Auch Whippets sind „Nasentiere“

Was für eine Überschrift, denke Sie vielleicht, dass nun ein Whippet als Nasentier beschrieben wird, sei ja nichts Außergewöhnliches, schließlich ist der Whippet eine unübersehbare Langnase.

Ich meine aber etwas anderes, als nur das Aussehen. Wird der Whippet überwiegend als ein Sichthund bezeichnet, weil er seine flüchtende Beute mit den Augen erkennt und mit den Beinen verfolgt, vergessen wir ganz oft seine ausgezeichnete Nasenleistung.

Auffällig wird es bei den älteren Exemplaren des Whippets, die nicht mehr das große Wetz- und Rennbedürfnis oder aber nicht mehr die Kraft für viele Sprints haben. Als wir gestern zu einem langen Spaziergang unterwegs waren, ist mir aufgefallen, wie sehr und wie intensiv doch alle drei ihre Nase einsetzen.

wichtige olfaktorische Wahrnehmung

Leider habe ich nicht von Anfang an mitgezählt. Aber so an beinahe jedem 5. Strauch oder Baum oder Blatt haben sie schnüffelnd verharrt und meistens auch markiert.

Welche Welten sich da bei den Hunden auftun, können wir nur erahnen. Juliane Bräuer des Max-Planck-Instituts schreibt:

„Ob bei der Suche nach Personen oder unterschiedlichsten Substanzen – der ausgezeichnete Geruchssinn von Hunden ist allgemein bekannt. Weitgehend unerforscht ist jedoch, wie Hunde verstehen, was sie mit ihrem Geruchssinn wahrnehmen. Wissenschaftlerinnen des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte sind dieser Frage nachgegangen und haben Hinweise darauf gefunden, dass Hunde bei der Aufnahme einer Geruchsspur eine „mentale Repräsentation“ des Zielobjekts besitzen. Das heißt, sie haben eine Vorstellung davon, was sie am Ende einer Spur erwartet.“

Deshalb sollten wir unseren Whippets neben den Sprints auch Zeit auf den Spaziergängen geben, um ihre Welt zu erforschen.

Wir sollten erkennen: nicht nur ein aktives Sprintvergnügen  sondern auch ein ausführlicher Schnüffel-Ausflug sind die zusammen passenden Komponenten für unsere Hunde, dass sie Hund sein dürfen.

Interessante „Nachrichten“ werden mit Markieren beantwortet, übrigens von den Hündinnen genauso, wie von dem Rüden.

Wer weiss, was dort gepostet wurde, dass ein  Kommentar nötig ist…;-)

Nach dem ersten Auspowern nutzen sie die meiste Zeit der Spaziergänge mit dem Aufnehmen von Informationen. Das zeigt auch, dass eiliges ums „Karree“ zerren den Hunden nicht gerecht wird, ebenso das ans Fahrrad nehmen und leidige Kilometer fressen. Ein Hund hat gar nichts davon!! Und m.E. kann das nur als Konditionstraining für Sporthunde ok sein.

Also gönnen wir den Hunden und uns Zeit. Lassen wir den Hunden ihre eigene aufregende Show, denn sie können „sehen“, was sie riechen.

 

 

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