For ever young

Wenn mir Superfly’s Hazel Hillary einfällt, dann vor allem das: Sie war bis zum Lebensende jung. Hazel war eine Tochter von Ch.Superfly’s Anglo- Mania nach Superfly’s Delta Wing.

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Hazel im Herbst 1996, gerade nach dem G-Wurf Koseilata’s im Alter von 8 Jahren

Ausgesucht wenige Tage nach ihrer Geburt und bei Robert Schiele geblieben bis zu ihrem Lebensende. Zwischendurch durfte sie noch in die Zucht und brachte Koseilata’s B- und G-Wurf.

Und immer wurde gesagt:

„Die ist aber noch jung“.

Hazel war eine kleine Hündin mit 43,5 cm Schulterhöhe und in der Veteranenklasse ausgestellt, glaubten die Richter nicht, dass sie überhaupt schon acht Jahre alt war. Und immer wurde gesagt: „Die ist aber noch jung“.

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Hazel, 10 jährig mit ihrer Tochter Koseilata’s Gloria Gaynor

Hazel war eine wunderschöne kleine Whippethündin, deren Altersfrische in der Tat unglaublich war. Nun, sie war auch eine sehr bequeme Hündin und hatte nur hin und wieder Temperamentsausbrüche, eben so wie ihr Großvater Ch.Bredand Percy Vere.

Langlebigkeit und Altersfrische vererben sich

Hazel wurde bis auf wenige Tage 15 Jahre alt. Leider überredete eine Tierärztin Robert die Milchleisten mit knapp 15 Jahren wegen Mammatumoren zu entfernen und zwar im Abstand von zwei Wochen. Und dann ist auch noch ein Missgeschick in dieser Praxis passiert, so dass Hazel das nicht überlebte, sonst wäre sie vielleicht viel älter geworden.

Hazels Vorfahren und Lebenszeit:

  • Vater Wingi wurde 16 ein halb Jahre alt
  • Großvater Percy wurde 17 ein halb Jahre alt
  • Großmutter Pebbles 16 Jahre alt
  • Mutter Mania knapp 15 Jahre alt
  • Großvater Chief nicht bekannt, aber mit 12 hatte er noch erfolgreich Nachzucht
  • Großmutter Pebbles 16 Jahre alt

Von wegen Showdogs

Immer schon habe ich mich darüber geärgert, wenn schöne Whippets, die auch an Ausstellungen erfolgreich waren, als sogenannte Showdogs bezeichnet wurden und werden.

Weder Superfly’s noch Koseilata’s hatten jemals Showdogs, noch die Absicht, Hunde für die Show zu züchten oder für die Show zu halten!

011Dr.Watson (Koseilata’s Otis Redding), Foto:View of Souls Andrea Willers

Hier werden einfach Begriffe verwendet, die diskreditieren sollen. Zu deutsch: etwas in Verruf bringen; jemandes Ruf, Ansehen schaden. Das gilt und galt nicht nur für Whippets, sondern auch für Greyhounds, wenn sie nicht vornehmlich als Rennhunde auf der Rennbahn laufen und/oder erfolgreich sind oder waren.

16_10_09Internationaler Coursingchampion Koseilata’s Kilimandjaro Kedira, Foto:Eva-Maria Krämer

Solange ich in der Windhundszene bin (seit 1974) höre ich die Sprüche und die damit verbundene Abwertung und auch die teilweise erlebten Auswirkungen.

Wenn Whippetbesitzer mit einem Hund von uns zum Training gehen wollten oder teilnahmen oder bei Renn- oder Coursingveranstaltungen dabei waren, fielen immer Bemerkungen in diese Richtung und es wurde damit ganz schamlos öffentlich die Leistungsfähigkeit nicht nur in Frage gestellt, sondern sie wurde von vornherein den Hunden abgesprochen:

„Showdogs können doch nicht rennen“

Was sind überhaupt Showdogs?

Unsere Whippets leben 365 Tage im Jahr mit und bei ihren Menschen in der Familie auf dem Sofa, sind tägliche Begleiter und können ihren Bedürfnissen nach Freilauf und Sprints nachkommen, trainieren ihre Herzen und Muskeln, werden an Leib und Seele geliebt und gehegt. Wenn sie dann an 4 oder 5 Tagen im Jahr an einer Ausstellung 5 oder 10 Minuten im Ausstellungsring erscheinen, dann macht das einen Showdog aus?

