A Whippet Love Affair

Als wir Anfang 2012 meine drei Whippets samt Kenia (Koseilata‘s African Queen) ins Auto luden und in die Schweiz reisten, freute ich mich sehr auf den bevorstehenden Wurf. Denn der Südafrikaner Sol Y Sombra Jour de Soleil (Diego) war der Vater des ausgesuchten Deckrüden und Superfly‘s Lilly Marlene seine Mutter. Ich dachte mir, dass die Kombination sehr gut passen würde. Und dass Holger auf wunderbare Weise das gleiche dachte, war eine Bestätigung, dass wir unabhängig voneinander doch sehr ähnliche Vorstellungen von einem Whippet haben.

Whippet StrongBeim Spaziergang fotografiert am Abend, frei stehender Strong

Es ging um Strong (Autumn love’s born to be strong) ein toller Rüde, der seinen Namen zurecht trägt. Er sollte der Vater des K2 Wurfs Koseilata‘s werden.

myfavoured[1] Strong , werbend um Kenia

Der schöne Strong hat viel Power und ist auch ein starker Typ mit viel Ausstrahlung und einem lieben Gesicht. Ein sehr sympathischer Whippet, der seine „Braut“ liebenswürdig umwarb.

Bei Koseilata‘s stand nämlich ein outcross an. Geht man aus der Linie erwartet man in der Regel zunächst einmal nicht das Optimale. Aber das war nicht der Fall. Am 18.5.2012 fiel der K2-Wurf mit 5 Welpen, wovon nur ein Rüde etwas zu groß war.

k2.jpgder K2-Wurf Koseilata’s

Die Welpen wuchsen und gediehen und alles war sehr gut. Kenia war eine tolle Mutter und hier beschäftigt sie sich exklusiv mit Söhnchen Kedira.

keniakedria.jpgKenia mit ihrem Kedira

Drei der vier Rüden sind erfolgreich, über Kedira’s Erfolge wurde vorher berichtet, dass er einer der wenigen Whippetrüden ist, der die höchsten internationalen Titel im Ausstellungs- und Coursingbereich erringen konnte. Somit ist das Resumée des Wurfes schon jetzt besonders hervorzuheben.

halsbrecherische Momente

Welpen und junge Whippets, die ihre Schnelligkeit verstanden haben, übertreiben leicht mit ihren Fähigkeiten. Da erleben wir dann halsbrecherische Momente, bei denen einem der Atem stockt. Ehrlich gesagt, kann man da wirklich leicht geschockt sein und welche Erleichterung, wenn dann alles gut gegangen ist. In jedem Fall hat der Whippet dann wieder etwas gelernt…und wir auch.

Dramatische Aktionen gehören insbesondere in der Jugend der Whippets dazu. Allein wenn sie rennen sind sie einfach viel zu schnell. Die Beine funktionieren dann oft besser als das Auge. Whippets müssen sehr viel lernen, nämlich wie sie in höchster Geschwindigkeit Hindernisse wahrnehmen, einschätzen und rechtzeitig ausweichen können. Das ist eine hohe Lernleistung, die mehr oder weniger auf einmal,  also bei einem Sprint, erbracht werden muss.  Nicht immer klappt das auf Anhieb.

Sali (Superfly’s Salome) muss in ein Loch getreten sein beim Sprinten…und das kann auch einmal böse ausgehen. Verletzungen sind die häufigste Ursache, die Whippets in die Tierarztpraxis bringen.

saliSali überschlägt sich, Foto: Susanne Illich

Bei dem Affenzahn ist es erstaunlich, wie wenig passiert. Geschickt sind Whippets und können sich auch aus den halsbrecherischten  Situation retten.

Und wenn was passiert?

Sorgen nützt nichts, aber vorbereitet sein. Es wäre falsch nicht davor zu warnen. Whippets üben in der Jugend und versuchen selbst ihre Fähigkeiten kennen zu lernen und vermeiden natürlich Situationen, in denen sie sich weh getan haben. Völlig normal.

Es wäre weniger sinnvoll, Whippets restriktiv zu halten, weil ja etwas passieren könnte. Ein Restrisiko bleibt immer. Wenn aber ein Whippet von klein an lernt, sich auszupowern, dann kann er auch lernen mit seiner Schnelligkeit umzugehen und noch aufmerksamer zu sein.

 

Welpen testen ihre Grenzen

Die kleine und harmlose Fotoserie könnte dennoch interessant sein, besonders für künftige Welpenbesitzer. Denn das, was Beauty (Koseilata’s Mombasa Beauty) hier mit Superfly’s Shiphra macht, das macht auch jeder Welpe mit seinem neuen Menschen.

Das Ausloten der Möglichkeiten

Wie weit kann er gehen, wie viele Ermahnungen sind nötig, wann und wie begreift er, wo die Grenzen sind?

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Shiphra döst und die kleine Beauty entdeckt ein Objekt der Begierde. Sie starrt es an, das Ohr

Der Spaß mit der Ohrgeschichte hat jedoch einen ernsten Hintergrund. Was man mit bloßem Auge nicht wahrnehmen kann, hält die Kamera fest. Das soll uns zeigen, dass wir die kleinsten Gesten und mimischen Facetten unserer Hunde gar nicht wirklich immer erkennen und dass die Verständigung zwischen den Hunden wesentlich subtiler ist, als wir es uns gemeinhin vorstellen.

Fotoserie zur Dokumentation

Ich empfehle die Fotos und die Bildunterschriften genau anzusehen und zu lesen.

