Mutterglück – Welpenglück

Wie unterschiedlich Whippetmütter sein können, dürfte kein Geheimnis sein. Aus meiner Praxis habe ich von nonchalant bis übereifrig oder gluckenartig alles erlebt. Faszinierend, wenn man es genau beobachtet. Ganz interessant war Krita, die ja einerseits sehr an mir hängt und schon ab der 3. Nacht mit Saugwelpen stundenweise in meinem Bett verbrachte, obwohl sie einen extremen Hang zur „Bemutterung“ ihrer und auch anderer/ fremder Welpen hat.

zazakritaKrita putzt hier Diva’s Tochter Organza mit Hingabe

Inwieweit vererbt sich das Mütterverhalten?

Eine interessante Frage wie ich finde. Und jetzt möchte ich nicht nur das gute und normale Brutpflegeverhalten wie Säugen, Säubern und Erziehen betrachten, sondern das Sahnehäubchen. Bleiben wir in meinen letzten Generationen von Müttern, um Vergleiche ziehen zu können, da ich natürlich das am besten bei meinen eigenen Hündinnen beobachten konnte.

Shiphra ist eine sehr pragmatische Hundemutter, anders als ihre eigene Mutter Omnia es war und wieder anders als deren Mutter Diva. Während Diva ihre Welpen mit Hingabe fürsorglich nicht nur in der Brutpflege betreut hat, war sie auch eine moderate Erzieherin, die viel mit ihren Welpen gespielt hat und gern bei ihnen lag. Diva hat auch die Welpen von ihren Töchtern gehegt und sogar gesäugt, ebenso wie Krita die Welpen ihrer Mutter und Halbschwester umsorgt und sogar gesäugt hat.

Die meisten meiner Hundemütter hatten große Freude an ihren Welpen, das zeigte sich auch in der langen Zeit des Säugens, aber vor allem in dem „Betuddeln“ und der körperlichen Nähe zu den Welpen, die außerhalb des normalen Rahmens lag.

Echte Lust auf ihre Welpen

Sowohl Diva, Ufo, Little Jeannie, Krita und Omnia hatten wirklich echte Freude und Lust an ihren Welpen. Das heißt, dass die Mütter auch mit ihnen zusammen lagen, sich mit ihnen beschäftigten wegen der m.E. engen Bindung, die sie zu ihnen hatten.

Omnia war alles in allem  darüberhinaus eine Mutter, die ihren Welpen spielerisch so viel beigebracht hat. Sie hatte einfach Lust und Freude an ihren Welpen!

jeanniewoody1 Jeannie mit Woody, eine extra Qualität von Mutter-Welpen-Beziehung

Superfly’s Little Jeannie hat sich ebenfalls viel mit ihren Welpen beschäftigt; man konnte erleben, dass sie die Nähe zu den Welpen einfach genoss.

100_0507Ufo (Superfly’s Euphoria) mit John und Jamie

Genauso war ihre Mutter Ufo, die sich solange die Welpen da waren, immer in ihrer Nähe aufhielt. Und sie putzte ihnen auch die Ohren als sie größer waren.

Shiphra erledigt zur Zeit ihre nötige Arbeit und sorgt für „Zucht und Ordnung“. Das ist mir bis dato aufgefallen. Und ich frage mich warum ist das so?

Hundemutter erziehtShiphra bringt ihren Kindern „Zucht und Ordnung“ bei

Bis jetzt konnte ich nicht erleben, dass sie sich länger als nötig bei ihren Welpen aufhielt. Das finde ich sehr interessant. Es wäre aus ihrer genetischen und epigenetischen Ausstattung nicht zu erwarten, dass sich Shiphra so verhält.

Was läuft da also anders?

Derzeit sind die Welpen im Welpenauslauf untergebracht, somit räumlich von der Mutter getrennt.  Das war übrigens sogar Erfordernis bei meinen letzten Würfen in der Landesgruppe Berlin im DWZRV, wo der Zuchtwart mir vor schrieb, die Welpen gegenüber im Nebengelass unterzubringen, anstatt in meiner Wohnküche mit direktem Ausgang zur sehr großen Terrasse und sehr großem Garten.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch einmal auf das Experiment der freien Welpenaufzucht eingehen. Da ich meine Hunde und Welpen gern  so frei wie nur möglich mit Mutter und anderen erwachsenen Whippets zusammen aufwachsen ließ, konnte ich folgende Beobachtungen machen:

  1. Mütter, die sich mit ihren Welpen relativ frei außerhalb eines Welpenzwingers bewegen können, verbringen viel mehr Zeit mit und bei ihren Welpen.
  2. Mütter, die viel Zeit mit ihren Welpen verbringen, erledigen zuerst die notwenige Erziehung und danach widmen sie sich ihren Welpen in Bezug auf Zusammenliegen und Genießen.
  3. Mütter, deren Welpen in  Welpenauslauf/Welpenunterkunft untergebracht sind,  erledigen nur das Nötigste.

Eine naturnahe Aufzucht wird aber nach meiner Vorstellung einfach nicht immer möglich sein. Zum einen um die Welpen zu schützen, zum anderen, weil die Gegebenheiten nicht vorliegen oder aber auch der Züchter nicht die meiste Zeit mit den Welpen zu Gange sein kann.

Aber: Es ist und bleibt nach meiner Erfahrung die allerbeste Art und Weise und sowohl haben Hundemütter und Welpen einen unermesslichen Erfahrungsschatz und letztendlich der Züchter selbst. Hundezucht muss Freude machen, allen Beteiligten, meine ich.

welpe mit mutterJeannie mit Woody, freie Welpenaufzucht ist das Idealste und ein Züchter mit viel Zeit – aber leider nicht einfach machbar

Nun werden Shiphra und ihre Welpen in dieser Woche stundenweise ihre gemeinsame Zeit auf der großen Wiese verbringen können. Darauf freue ich mich und werde dann davon berichten.

 

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