Diese fälschlicherweise als Showdog beschriebene Whippet erfüllt nicht die Voraussetzungen für einen Showdog im tierschutzrelevantem Sinne, denn er:

  • lebt nicht in kennels,
  • nicht in Käfigen,
  • hat keinen Profihandler,
  • wird nicht von Show zu Show gekarrt,
  • weder in andere Länder geschickt, um dort ein Championat zu vollenden
  • noch ausschließlich für den Erfolg im Ring gezüchtet.

Im Gegenteil sind Superfly‘ s und Koseilata’s von Anfang immer sehr gute Courser gewesen mit Leidenschaft und Können, Eifer und Fähigkeiten, twist und turns so aufzuführen, wie es von einem Whippet erwartet wird und sind so gebaut, wie genau die rassetypischen Eigenschaften es erfordern, damit der Whippet ein effektiver Kaninchenfänger auch nach Jahrzehnten der Zucht bleiben kann.

Auch auf der Rennbahn zeigen sie Ehrgeiz und Hetzeigenschaft. Bei meinen Hunden steigert sich das sogar so, dass sie gar nicht zu bändigen sind, wenn sie nur den „Hasen“ hören geraten sie außer Kontrolle. Von wegen Showdogs 😉 .

 

 

Whippet mit Pequeno

Koseilata’s Gloria Gaynor (Gloria) mit Podengo Portugues Pequeno Poppy ( Perdita de la Folie de Myosotis). Auch schöne Rücken können entzücken.

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Poppy und Gloria beobachten die Wiese, Foto: Eva-Maria Krämer

Die kleine Podengohündin „Poppy“ haben wir nach langer Suche endlich in Südfrankreich gefunden bei Gérard Calendrin.

Sie war das Tüpfelchen in unserem Whippetrudel, immer kläffend vorne weg, sehr selbstständig und für unsere Vorstellung einmalig schön, super handlich, aber eben auch gefährdet. Sie passte durch jede Lücke und manch mal sahen wir sie hinter dem Bach oben auf der Koppel nach Mäusen buddeln. Anders als die Whippets, hatte sie viel mehr Eigenständigkeit und die Futtersuche bestimmte ihr Leben.

Noch im hohen Alter war sie fröhlich auf „Jagd“ und wenn sie nur die Mülltüte durchsuchte. Obwohl diese hoch oben angebunden war, fand sie immer Wege, Stühle und Tische um ihr Ziel zu erreichen. Sie wurde trotzdem sehr alt und dieses Foto ist eine schöne Erinnerung.

Gloria war eine Koseilata’s Emerald x Superfly’s Hazel Hilary Tochter.

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Whippets erfühlen Menschen

In diesem Artikel Hunde erkennen schlechte Menschen beschreibt Eva-Maria Krämer, dass neue wissenschaftliche Erkenntnisse nur das beweisen, was wir Hundezüchter längst wissen. Umgekehrt können Whippets auch Menschen erfühlen.

Neo und Nina 4Superfly’s Salomon(Neo) mit Nina- Umarmungen voller Liebe

Unsere Welpen und Whippets haben sich immer zu allen Besuchern gefreut. Es gab  nur zwei Ausnahmen. Menschen, die vormals zu uns kamen und sich für einen Junghund interessierten, mussten die Erfahrung machen, dass die in Frage kommenden Whippetyoungsters absolut nicht angetan von dem Besuch waren; im Gegenteil.

Ein Rüde hat sogar in die Hand gezwickt, als er von einem Interessenten gestreichelt werden sollte. Dieser Whippet, der sich sonst überschwänglich zu jedem Besucher freute. Wir waren schockiert.

Ein anderer Rüde war total verklemmt und wollte partout nichts mit der Person zu tun haben.  In diesen beiden Fällen waren jedoch die Gespräche mit den Personen gar nicht lang, so dass die Hunde es nicht aus unserer Stimmungslage hätten spüren können.  Jedoch war das Verhalten  dieser Whippets absolut unnormal, so dass es uns auffiel und wir dann auch den Interessenten absagten bzw. von dem Hund abrieten.

Wenn ein sonst aufgeschlossener freundlicher Hund einen Bogen um jemand macht, dann eher im Zweifel nie. Hunde lesen die Körpersprache sehr genau, erkennen, ob sich jemand verstellt oder authentisch ist. Ob jedoch jeder Hund oder besser jeder Whippet die gleichen Sensoren hat und die gleichen Reaktionen zeigt, wage ich nicht zu beurteilen. Ich denke, das hängt vom Alter des Junghundes ab und von seinen Erfahrungen in der Jugend. Wenn er im Züchterhaushalt groß  und gut sozialisiert wurde, dann zeigt er normalerweise zu jedem Menschen ein  starkes zu ihm hingewandtes Verhalten und Vertrauen.

