Aushängeschilder der Rasse

Natürlich sind die mit Titeln bestückten und geschmückten Whippets ein Aushängeschild für die Rasse. Wie wunderbar für jeden Züchten, wenn seine Besitzer sich in den Wettbewerben engagieren und von den Richtern im Ring und/oder Coursingfeld benotet und für herausragend befunden werden.

wl-nishacollage2009Nisha (Superfly’s IrDa, Stammutter der Animagi Whippets, Foto: Sabine Brenner-Pantorotto

Viele Whippets, die eine ganze Reihe von Championaten aufweisen werden als Werbeträger benutzt und in oft wunderbaren Hochglanzanzeigen der Welt präsentiert. Dass das alles viel Engagement und auch viel Geld gekostet hat weiß derjenige Besitzer und Züchter und es ist auch sein gutes Recht nun das Ergebnis zu präsentieren und den verdienten Applaus ein zu heimsen.

Jeder Züchter ist sehr erfreut über das große Engagement seiner Besitzer in den Wettbewerben, denn ohne sie, bleiben viele seiner gezüchteten Hunde unentdeckt.

Nur die Spitze des Eisbergs

Doch was ist mit den sogenannten Pets, den Liebhaberhunden, die von ihren Menschen nicht zu den Wettbewerben gebracht werden? Nicht weil sie nicht etwa ebenso schön sind, sondern einfach deshalb, weil Menschen andere Prioritäten setzen.

Die Herausgestellten und Ausgestellten, die Gewinner und Sieger, sie sind es, die aber doch nur den kleinsten Teil aller Gezüchteten ausmachen. Das Gros unserer Whippets lebt das anonyme Familienleben, weit ab vom Glanz der Shows und der Coursings oder der Rennbahn.

Diese Whippets sind ebenfalls Aushängeschilder, über die jedoch weniger gesprochen und publiziert wird. Sie aber sind es, die die Basis bilden und deren Liebhaber sind es, die für die Reputation der Hunderasse ebenfalls verantwortlich sind.

Deshalb möchten wir allen Whippetfreunden Dank sagen, dass sie unsere Whippets auf ihre Art und Weise würdig nach außen hin vertreten.

manuelmitomniaZuneigung und Vertrauen: Omnia mit befreundetem Züchter Manuel Rott (von den Rottentotten, Podengos)

Sei es durch all die wundervollen Fotos, die Beschreibungen und Aktivitäten oder durch Begegnungen mit anderen Menschen, durch die achtsame Haltung, den rücksichtsvollen Umgang mit Hausbewohnern und Nachbarn oder die schlichtweg liebevolle aber sachgerechte Haltung und die immer bezeugte Zuneigung und Freude an ihren Whippets und natürlich auch die Trauer über deren Verlust.

So viele Jahre sind wir dabei und so viele Geschichten können wir erzählen wie sehr Menschen ihre Whippets mögen, wie viel sie ihnen Wert sind und wie wenig sie ohne sie leben möchten. Ich denke das hier ist der Berührungspunkt, an dem Menschen über den Hund menschlich werden.

IMG_4909Whippetwelpen „himmeln“ den Menschen an

Die Anziehungskraft, die Menschen auf Hunde ausüben, ist vom Welpenalter sichtbar. Whippets werden ihren Menschen immer in irgend einer Weise anhimmeln. Wenn wir für sie das Größte sind, dann sollten wir sie nicht enttäuschen und uns ihrer Zuneigung würdig zeigen.

Whippets als Therapeuten

Mir fallen so viele unserer Whippets ein, die sich bewährt haben in dieser und jener Beziehung. Meine drei waren ja gute zwei Jahre im „Einsatz“ und haben Freude und Lächeln auf die Gesichter unserer „Neuberliner“ gezaubert.

therapydogs7Yashar aus Teheran kurz nach seiner Ankunft in Deutschland mit Superfly’s Omnia und John Lee Hooker

Alex (Yashar) ist heute in der Ausbildung zum Altenpfleger und kommt bei den Patienten in seiner liebenswürdigen Art sehr gut an.

Hier finde ich den Übergang zu Jeannie (Superfly‘s Little Jeannie), denn sie bringt einem älteren Personenkreis mit ihrer liebenswürdigen Art Ablenkung, Freude und Zärtlichkeit entgegen . „Da Jeannies Liebenswürdigkeit nicht zu toppen ist, war die Grundvoraussetzung für diese Arbeit gegeben“, schreibt Gerda Quiel , die mit ihren drei Whippets das Seniorenheim besucht. Das Highlight für die Menschen dort.

Platz bleibJeannie und Arwen im Seniorenheim zu Besuch, Foto: privat

Gerda Quiel fährt fort: „Die alten Herrschaften sitzen also im Kreis und ich führe die “Kunststücke” der drei vor. Danach bekommen die alten Leute kleine Leckerlis in die Hände und die Hunde werden herangeführt und dürfen sie vorsichtig aus den Händen fressen, wobei die alten Leute jedes Mal begeistert sind.