Oft sagen Hundebesitzer nämlich „es war doch gar nichts„ , wenn sie ein Verhalten ihres Hundes nicht erklären können. Es ist aber immer etwas! Und wenn es nur diese kleine Fotoserie ist, so sehen wir schon hier, was sich zwischen dem Welpen und der 1 jährigen Shiphra tatsächlich abspielt.

Es gibt auch Hundebesitzer, die einem Welpen so gar nichts zutrauen. Er ist ja noch so klein! Im Alter von acht Wochen hat ein Welpe bereits die Verhaltens-Grundausstattung für ein Leben im Rudel erlernt und ihm wird von den übrigen Hunden viel Freiraum gelassen, aber in der Sozialisierungsphase muss das Verhaltensrepertoire vervollkommnet werden. Dafür gibt es innerartlich strikte Regeln und glasklare Grenzen. Wenn die überschritten werden, dann muss der Welpe die Konsequenzen tragen. Das geht manchmal auch mit Schrecksekunden oder Schmerzensschreien einher, was den Lernerfolg in den meisten Fällen jedoch dauerhaft festigt.

Immer wird vorher gewarnt,

  • durch Blicke,
  • Lefzen hochziehen,
  • Züngeln,
  • Nase kräuseln oder
  • Knurren.

Das Fixieren mit einem festen Blick in eine ernste Verwarnung. Für den Menschen sieht das jedoch harmlos aus, wenn er die Hundesprache nicht kennt. Doch der Welpe wird immer gewarnt. Wer aber nicht aufpassen kann oder will, muss eben fühlen, wenn er Signale und Warnungen ignoriert. Erziehung innerhalb des Rudels fällt differenziert aus. In der Regel werden Unterordnung spielerisch geübt, sowohl von der Mutter als auch den anderen älteren Hunden im Züchterhaushalt. Je nach Temperament und Charakter der Hunde und Lernerfolg des Welpen sind „harte Maßnahmen“ in der Regel selten. Je aufsässiger ein Welpe trotz Verwarnung ist, je härter fällt dann schon einmal die „Maulschelle“ aus. Ganz ohne geht es in der Fotoserie aus.

Shiphra hat eine Engelsgeduld

Es war klar, dass Beauty ihren Gelüsten nicht widerstehen kann. Sie macht eine Ohr-beute und packt fest zu.

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Shiphra bleibt regungslos liegen mit halb geschlossenen Augen, während Beauty das Ohr kostet

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die spitzen Milchzähne werden tiefer eingegraben und tun richtig weh, Shiphra erträgt es noch geduldig…

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..hebt dann leicht den Kopf, die Mundwinkel leicht verkürzt und leichtes Züngeln; Warnung an das Fräulein, das vom Ohr ablässt, sich aber ansonsten unbeeindruckt zeigt…

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…und sogar noch die Pfote auflegt, um auch die Tiefen der Ohrmuschel zu ergründen…

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die Warnung noch in ihren Ohren, deshalb Beauty’s Seitenblick, kaut sie aber trotzdem weiter…als Shiphra nicht reagiert… probieren, wie weit das Spiel gehen kann

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…wird Beauty dreister und stopft ihre Nase komplett in Shiphra’s Ohr, Shiphra’s Augen sind halb geschlossenimg_5875 Shiphra öffnet ganz leicht die Augen, Beauty kaut genüsslich und immer fester…da Shiphra nicht reagiert…

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nutzt das Beauty aus, ihre Äuglein blitzen selbstsicher, die Pfote liegt näher an der Ohr-„Beute“…

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..oh, das lässt sich sogar aufrollen!….Shiphra bleibt gelassen…und hat große Geduld

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Shiphra hebt den Kopf, zeigt das etwas Weiss im Auge (leichte Warnung), Beauty schert sich nicht und kaut weiter…

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Beauty wird immer unverschämter…während Shiphra wieder platt liegen bleibt. Beauty treibt es bis zum Äußeren und beißt richtig zu, hält mit der Pfote fest

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…und Beauty kaut und kaut…Shiphra ist unglaublich nachsichtig

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Shiphra hebt leicht den Kopf vom Boden…Beauty hält inne und ist aufmerksam geworden

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Shiphra erhebt den Kopf, das veranlasst Beauty wegzuschauen…bloß keine Provokation jetzt

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Shiphra wendet sich Beauty zu…diese ist in Hab-acht-Haltung

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Shiphra zeigt mehr Weiss im Auge als Drohung, Beauty hat das Signal gelesen und macht sich klein…kneift ihre Augen zu

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Beauty versucht es mit Schön-Wetter-Betteln, aber Shiphra fixiert sie mit starrem Blick und hat die Pfote zum Aufspringen bereit…

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Das war unmissverständlich! Beauty beschwichtigt mit Züngeln und trollt sich

Welpen verstehen subtile Warnungen

Mutter Yoda (Koseilata’s Yodas Sister) hätte sich das nicht mehr so geduldig gefallen lassen. Sobald Welpen älter als 8 Wochen sind, hört in der Regel die grenzenlose Toleranz gegenüber dem Nachwuchs auf. Dann muss er lernen, dass Grenzen einzuhalten sind, damit das harmonische Zusammenleben im Rudel reibungslos und friedlich funktioniert. Shiphra ist selbst noch jung und verspielt, aber auch sie macht deutlich: Was zu weit geht, geht zu weit.

Hinweis für Interessierte und Züchter: Der Beitrag kann gern geteilt werden mit Quellenangabe. © Marianne Bunyan