Welpenerziehung – von Hunden lernen

2. Teil

Wir sehen meist nur einen kleinen Ausschnitt des Verhaltens. Und wir sehen auch nicht immer wie wild und feurig Welpen in ihrem Überschwang von Lebensfreude und Fähigkeiten mit erwachsenen Rudelmitgliedern umgehen. Anrempeln und Anspringen gehört auch zum Austesten aber kann auch einfach aus der Situation ungewollt entstehen.

whippets.deKrita wird von Silas körperlich umgarnt,  Krita schaut ihn nicht an, also Stimmung entspannt

Wir Menschen sehen zu wenig

Wenn die Welpen im Züchterhaushalt durch die Wohnung toben, dann lässt es die erwachsenen Hunde völlig kalt. Die Welpen können bellen, kläffen hin und her rennen, sich gegenseitig „massakrieren“, die Erwachsenen bleiben vollkommen unberührt davon. Solange sie klein sind, tolerieren sie das. Das sollten wir Menschen auch tun und sie nicht immer unterbrechen. Solange sie keine Kabel aus der Wand ziehen und nur mal wild herum rennen, halten wir die Minuten Welpenwahn besser aus.

Erst mit dem Älterwerden greifen die erwachsenen Hunde ein. Wenn das wilde Getue sie in ihrer Ruhe stört oder wenn die Welpen sich versehentlich in ihrem Tobewahn der Intimsphäre und -grenze nähern, dann setzt es etwas. Eine Maßregelung muss immer Wirkung erzielen, sonst ist sie sinnlos. Das können Hunde hervorragend, denn ihr Zusammenleben muss nun einmal harmonisch sein. Wer da als Welpe quer treibt und sich nicht einordnet, der wird verwarnt und wenn er dann immer noch nicht hören will, dann muss er halt fühlen.

Maßregelung will der Welpe unbedingt vermeiden, dann eine Verwarnung mit den Zähnen eines erwachsenen Hundes tut weh. Und jeder Welpe, der das einmal erfahren musste, wird alles vermeiden, sich noch einmal eine einzufangen.

Also lernt der Welpe im sehr frühen Alter, wie er sich dem ein oder anderen Hund nähern darf, wie viel Nähe der andere zulässt oder ob es nicht gleich besser ist, einen großen Bogen zu machen, so zu tun als sei er besser gar nicht da. Oder aber geduldig ertragen, wenn er auf den Boden gedrückt oder auf den Rücken gedreht wird. Das Stillhalten beschwichtigt.

Also merken wir uns doch einfach das: Stillhalten, wenn es nötig ist, konsequent einfordern. Jeder Welpe hat das gelernt und deshalb dürfte es keinen Whippet geben von dem die Besitzer sagen: er hält ja nicht still.

Unterordnung im WhippetrudelUnterwerfung oder Unterordnung sind notwendig und je früher die Welpen das lernen, um so besser

Alle auf einen, wie in diesem Foto, kann schon beim Anblick Mitleid für den Kleinen wecken, oder? Keine Angst es sieht und hört sich manchmal schlimmer an, als es ist. Aber es ist äußerst wirksam.

Interessanterweise sind manche Welpen andauernd dran und die Erfahrung lehrte uns, dass die erwachsenen Hunde genau einschätzen können, wer es „braucht“ und mit wem sanfter umgegangen werden kann.

Das Erziehungsspiel bei Whippets ist mitunter hart, wenn das gesamte erwachsene Rudel einen Welpen fängt, nieder bringt und alle ihn fixieren ob mit den Augen oder der Schnauze. Auch dieses Erziehungsspiel ist natürlich jagdmotiviert. Für den Welpen ist es absolut notwendig still liegen zu bleiben und sich am besten nicht zu rühren. Verharrt er lange genug, wenden sich die Erwachsenen ab und wenn er jetzt aufspringt und losrennt, dann werden sie ihn erneut packen und das Spiel geht von vorne los. Also lernt der Welpe, dass er sich langsam aus der Gefahrenzone zu entfernen hat.

Whippets sind in allem einfach durchgeknallter und neigen zum temperamentvollen Übertreiben. aber was ein echter Whippet ist, der hält das auch als Welpe aus. Und wenn er das gelernt hat, dann hat er für sein Leben gelernt.

Übliche Schnauzen“Griffe“

Whippets und Niederhalten per SchnauzengriffDer Nackengriff von oben, damit wird der meist rennende Welpe gestellt und gehalten und zum Stillhalten verdonnert

Whippets erziehen ihre WelpenAushebeln, indem der Welpe am Oberarm gepackt und auf den Rücken gedreht wird

Dieses Niedermachen sieht schlimmer aus, als es ist. Die Rudelgemeinschaft quält nicht, sie setzt Grenzen und macht die Welpen stärker und wesenssicher, sowohl im Umgang mit  fremden Hunden als auch mit dem Menschen.

SchnauzengriffDer Griff über den Fang ist eine ernste Ermahnung

Es passiert also unter Hunden das genaue Gegenteil von ausschließlichem Verzärteln oder Verhätscheln, was wir so gern machen. Erziehung besteht nicht nur aus den vorgenannten Ermahnungen und Abstrafungen, sie wird gleichermaßen durch Spiel, Fürsorge, engem Kontakt und Zusammensein, ergänzt und das bietet Sicherheit und fördert den Gemeinschaftssinn.

Aus all dem kann der künftige Welpenbesitzer lernen und gern auch bei seinem eigenen Welpen anwenden. Das erste ist: Vertrauen aufbauen, damit eine Beziehung entsteht. Eine Mensch-Hund Beziehung wächst mit der Erfahrung.

Teil 1

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