Sensible Whippets erfühlen „ihre“ Menschen

Es gibt auch Menschen, die aus Unsicherheit oder anderen Gründen eine Maske tragen und sich nicht so geben können, wie sie eigentlich sind. Aufgesetzte Freundlichkeit oder bewusst gezeigte Distanz, was auch immer Menschen an Facetten des Verhaltens zeigen, um sich nicht „bloß zu stellen“, können uns manchmal täuschen….aber den Hund konnten sie nicht belügen.

In der Regel sucht der Mensch den Hund aus, aber es gibt auch Fälle, da ist es umgekehrt. Und wenn es dann so ist, und der Hund nicht von der Seite oder dem Schoß weicht, dann sollte man zu ihm ja sagen, auch wenn er nicht der Eingeplante war.

 

Whippetzucht mit Minihündin

Als ich die kleine Koseilata’s Iman  das erste Mal sah, war ich entzückt. Ja entzückt ist der richtige Ausdruck. Nein, wie süß, wie klein, wie leicht. Schwupps auf den Schoß gehoben mit einer Hand, goldiges Whippchen. Denn mit der Leichtigkeit ging auch ihr Charme einher. Charme haben leider nicht mehr alle Whippets. Ich meine damit den Vorwitz, das Niedliche, die „fragenden“ aufmerksamen Augen: was machen wir jetzt?

iman11Koseilata’s Iman, Foto: koseilata’s

Und deshalb wirkte Iman auf mich so bezaubernd und „delicate“. Iman inspirierte mich zu dem Artikel Der Whippet im Deutschen Windhundzuchtbuch Band 44.
Aber fangen wir vorn an.

Am nächsten Tag war die Verbandssieger Ausstellung 2012 in Köln und Holger drückte mir Iman in die Hand, unvorbereitet musste ich mit ihr in den Ring. Also hatte ich da eine Mini-Whippethündin am Band in der Jugendklasse, die aber sofort mitmachte, fröhlich, munter und quicklebendig. Nach dem Motto: was machen wir jetzt, ok, alles cool, dann mal los Iman eben.

iman_11mKoseilata’s Iman als Exot im Ausstellungsring, etwas gestresst, weil das ungewohnte Stillstehen nichts für sie war , Foto: Greyhoundshow

Wieder mit der Höchstwertnote „vorzüglich“ aus dem Ring, meinte ein langjähriger Züchter lachend:

„So etwas hatte ich auch mal“.

Andere wunderten sich, dass es doch Windspiele gar nicht „in gestromt“ gäbe. Andere schmunzelten auf ihre Weise.

Ausstellungen und Zucht sind oft zweierlei

Erfolge im Ausstellungsring sind nicht zwangsläufig vielversprechend für Erfolge in der Whippetzucht. Es muss mit zweierlei Maß gemessen werden, nicht weil sich der Zuchtstandard geändert hat, sondern weil sich der Richtergeschmack verführen lässt von Imposanz, Eindruck, „mehr hermachen“, Showattraktion.
Iman’s Wurf nach Koseilata’s Take Me To The Moon brachte 4 richtig schöne Whippet-Welpen. Übrigens: Die Wurfgröße ist bei ihrem Format absolut passend.

  • Die durchschnittliche Wurfgröße gibt auch Auskunft über die Widerristhöhe (und Format) der Mutterhündin.

Darunter war die kleine Suli (Koseilata’s Lady Bird), die extrem klein als Welpe war, aber dafür umso schlauer und entzückender, aber hart im Nehmen und Austeilen. Im Wachstum hat sie dann alles aufgeholt und ist sehr schön geworden. Ihr Bruder Koseilata’s Lesotho Lover (Monty) ging in die Zucht mit Superfly’s Shiphra  und beiden brachten den wundervollen R2-Wurf Koseilata’s und Iman selbst mit Koseilata’s Kilimanjaro Kedira den P 2 Wurf zustande. Hier gab es 1,1 Welpen, den schönen Percy (Koseilata’s  Peace and Love) und die schicke „Penny“ (Koseilata’s Penny Lane).

Das Schmunzeln über Imanchen hat sich also in jeder Beziehung gelohnt.

