Whippetzucht mit Leidenschaft

F6 kennt man vom Regal an der Kasse. Eine Zigarettenmarke aus der ehemaligen DDR. Aber F6 ist auch die Beschreibung für die Anzahl der Würfe eines Zwingers.

20181107_144836Holger Bunyan mit seinem P1 und Q1 Wurf Koseilata’s, Züchterleidenschaft

Für diejenigen, die das nicht wissen sollten:

Jeder Züchter beginnt normalerweise beim ersten Wurf in seiner Zuchtstätte mit dem ersten Buchstaben des Alphabets. Das Alphabet hat 26 Buchstaben. Wenn das erste Alphabet durch gezüchtet ist, d.h. 26 Würfe gefallen sind, dann beginnt das zweite Alphabet. Und damit man später die Hunde mit den jeweiligen Anfangsbuchstaben dem korrekten Wurf zuordnen kann, werden die Würfe mit A1 und A2 gekennzeichnet.

Nein, bis F6 werden wir in unserem ganzen Leben nicht kommen können, denn Koseilata’s ist eine kleine, reine Liebhaberzucht.

Nach 26 Jahren Koseilata’s Whippets stehen im nächsten Jahr die T2 und U2 Würfe an. Um F6 zu erreichen, müssten 92 Würfe gezüchtet werden, also mehr als doppelt so viele, wie in den ganzen 26 Jahren davor.

Eine kleine Rechenaufgabe: Wenn der Züchter in 26 Jahren 44 Whippetwürfe gezüchtet hat, wie viele Jahre braucht er dann für 92 Würfe….  ? 😉 .

Kleine Liebhaberzucht mit Züchterleidenschaft

Eine Liebhaberzucht nach unserem übereinstimmenden Verständnis sollte zwar professionell mit Sachkenntnis und auch Ernsthaftigkeit betrieben werden, muss jedoch für Holger im selbst beschränkten Rahmen bleiben. Für ihn wie auch für mich, braucht es Zeit und viel Muße, damit man den Welpen nicht nur gerecht wird, sondern sich auch individuell mit ihnen beschäftigen kann.

EMK_1477bWelpentest mit Holger Bunyan, Foto:Eva-Maria Krämer

Folgende Beobachtungen, Tests und Dokumentationen werden bei einem Wurf vorgenommen:

  • Frühwelpentest im Alter von 1-3 Tagen
  • Entwicklung der ersten drei Lebenswochen
  • Dokumentation ab der vierten Lebenswoche
  • Sozialisierung und Dokumentation
  • Sechs-Wochen-Welpentest

Dann kann eine genaue Beschreibung zu einem jeden Welpen zuverlässig sein. Damit sich der passende Welpe zu dem passenden Besitzer findet, muss der Züchter jeden einzelnen Welpen und seine Charakterzüge schon früh erkennen.

Der Erfolg zeigt sich darin, wenn die Welpen bei ihren Familien bleiben und Mensch & Hund ein wunderbares Team bis zum Ende des Lebens bleiben können.

Kennen Sie Loriot?

Bernhard-Viktor Christoph-Carl von Bülow alias Loriot war der deutsche Komiker, der seine feinsinnige Beobachtungsgabe benutzte, um aus grotesken Alltagssituationen und zwischenmenschlichen Kommunikationsstörungen seine besondere Komik erwachsen lassen konnte. Was hat das mit Whippets zu tun?

Vielleicht weil der Whippet namens Loriot auf seine Weise ähnlich komisch war?

unpluggedlovejbürger Koseilata’s Unplugged Love (Loriot), Foto: Jürgen Bürger

Loriot  (Koseilata’s Unplugged Love) von Jürgen und Brigitta Bürger, war ein Sohn von Ch.Koseilata’s Emerald Rainbow und Superfly’s Syntax Error  und somit auch ein Wurfbrupetder zu Lenny.

Loriot wurde fast auf den Tag genau 16 Jahre alt. Mit 15 Jahren noch im Geschwindigkeitsrausch.

