll, Whippets restriktiv zu halten, weil ja etwas passieren könnte. Ein Restrisiko bleibt immer. Wenn aber ein Whippet von klein an lernt, sich auszupowern, dann kann er auch lernen mit seiner Schnelligkeit umzugehen und noch aufmerksamer zu sein.

 

Coco , ausgeglichen und süß

Koseilata’s Quick and Smooth (Coco) ist ganz nach meinem Geschmack. So eine liebe, süsse Whippethündin.

17_05_20.jpg

Coco ist eine Tochter von Superfly’s Shiphra nach Koseilata’s Take Me To The Moon (Moony) und jetzt 3 Jahre alt. Sie ist so bescheiden, in sich ruhend und immer mit jedem Umstand zufrieden und für jede Aktivität zu haben. Coco will immer alles richtig machen...So ein süßes Mädchen und schön ist sie auch noch!

Der Charakter der Hündinnen prägt die Nachkommen entscheidend, denn die Mutter ist es, in deren Bauch die Kleinen wachsen. Umwelteinflüsse wirken vom Tag der Empfängnis und die embryonale Entwicklung wird stark durch den psychischen Zustand der Mutter beeinflusst. Eine psychisch stabile Hündin ist ein unschätzbarer Wert.

Wir Züchter wissen, dass wir in unsere Hunde investieren müssen und das auch gern tun:

  • Liebe
  • Pflege
  • Vertrauen
  • Bewegung
  • Nähe
  • Auslauf
  • Gesundheit
  • Komfort

 

Psychische Stabilität muss auch durch die Haltungsbedingungen und den vertrauensvollen Umgang gesichert bleiben. Negativer Stress muss vermieden werden. Deshalb ist ein sachgemäßer und liebevoller Umgang mit einer ausgeglichenen, nicht gestressten Hündin  insbesondere in der Trächtigkeit eine Grundvoraussetzung für die embryonale Entwicklung, Geburt und Aufzucht .

Freue mich sehr auf Coco’s Nachkommen…irgendwann einmal.

Wie vom Blitz getroffen

Der süße Timmy, (Superfly‘s Timothy) ist nicht mehr. Wie aus heiterem Himmel und unerwartet. Multiple infektiöse Prozesse wurden diagnostiziert und dann ging alles Schlag auf Schlag, so dass Timmy trotz aller Versuche des Tierarztes verstarb.

timothySuperfly’s Timothy 15.9.2014 – 22.11. 2018, Foto: Nele Ellerich

Der zweite unverhoffte Verlust für Gundi und Burki, die durch ihre geretteten Galgos schon viel miterlebt haben, aber dass ihre jungen Whippets so tragisch enden, dass ist nicht zu fassen. Erst der mysteriöse plötzliche Tod von Clooney und jetzt Timmy.

„!ch bin wie vom Blitz getroffen und so voller Trauer, weil es so unvermittelt kam. Sozusagen aus heiterem Himmel…“

„Er war mein absoluter Herzenshund und das wußte er auch, hat es mir immer wieder gezeigt. Besonders in letzter Zeit.“

schreibt Gundi. Noch im Oktober wetzte Timmy über den Strand in der Bretagne.

Was soll man sagen? Unser ehrliches Mitgefühl, Gundi und Burkhard, ist euch gewiss.

Was mir half und immer hilft

Leid in der Seele hat immer einen Sinn. Das klingt zwar hart, aber es ist so. Wenn einem das Liebste genommen wird, dann kommt eine Zeit der Trauer und des Schmerzes und vielleicht auch des Nachdenkens. Erst kommt der Schock und dann die Besinnung. Eines ist sicher, ich weiß, wie es allen geht, die ihren Hund verloren haben, ich bin oft in euren Schuhen gegangen und kann es genau  nachempfinden…und ja es ist sehr schmerzlich.

Formuliert man die Frage nach dem Warum anders und fragt Wozu, kommt man vielleicht zu der Erkenntnis, dass man gar kein Recht hatte davon auszugehen, dass das Liebste bleiben muss, wie wir es doch so gern hätten. Wie kommen wir nur darauf, dass wir immer davon ausgehen, dass uns etwas zusteht?

Als meine singapuriannische Diva (Dreamchamber Easy To Love) auch von einem Tag zum anderen durch einen geplatzten Tumor im Herzrohr verstarb, war ich natürlich sehr traurig und weine noch immer, wenn ich Fotos von ihr sehe, aber ich weiß auch, dass es ein Geschenk war, das ich weder verdient noch zu beanspruchen hatte. Die Dankbarkeit über die wundervolle, süße Diva wischte die Tränen ab. Wir wissen doch, dass alles Leben auf der Welt endlich ist.

Dankbarkeit darüber, dass man sich überhaupt seinen Herzenswunsch erfüllen konnte, dass man gesundheitlich und wirtschaftlich in der Lage ist, einen Whippet zu halten, dass man in einem Land wohnt, in dem Hundehaltung nicht verachtet wird und dass man so viele Jahre, Monate und Tage seinen Seelen-Hund um sich haben durfte.

Diese Gedanken kommen niemals, wenn alles glatt geht. Wenn der Mensch davon ausgeht, er hätte alles in der Hand. Wenn es ihm gut geht, wenn er meint, er hätte es sich verdient oder weil er sich ja sonst nichts gönnt. Wir kennen ja die Sprüche. In den sonnigen Momenten des Lebens kommt Dankbarkeit selten vor. Da geht es nur um eine Anspruchshaltung.

Die plötzliche Konfrontation mit dem Tod des geliebten Wesens ist deshalb wie ein Verrücken aus der Traumwelt in die Realität. Wenn die Seele gedemütigt wird und der Mensch erkennen muss, dass er abhängig ist von der Gnade dessen, der uns alles im Fülle gibt, dessen Hand nicht zu kurz zum Trösten und Retten ist, dann wird er zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Und dann, wenn er sich beugt, dann wird er nicht nur weise, sondern doppelt so reich beschenkt.

timmyclooneyEin Foto aus Berlin vom August 2016 zeigt wie beide fast symmetrisch aus dem Bild verschwinden, Timmy und Clooney. Heute hat das Foto eine tragische Realität offenbart.

Ob es im Moment trösten kann, vermag ich nicht zu sagen. Wenn man auf den Geber schaut und nicht das Gegebene, wenn die Perspektive verändert wird, dann kann die Seele Frieden finden, auch wenn noch Tränen fließen, die weh tun.