Whippetoutline – das Auge neu trainieren

Was ist das Typischste an einem Whippet? Woran erkennen Sie sofort einen Whippet? Oder wo müssen Sie noch einmal nachfragen:

„das ist jetzt kein Whippet, oder?“

Sound like a bell…sagte man über Whippets, die perfekt in der Linienführung waren, so dass sie auf Anhieb als Whippet zu erkennen waren.

vanityvanillaWenn ich an Superfly‘s Vanity Fair und Vanilla Fudge denke, direkte Nachkommen von Ch.Superfly‘s No Doubt About, dann sehe ich dieses Bild vor Augen. Das weisse Fell ohne Flecken und Ablenkung für das Auge eignet sich besonders gut, das zu Sehen, was ich beschreiben möchte.

Die typischen Umrisslinien des Whippets sind schwungvoll fließend ohne Haken und Ösen, Kanten und Dellen. Auch erkennt man deutlich den Unterschied zwischen Rüde und Hündin.

17 Jahre später folgte Koseilata’s Lovely Moon (Cato), den ich ebenfalls als ein Exemplar zum „Augentraining“ zeigen möchte.

catoKoseilata’s Lovely Moon (Cato), Foto: Koseilata’s

Cato ist wie aus einem Guß. Oberlinie und Unterlinie stehen in einem korrekten Verhältnis zu einander.  Der perfekte Schwung über der Lende ist nicht zu verwechseln mit einer abfallenden Kruppe und schon gar nicht mit einem Buckel. Eine  flache oder abfallende Oberlinie d.h. mit fehlendem Bogen über der Lende hat sich ebenso eingebürgert, wie eine seicht allmählich ansteigende Unterlinie. Beides ist nicht whipettypisch.

Wenn Sie sich ein waagerechtes S vorstellen, entspricht es den Umrisslinien; sozusagen bildet es damit die wünschenswerte gedachte S-Kurve beim  Whippet.

imaginäre S-Kurve

Stellen wir uns das waagerecht liegende S vor, und legen es gedanklich an den Whippet, dann teilt es den Whippet in zwei Teile. Ein auf der Seite liegendes S hat Bogen. Auch Heaven ist ein gutes Beispiel für whippettypische Umrisslinien.

juni_2015Koseilata’s Heaven can wait, ein bisschen pummelig 😉 Foto:Thomas Baruth

scurvedie S-Kurve eingebaut zum besseren Verständnis

Was kann man daraus leicht erkennen?

  • Proportionen
  • Umrisslinien
  • Rückenlänge
  • Brusttiefe
  • Soundness

Ich möchte die berühmtesten und erfolgreichsten Whippets Englands zu Beginn der modernen Rassehundezucht zeigen im Hinblick auf die S-Kurve und den Whippettyp, die am Anfang fast aller Whippets standen. Der „perfekte Bogen“ wurde ausdrücklich im Dog Owner’s Annual von 1898 erwähnt.

chenterpriseand ZuberbywilliamturnerGemälde von William Turner, zeigt dien berühmten Whippet  Ch.Enterprise mit seinem Vater Zuber, ca .1895

Und wenn wir ganz genau hinsehen, sehen wir den typischen Ausdruck von Whippets, die typischen Umrisslinien, Eleganz, Bemuskelung…Bei den Whippets im Gemälde springt die S-Kurve direkt ins Auge.  Der Maler hat die Merkmale sehr pointiert herausgestellt. Auf den alten Fotos der Whippets im The Whippet Archives ist nicht sehr viel zu erkennen. Bemerkenswert dürfte sein, dass diese Whippets klein, leicht und sowohl perfekt im Rennen trainiert waren.

Wenn Ihnen diese Whippets heute befremdlich vorkommen, dann liegt es an der züchterisch „vermodernisierten“ Gestalt. Auch der aktuelle Standard der Rasse beschreibt:

Obere Linie: Anmutiger Bogen im Bereich der Lendenpartie, aber nicht bucklig.

Untere Profillinie und Bauch: Deutlich aufgezogen.

Ich denke, dass Whippetzucht sich nicht so weit vom Standard entfernen darf, dass das rassetypischste Merkmal verloren geht. Nicht immer ist alles das, woran sich unser Auge gewöhnt hat, was wir überwiegend sehen, auch das Bessere.

Whippetmeetings – wie der Hase läuft

Auf Rassemeeting soll über rassespezifische Themen entschieden werden, so steht es in der Satzung des DWZRV. Soweit so gut. Was sind rassespezifische Themen?

