Whippet in 3 D

Für eine Studie der Universität Jena über Bewegungsabläufe bei Hunden wurde auch die Whippethündin Kenia benötigt.

Kenia (Koseilata’s African Queen) wurde mit Markern und auch 3 D Markern versehen und dann wurde gefilmt.  Das Video kann jederzeit angehalten werden, um die Funktion der Muskeln zu verstehen. Schub kommt immer von hinten und wird in der Vorhand aufgefangen. Also wer Whippets beurteilen will, hat hier eine super 3 D Darstellung, die zum Verständnis einen wichtigen Beitrag liefert.

„Der Lauf der Hunde“

Eine sehr gute Bewegungsstudio, die unter die Haut guckt und auch ein kleiner Exkurs in Sachen Anatomie des Whippets ist.

Da haben wir Glück gehabt, dass ein Whippet ausgewählt wurde. Ansonsten sehen wir ja nur die Bewegung an der Oberfläche oder müssen uns mit Beschreibungen und Skizzen begnügen, aber hier haben wir den Jackpot.

 

 

Schöne Whippetstory

Hier kommt eine wahre Geschichte von zwei Whippethündinnen, eine Koseilata’s und eine Superfly’s.   Als Jochen die Fotos suchte, da kullerten die Tränen. So wie es mir und sicher jedem anderen auch schon einmal ergangen ist, der irgendwie an einen seiner geliebten Whippets erinnert wurde.

DSC_1937 die schöne Kira, Foto: Jochen Schell

Kira und Luzie, eben

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Da gab es die schöne Kira, die Gestromte aus dem Q-Wurf Koseilata’s nach Taraly Malcolm X x Koseilata’s Innocent Child. Sie ist im zarten Welpenalter ausgezogen. Das kleine Glück wird auf Händen getragen.

Hinzu kam Luzie, Superfly’s Dancing the Dream, eine Tochter von Statuesque Extortion x Superfly’s Pickaninny, die ich nur gezwungenermaßen abgegeben habe, denn eigentlich sollte sie geplant bleiben. Und jedesmal, wenn ich Luzie sehe, dann sehe ich auch meine Ufo Superfly’s Euphoria ….

Winter 2005 0063_dxo.jpgKira und Luzie im Schnee, Foto: Jochen Schell

Ein Whippet ist nicht genug ;  also : Kira und Luzie lebten zusammen mit und bei ihren Besitzern bis zum Lebensende. Das ist die eine von vielen wunderbaren Geschichten, die das Leben mit Whippets geschrieben hat.

Es war einmal…

So beginnt sie  und dann folgten lange Jahre Whippetleben, Lebensfreude und alles was dazu gehört an Ausflügen und Spaziergängen. Und vor allem: Das gegenseitige Austricksen.

Whippets 0124_dxo.jpg gemeinsames Sonnenbaden, Foto: Jochen Schell

Und Kira und Luzie, Whippethündinnen, die zusammen lebten und sich arrangierten, aber auch ganz gern austricksten.

DSC_1922Zusammen aufgewachsen wurden die beiden nie wirklich ein Herz und eine Seele, Foto: Jochen Schell

Hundespaziergang 12_10_2009-10nebeneinander gelaufen, Foto: Jochen Schell

Whippets_2003_17miteinander gespielt, aber Kira findet es nicht witzig, dass Luzie die Scheibe will, Foto: Jochen Schell

DSC07670_dxozusammen in einem Korb, das ging ja noch gerade so, Foto: Jochen Schell

Aber der Lieblingssessel

Jochen erzählt dazu folgende Geschichte:

Kira und Luzie hatten einen Lieblingssessel. In dem lagen sie aber am liebsten alleine. Um in den alleinigen Genuss des Sessels zu kommen, haben beide ihre Stategien entwickelt. Wir hatten beiden Hunden beigebracht mit der Nase eine kleine Klingel neben der Tür anzustupsen, wenn sie nach draussen wollten. Normalerweise wurde geklingelt, wir öffneten die Tür und beide rannten gemeinsam in den Garten. Irgend wann begann Kira aber auch die Klingel zu betätigen, wenn Luzie im Lieblingssessel lag. Luzie sprang natürlich aus dem Sessel und rannte zur Tür, in freudiger Erwartung zusammen mit Kira im Garten zu toben. Aber anstatt mit Luzi in den Garten zu springen rannte Kira in die andere Richtung und sicherte sich ruckzuck den nun freien Sessel. Das wurde ein festes Ritual und Luzie fiel immer wieder auf die Masche herein.

