Quietschvergnügt bis zum Ende

Als ich den Gesundheitsbogen für meine Diva (Dreamchamber Easy To Love) ausfüllte, kam mir wieder die ganze Geschichte hoch.

Immer fröhlich und allerbester Dinge raste sie noch am Tag zuvor über die Wiesen und sprang nach dem Ball, wetzte mit den anderen Dreien in ihrem Eifer Krita immer zuvor zu kommen in ihrer typischen „durchgeknallten“ Begeisterung in großen Kreisen mit der Beute davon, mit verschmitztem Blick aus dem Seitenwinkel. Zu Hause angekommen machte sie das übliche Konzert mit ihren Quietschtierchen. Sie hatte das, nach ihrer sozialen Genesung mit Ufo’s (Superfly’s Euphoria) Wurf entdeckt und ich sah keinen Grund darin, ihr das zu verbieten.
Da haben Holger und ich eine andere Sichtweise auf Quietschepüppchen…

diva quietsche

Diva und ihr Mäuschen, Foto: Nina Liefert-Pulm

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Was für die Welpen gedacht war, brachte Diva eine große Erleichterung und sie baute mit dem Quietschen Stress ab, Foto: Nina Liefert-Pulm

Das behielt sie seit dem bei. Immer, wenn sie freudig erregt war, machte sie es. Vor dem Spaziergang, vor dem Fressen, wenn ich nach Abwesenheit heim kam oder morgens aufstand. Schon früh am Morgen malträtierte sie ihr Spielzeug, wenn ich nur wach wurde. Dann sprang sie herum und entlockte dem Quietschi im Sekundentakt alle Töne, die es hergeben konnte.

whippethündinnen diva und krita

Diva mit ihrer Tochter Superfly’s Krita

Diva war also absolut präsent, schon durch die akustische Untermalung ihrer Lebensfreude.

Das war auch das Tragische, dass die Totenstille nach ihrem Tod dann umso lauter war.

Einen Tag nach ihrem normalen Tagesausflug war Diva morgens auffällig: sie wollte nicht fressen und bequietschte ihr Püppchen nicht . Sofort zum Tierarzt und geröngt, Vergrößerung des Herzens festgestellt, Diagnose? und dann ging es von Stund an abwärts. Trotz Versorgung am Tropf, konnte sie nicht stabilisiert werden. Wenige Stunden später:

Diva lag in ihrem Körbchen neben mir, die anderen Hunde beobachteten und kamen ab und an schnüffeln als Diva in den letzten Atemzügen hing. Nein, es war zum Glück kein Aufbäumen, kein Schrei, kein Winden, nichts…der Atem versiegte. Sie war einfach tot.

Erst die Sektion ergab, dass es sich um einen bösartigen Gewebetumor handelte, der durchgebrochen war.

Als Todesursache ergibt sich für das Tier ein akutes Herzversagen aufgrund eines ruptierten Hämangiosarkoms des rechten Herzrohres mit nachfolgender Herzbeuteltamponade. Mit zunehmender Blutfülle des Herzbeutels, wir die Herzaktion immer weiter eingeschränkt, bis es zum Herzstillstand und zum Erliegen des Kreislaufs kommt.

Das liest sich verständlich und schildert nüchtern die Fakten. Alles klar, so waren die Fakten. Der Verstand begreift das….

divaportrait

Diva nachdem sie das erste Mal Mutter wurde

Es war ein weiter Weg, bis Diva endlich Vertrauen fassen konnte und bis sie zu einem quietschvergnügten Whippet wurde. Diva ist der erste und einzige Whippet von mir, der von allein starb. Das hat eine ganz andere Qualität, vor allem wenn es so plötzlich kommt und man dem Hund nichts vorher anmerkt.

oceandiva

Diva mit ihrem Söhnchen Superfly’s Ocean Dream

Aber der Trost ist, dass Diva bei mir ein gutes, fröhliches Leben haben durfte und es sichtlich genoss. Sie war eine wundervolle leidenschaftliche Mutter, eine echte verrückte Whippethündin im Freien und zu Hause quietschvergnügt bis zum Ende.

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