Aber es gibt auch Personen, die gar nicht mehr aufstehen können. Und auch hier hatte Jeannie ihren Einsatz. Sie sprang auf Kommando auf das Bett eines schwer kranken, fast erstarrten Mannes, ohne Mimik und mit aufgerissenen Augen. Sein Zustand war seit Wochen so. Aber dann berührte Jeannie vorsichtig mit der Nase die Hand des Kranken, dann berührte sie ihn sacht mit der Pfote und auf einmal richtete der Mann seinen Blick auf Jeannie und seine Hand bewegte sich ganz leicht als wolle er sie streicheln. Auch beim nächsten Mal besuchten wir diesen Armen und eine winzige Bewegung eines Lächelns ging durch sein Gesicht. Beim nächsten Besuch war er leider schon verlegt.“

„Jeannie liebt jeden Menschen, der einmal mit ihr gesprochen oder sie gestreichelt hat. Sie ist ein Herz auf vier Pfoten. So einen liebenswürdigen Hund habe ich noch niemals gesehen.“

schreibt Gerda weiter.

Wer in Jeannies Gesicht schaut, sieht doch ihre liebevolle Art. Sie ist eine Tochter meiner Ch.Superfly’s Euphoria (Ufo) nach dem amerikanischen Ch. Chelsea Rum Truffle.

jeannieSuperfly’s Little Jeannie trächtig nach Superfly’s Kynaptic

Ch.Superfly‘s Little Jeannie war nicht nur erfolgreich im Ausstellungsring, eine tolle Courserin und eifrig auf der Rennbahn unterwegs, sie ist auch die wundervolle Mutter des R2 Wurfs Superfly’s, eine liebenswerte Familienhündin, aber
Jeannie ist nicht nur Schönheitschampion sondern vor allem Champion aller Herzen, die sie kennen.

Ich wünsche Gerda so sehr, dass ihr Jeannie noch lange gesund und munter erhalten bleiben darf.

Von wegen Showdogs

Immer schon habe ich mich darüber geärgert, wenn schöne Whippets, die auch an Ausstellungen erfolgreich waren, als sogenannte Showdogs bezeichnet wurden und werden.

Weder Superfly’s noch Koseilata’s hatten jemals Showdogs, noch die Absicht, Hunde für die Show zu züchten oder für die Show zu halten!

011Dr.Watson (Koseilata’s Otis Redding), Foto:View of Souls Andrea Willers

Hier werden einfach Begriffe verwendet, die diskreditieren sollen. Zu deutsch: etwas in Verruf bringen; jemandes Ruf, Ansehen schaden. Das gilt und galt nicht nur für Whippets, sondern auch für Greyhounds, wenn sie nicht vornehmlich als Rennhunde auf der Rennbahn laufen und/oder erfolgreich sind oder waren.

16_10_09Internationaler Coursingchampion Koseilata’s Kilimandjaro Kedira, Foto:Eva-Maria Krämer

Solange ich in der Windhundszene bin (seit 1974) höre ich die Sprüche und die damit verbundene Abwertung und auch die teilweise erlebten Auswirkungen.

Wenn Whippetbesitzer mit einem Hund von uns zum Training gehen wollten oder teilnahmen oder bei Renn- oder Coursingveranstaltungen dabei waren, fielen immer Bemerkungen in diese Richtung und es wurde damit ganz schamlos öffentlich die Leistungsfähigkeit nicht nur in Frage gestellt, sondern sie wurde von vornherein den Hunden abgesprochen:

„Showdogs können doch nicht rennen“

Was sind überhaupt Showdogs?

Unsere Whippets leben 365 Tage im Jahr mit und bei ihren Menschen in der Familie auf dem Sofa, sind tägliche Begleiter und können ihren Bedürfnissen nach Freilauf und Sprints nachkommen, trainieren ihre Herzen und Muskeln, werden an Leib und Seele geliebt und gehegt. Wenn sie dann an 4 oder 5 Tagen im Jahr an einer Ausstellung 5 oder 10 Minuten im Ausstellungsring erscheinen, dann macht das einen Showdog aus?

Diese fälschlicherweise als Showdog beschriebene Whippet erfüllt nicht die Voraussetzungen für einen Showdog im tierschutzrelevantem Sinne, denn er:

  • lebt nicht in kennels,
  • nicht in Käfigen,
  • hat keinen Profihandler,
  • wird nicht von Show zu Show gekarrt,
  • weder in andere Länder geschickt, um dort ein Championat zu vollenden
  • noch ausschließlich für den Erfolg im Ring gezüchtet.

Im Gegenteil sind Superfly‘ s und Koseilata’s von Anfang immer sehr gute Courser gewesen mit Leidenschaft und Können, Eifer und Fähigkeiten, twist und turns so aufzuführen, wie es von einem Whippet erwartet wird und sind so gebaut, wie genau die rassetypischen Eigenschaften es erfordern, damit der Whippet ein effektiver Kaninchenfänger auch nach Jahrzehnten der Zucht bleiben kann.

Auch auf der Rennbahn zeigen sie Ehrgeiz und Hetzeigenschaft. Bei meinen Hunden steigert sich das sogar so, dass sie gar nicht zu bändigen sind, wenn sie nur den „Hasen“ hören geraten sie außer Kontrolle. Von wegen Showdogs 😉 .