Aber es dauerte nicht lange, dann hatte sich Luzie eine Retourkutsche ausgedacht. Kira war ein Quietschtierjunkie und sobald man auch nur aus Versehen auf solch ein Gummitier getreten ist kam sie mit Karacho angerauscht und wollte damit spielen. Wann immer Kira im Lieblingsessel lag und Luzie dort liegen wollte, suchte sie nach einem Quietschtier und sprang mit beiden Vorderpfoten darauf. Im selben Moment startete sie auch schon Richtung Sessel, die Wege der beiden Hunde kreuzten sich und Kira war die Verarschte.

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Das ist der Sessel, ganz selten lagen sie auch mal zusammen drin. Aber man sieht, dass sie sich beide nicht richtig wohl fühlen 😉 . Das ging auch nie lange gut, dann sprang eine der beiden heraus.

DSC_3165_DxO.jpggemeinsam, sind sie auch  alt geworden; Foto: Jochen Schell

DSC_6014_DxOKira (Koseilata’s Quell My Obsession) hier schon alt, aber mit wachen schönen Augen, Foto: Jochen Schell

DSC_2565_DxOLuzie, edel und schön bis ins Alter, Foto: Jochen Schell

DSC_6007_DxO Und das ist der typische „Superfly’s “ Ausdruck der Augen, auch im hohen Alter, Foto: Jochen Schell

Als Kira und Luzie dann nacheinander alt und 16 Jahre wurden kam eine traurige Zeit, aber keine der beiden Hündinnen musste eingeschläfert werden, sondern beide sind in den Armen ihrer Besitzer friedlich eingeschlafen ohne Schmerzen und ohne Qualen. Darüber sind Jochen und Sabine am meisten froh.

Eine so schöne Erinnerung an ein gemeinsames Zusammenleben mit Kira und Luzie. Vielen Dank für die schönen Fotos.

Gentests Allheilmittel?

Da haben wir gerade über die Vererbung außerhalb der Vererbung gesprochen in dem Beitrag Gene sind nicht alles mit Links zu entsprechenden Veröffentlichungen, aber die dringenden Empfehlungen sind derzeit Gentests in der Hundezucht. D.h. hier wird entgegen der neuen Erkenntnisse ausschließlich auf die Gene verwiesen.

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1 Woche alte Welpen von Superfly’s Omnia’s S2-Wurf; alles wirkt zusammen. Eine sorgfältige Planung der Verpaarung anhand nserer lebendigen Ahnentafeln ist m.E. eine sehr gute Voraussetzung.

Als ein Segen für die Hundezucht werden Gentests im Schweizer Hundemagazin in Bezug auf die Hundezucht wir folgt beschrieben:

Das Beste jedoch ist die Möglichkeit, die Hunde auf die Mutationen einiger Krankheiten testen zu lassen. Anhand des Testergebnisses können die Verpaarungen sorgfältig geplant werden, sodass keine kranken Welpen mehr geboren werden. Richtig eingesetzt sind Gentests ein Segen für die Rassezucht, wie das Beispiel von Mayumi zeigt.

Ich wiederhole im Fettdruck: Anhand des Testergebnisses können die Verpaarungen sorgfältig geplant werden, sodass keine kranken Welpen mehr geboren werden.

Wer das jetzt liest und sich nicht viel über Genetik informiert, könnte zu der Annahme gelangen: Testet alle Zuchttiere und die Gesundheit der Welpen ist euch sicher. Zumindest werben die Labore so oder so ähnlich um neue Kunden.

Immer alles prüfen!

