Intelligenz und Denkvermögen…

emk_2496bunserer Hunde stellen wir Hundeliebhaber schon längst nicht mehr infrage. Doch immer wieder erstaunen mich meine Hunde. Mein 1. Whippet Nik war ungewöhnlich intelligent und gelehrig. Das fiel nicht nur mir als liebendem Besitzerherz mit Lassiehundeerfahrung auf, sondern Hundetrainern, Sportlern usw.. Sidi ist der Tüftler unter den Hunden und setzt geschickt seine Finger ein, wenn erforderlich. Vor allem aber apportiert er alles, worum ich ihn bitte. Kediras Intelligenzbeweise liegen da schon eher auf einer Ebene außerhalb des häuslichen Bereichs… Singha zeigte schon als junger Hund, dass ihm nichts entging. Kleinigkeiten im Alltag, er erfasst alles sofort.
Heute hat er mich wieder einmal überrascht. An unserem Haus läuft ein kleiner Bach vorbei. Singha apportiert gerne. Leider landete das von mir geworfene Spieli im Bach. Er hat das mitbekommen, aber da der Bach es zu schnell davonspülte, um es zu schnappen, rannte er einige Meter voraus, wartete im Bach auf die Ankunft des Spielis und fischte es heraus. Hut ab!

„Oh, wie meine WuWu“ oder wie ich zu meinem Timmy kam – Christa Riebel erinnert sich…

Mein Timmy (M.Ch. Koseilata’s Three Times A Lady) wurde am 16.04.2002 geboren. Holger hatte sich sehr auf diesen Wurf gefreut, der letztendlich die Erwartungen ja nun mehr als nur erfüllt hat. Für mich war der Wurf insofern interessant, dass der Vater Ubi (Superfly’s U Be Mine) ein Wurfbruder meines geliebten Chancy (Superfly’s Upper Class) und die Mutter Jo (Koseilata’s Josephine Baker) eine Wurfschwester meines Jordy (Koseilata’s Jeremy Jordy) waren.

Zehn Tage nach der Geburt war ich bei Holger in der Zuchtstätte Koseilata’s zu Besuch und er sagte zu mir, „Du kannst ruhig schauen gehen, da ist nichts, was Dich in Versuchung bringt“. Dazu muss ich erklären, dass ich rotgestromte Mantelschecken mit Maske liebte und selbst bereits vier Whippets dieser Couleur mein Eigen nannte.

Ich wollte nie einen weißen Hund mit Platten, na ja, soweit die Theorie. Als ich die Welpen sah fiel mir sofort ein Rüde auf, weiß mit ungestromten hellen Platten und einem Halbgesicht, also alles was ich nicht so unbedingt bevorzugte. Aber das Gesicht, er sah für mich aus wie mein Chancy, mein geliebter WuWu! Ich rief: „Oh, wie meine Wuwu!“

Ich hatte mich regelrecht in diesen Hund verliebt, diese Liebe vertiefte sich in den nächsten Wochen, und so zog ein fünfter Hund bei uns ein.

Timmy war ein völlig unkomplizierter Welpe, kam mit allen zurecht, liebte besonders Labrador und Golden Retriever, war liebenswert und sehr souverän und fügte sich hervorragend in mein bestehendes Rudel ein. Im Garten richtete er eine Rennstrecke ein, draußen spielte er mit allen Hunden, er liebte es generell draußen zu sein und entwickelte sich zu einem perfekten Begleiter für mich. Er ging und geht bis heute bei jedem Wetter gerne raus, er hat aber auch ein wunderbares dichtes Fell.

Ich kenne Timmy somit seit er zehn Tage alt ist, habe seine ganze Aufzucht und Entwicklung mit gestalten und erleben dürfen. Ich habe mit Timmy so viele schöne Erlebnisse gehabt, sei es einfach so auf dem Sofa, bei Spaziergängen, auf den Ausstellungen – er war mein erster Champion und internationaler Champion – und beim Coursing. Ich habe durch ihn auch viele neue Freunde gewonnen und war mit ihm 2006 einer der ersten deutschen Whippetaussteller auf der Crufts, ein absolut unvergleichliches Erlebnis. Heute marschiert er mit über 16 Jahren noch immer stoisch mit, er ist sehr alt, aber gesund und zeigt noch immer Interesse an allem, was um ihn herum vorgeht. Möge er mir noch eine Weile erhalten bleiben!

Abschied von Jerry

Ch. Koseilata’s Yarred the Jumper
2.7.2005 – 30.10.2018

Viel zu früh und gänzlich unerwartet musste Christa Riebel gestern ihren Jerry gehen lassen. Vor 4,5 Jahren hatte er sich bei einem  dummen Unfall in der Wohnung eine Schulterverletzung zugezogen. Die schwierige Operation hinterließ jedoch Spuren und so war klar, dass Jerry nicht uralt werden konnte, da früher oder später die Fehlbelastung die Lebensqualität schmälern musste. Aber es ging ihm gut, er war organisch kerngesund, er machte alles mit und hätte sicher auch noch gerne ordentlich mit dem Ball gespielt, wenn er es gedurft hätte. Ganz plötzlich nun hat er sich bei einer Drehung einfach so erneut verletzt. Eine weitere OP mit langer Genesungsphase wollte Christa dem 13 jährigen Hund ersparen und ließ ihn gehen.
Jerry war ein ganz, netter, ganz unspektakulärer Whippet, der völlig problemlos alles mitmachte und nie in Streit geriet. Er war immer da, freute sich über Aufmerksamkeit und war niemals aufdringlich. Was für ein schöner Whippet er war! Ich werde den Anblick nie vergessen, wie er 2013 auf der Winner Amsterdam im Veteranen-Ehrenring mit schwebendem Trab allen davon lief. Leider brach sein Unfall eine großartige Karriere als Veteran ab. Jerry war

DWZRV-Jugend-Champion und WCD-Jugendsieger, Donaueschingen Jugendwinner 2006,
Deutscher Ch. VDH und Luxemburger Ch.

Seine Erfolge beim Coursen gipfelten in einem CACIL-Gewinn in Viens/Belgien, der LCO-Urkunde, und er erwarb die Berechtigung für den Start in der Gebrauchshundeklasse.

Doch seine Veteranenkarriere war spektakulär:
Amsterdam Veteran Winner 2013
Brussels Veteran Winner 2013
Donaueschingen Veteranen Winner 2013
Bundes-Veteranensieger 2013
Deutscher Veteranenchampion DWZRV

Er war S+L gekört und hatte im Heimatzwinger zweimal Nachwuchs. Seine Tochter Koseilata’s Fran Fine wurde Deutscher Coursing-Champion.

Jerry wird im Upper Class Rudel fehlen.

Die Fotos vom erwachsenen Hund zeigen Jerry im Alter von 6 Jahren, das Foto unten wurde am 11.10.2018 am Strand von Holland gemacht.

Fotos: Eva-Maria Krämer