Ein sehr gutes, langes und auch ereignisreiches Leben war ihm beschert. Er bewies sich als guter und leidenschaftlicher Whippet, der seine Arbeit im Coursingfeld bestens verrichten konnte. Mit Spaß und Leidenschaft war er dabei und mit Vollgas.

loriotjbürgerLoriot beim Coursing, Foto:Jürgen Bürger

Loriot war im Besitz der DWZRV-Leistungsurkunde Coursing.

„Seine drei Lebensmottos: ich will Spaß, ich geb Gas, geht nicht gibt es nicht und mir doch egal.“

beschreibt es Brigitta aus ihrer Sicht. Und sie sollte es am besten wissen.

loriotsprung Loriot gibt Gas, Foto:Jürgen Bürger

Loriot ist mit Vollgas in das Leben gesprungen und Jürgen hat ein Fotoalbum auch über Loriot zusammengestellt. Die Aufnahmen zeigen ein wenig von Loriots vielseitiger Mimik und seinem Eifer aber auch von seiner Liebenswürdigkeit.

Am 27.4.2002 war Loriot’s Wurftag, bis zum 11.4.2018 konnte Loriot bei seinen Menschen seit dem Welpenalter leben bis der Tod sie dann unvermeidlich getrennt hat.

Loriot hatte großes Glück. Es ist das Beste, was einem Hund passieren kann. Dank an Jürgen und Brigitta und an alle Whippetbesitzer, die in der glücklichen Lage und willens waren und sind, einem Welpen einen Lebensplatz zu bieten.

die brave Hündin Yoda

Koseilata’s Yodas Sister (Yoda) lernte ich gut kennen und sie erinnerte mich sehr an meine Nancy (Seven Year Itch du Sac a Malices). Wie Ur-Oma so Enkelin! war mein Gedanke.

yodaKoseilata’s Yoda Sister

Nancy hatte in ihrem Eifer immer etwas „Bauerntrampeliges“… anders konnte man es nicht beschreiben, aber sie wollte immer alles perfekt machen, so wie der brave Soldat Schweijk, gut gemeint, aber manchmal zum Lachen, wenn es halt nicht elegant gelang. So ging sie nicht nur ins Wasser wie die anderen um ein Stöckchen zu apportieren, sondern sprang volle Kanne und mit Volldampf unerschrocken soweit es ging hinein, ruderte voller Eifer mit viel Kraft und Wasserwirbelei, während unsere Whippets mit besser Technik nonchalant auf dem Rückweg vorbeizogen ohne kaum einen Tropfen zu verspritzen.

foggydewandnancy.jpglinks ein Sohn von Nancy Superfly’s Foggy Dew mit seiner Mutter Seven Year Itch du Sac A Malices (Nancy)

Und etwas hat auch Yoda davon, diese Hingabe, alles nur perfekt machen zu wollen. Und das hat sie auch. Sie ist eine Ur-Enkeltochter von Nancy und eine Tochter von Superfly’s Upper Class und auch eine Schwester von Yarred The Jumper.

Wenn sie beispielsweise der Meinung war, ihre Welpen bräuchten etwas anderes zu Fressen, dann hat sie es „besorgt“ und ist mit der Beute über den Welpenzwinger gesprungen und hat es ihren Kindern serviert.  Wenn das keine zielstrebige Fürsorge ist?

Ansonsten war Yoda für meine Interpretation immer fröhlich, verschmust und einfach nur lieb und angenehm…

Deshalb freue ich mich besonders, dass Holger zwei ihrer Söhne jetzt in der Zucht eingeplant hat.

Ich hatte damals den Wurf dokumentiert und erinnere mich genau an My Sweet Lord wie er nicht nur als Erster über das Brett aus dem Welpenzwinger kletterte, sondern auch auf dem gleichen Weg wieder hinein! Das ist schon ungewöhnlich, denn sonst finden Welpen zwar ein Schlupfloch hinaus aber nicht mehr hinein. Und Moody war brav und wollte spielen und schmusen, anstatt auszubrechen. Die Zielstrebigkeit hat er offensichtlich geerbt, was sich im Coursing bewährt.