In diesem Zusammenhang fand ich einen ganz interessanten Artikel, den ich auszugsweise übersetzt wiedergeben möchte:

Auszug des Artikels Pet genomics medicine runs wild von Lisa Moses, Steve Niemi and Elinor Karlsson dazu sagen, veröffentlicht in Nature, Internationales Magazin der Wissenschaft:

Tiergenommedizin schießt ins Kraut

Gentests für Hunde sind ein großes Geschäft.
Genetik ist eine der neuesten Ergänzungen in dieser boomenden Branche. Weltweit vermarkten mindestens 19 Laboratorien Produkte für Gentests. Einige Tierärzte verwenden die Ergebnisse, um bei der Diagnose kranker Haustiere zu helfen oder um zu empfehlen, dass gesunde Tiere teuren und manchmal invasiven Tests unterzogen werden, wie z. B. Knochenmarkbiopsien. Einige Hundezüchter verwenden die Tests, um die Häufigkeit von Erbkrankheiten zu reduzieren.

Gentests für Hunde sind ein großes Geschäft. Es ist zu einfach für Unternehmen, falsche Hoffnungen zu verkaufen…Weder ihre Genauigkeit noch ihre Fähigkeit, Gesundheitsergebnisse vorherzusagen, wurden validiert. Die meisten Tierärzte wissen nicht genug über die Einschränkungen der Studien oder über die Genetik im Allgemeinen, um besorgte Besitzer beraten zu können….Wir glauben, dass drei Hauptprobleme die Gentests von Haustieren in ihrem jetzigen Zustand plagen.

Fehlende Validierung

Sowohl bei Menschen als auch bei Tieren ist die Zuordnung von genetischen Varianten zum Krankheitsrisiko eine unglaubliche Herausforderung. Die meisten genetischen Tests für Hunde basieren jedoch auf Studien mit Kandidatengenen, was ein problematischer Ansatz ist. In solchen Studien testen Forscher eine Handvoll menschlicher oder tierischer Gene auf Mutationen, die sowohl einem erwarteten Vererbungsmuster entsprechen als auch pathogen erscheinen, zum Beispiel weil sie die Struktur eines exprimierten Proteins beeinflussen….

In der Veterinärmedizin ist keine solche sorgfältige Neubewertung erfolgt. Viele der 200 von Unternehmen angebotenen Tests basieren nur auf einer einzigen kleinen Kandidatengenstudie (siehe beispielsweise go.nature.com/2nquntx). Die erhobenen Daten werden selten veröffentlicht. Die Informationen sind auch nicht für die Kontextualisierung der Ergebnisse erforderlich. Anbieter, die sich mit den Eigentümern befasst haben, um die Genauigkeit der Gesundheitsvorhersagen ihrer Tests zu überprüfen, haben Fallstudien mit einer kleinen Anzahl von Hunden gemeldet, aber es waren keine Skalen erforderlich, um statistisch verlässliche Ergebnisse zu liefern.

Auf den gleichen Artikel der o.g. Tierärzten nahm die Süddeutsche Zeitung in einem Beitrag von Kathrin Zinkant Gentests für Hunde sind für die Katz Bezug.

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Timmy (Koseilata’s Three Times a Lady), hier im Foto 15 Jahre alt, ist jetzt über 16 Jahre alt und war 10 Jahre, als er den Superfly’s S2 Wurf zeugte Foto: Eva-Maria Krämer

Hundezucht ist kein bequemer Weg

Das Problem an sich: Menschen, die Hunde lieben und sie deshalb züchten, sind in der Regel natürlich daran interessiert, gesunde Hunde aufzuziehen, doch nicht jeder ist an dem Basis-Werkzeug Genetik interessiert. Genau deshalb mögen die vorgeschlagenen und möglichen Tests in bestimmten Fällen helfen und von Vorteil sein. Aber…(ich mag kein Aber, doch hier scheint es angebracht zu sein.)

Die Gefahr liegt m.E. nach all meiner Erfahrung halt auch mit Züchtern und Menschen ganz wo anders: Noch weniger Interesse an dem Werkzeug Genetik haben zu müssen und sich auf Tests verlassen zu können,könnte ein sehr verführerischer und sehr bequemer Weg sein.

Wiederum möchte ich betonen, dass ein gewisses Maß an Studium und notwendiger Kenntnisse unerlässlich sind, damit man nicht einfach nur nachplappert und tut, sondern selber denken, erfahren, einschätzen und prüfen gelernt hat.