Um sich der Frage einmal zu nähern schauen wir doch ganz einfach in den Zweck des DWZRVs als zuchtbetreunden Verein für unsere Rasse Whippet. Denn kann man nicht ein Haus nur auf einem Fundament aufbauen?

Screenshot_2018-11-04 Satzung des DWZRV - 170701_satzung_2017 pdf

Nach diesem Satzungszweck wird die Betreuung und Förderung der Zucht als erstes genannt. Wenn das also ein vorrangiges Ziel ist, dann müssten sich logischerweise rassespezifische Fragen um die Betreuung und Förderung der Zucht drehen, richtig?

Rassespezifische Sachanträge sollten sich also nach meinem Verständnis um die Sache der Whippetzucht drehen. Warum? Die Zucht ist das Fundament auf dem sowohl Vereine als auch Ausstellungen, Zuchtrichter und Rennen überhaupt erst gedeihen können. Ohne die Zucht haben Vereine gar keine Berechtigung. Denn wo nichts gezüchtet wird, ist auch nichts zu regulieren, zu reglementieren oder durch rassespezifische Sachanträge zu verändern. Ergo: Ohne Zucht auch keine Rennen.

Wie der Hase so lief

Die Anfänge der Rassemeetings habe ich selbst miterlebt. Damals waren die Züchter aus beiden Bereichen (Show, S&L, Rennen) natürlich dabei, denn wer sonst würde die Zucht besser vertreten können? Und es ging um Zuchtmaßnahmen, die zur Förderung der Zucht hätten beitragen können. Nehmen wir das Beispiel der Zuchtwertschätzung. Wäre sie tatsächlich langfristig seit Beginn an kontinuierlich durchgeführt worden, hätten wir den dramatischen Anstieg der Whippetgröße verhindern können.

MiezerennenBahnrennen für Koseilata’s One Cool Cat (Mieze), Foto: © Käthe Kipar

Wie dem auch sei. Die Rennlobby war immer eifrig und die Züchter und an der Zucht Interessierten haben alsbald ignoriert, weil sich die Themen überwiegend auf den Rennbereich konzentrierten und in endlosen Diskussionen so viel Zeit fraßen, so dass die Zuchtthemen nur noch schnell in den letzten Minuten überflogen werden konnten.

An Whippetmeetings drehte es sich überwiegend um

  • Bahnrennen
  • Renngrößen
  • Meß-Verfahren
  • Klasseneinteilungen
  • Streckenlänge
  • Titelvergabe
  • Anzahl der Starter
  • Übergrößen – Sprinter
  • Myostatin Defizienz (bei Rennhunden)
  • Vorschläge für Zuchtrichter zur Jahresausstellung der Rasse Whippets

Ob nun der Whippet in 3, 4 oder 6 Rennklassen starten sollte, welche Sprinter (Übergrößen) nun noch wann und wo oder wieder welche oder neue Titel gewinnen durften, sind mehr und mehr in den Vordergrund getreten.

Das änderte sich den letzten Jahren, als u.a. Brigitta Bürger und Barbara Thiel zuchtrelevante Vorträge hielten.  Es wäre schön, wenn hier ein wirkliches Umdenken erfolgt und Whippetinteressierte die Meetings als eine Möglichkeit wahrnehmen die Verantwortung für die  Zucht mehr in den Vordergrund zu stellen.

Das Whippetmeeting 2018 – heute Anmeldeschluß

Heute ist Anmeldeschluß für das Whippetmeeting 2018 .

Es wird beklagt:

Die breite Masse der Whippetzüchter, die ihre Zucht nicht auf die Rennbahn konzentrieren, nehmen sich mehr und zurück und glänzen durch Abwesenheit.  Gerade die Whippetmeetings sollten das verhindern und allen Whippetzüchtern die Möglichkeit geben ihre rassespezifischen  Sachanträge zu stellen und zu erläutern, die der Rasse insgesamt dienen könnten.

Das Interesse für die Jahresausstellungen der Whippets schrumpft. Auch das ist der Verschiebung der Teilnehmer an den Whippetmeetings geschuldet.

Jagen und pressen Sie den Hasen im Team und lassen Sie ihn nicht laufen wie er will. 😉

 

Wie Eva auf den Whippet kam

eva-mariaDie Geschichte ging dem ersten Treffen voraus. Eva-Maria Krämer war mir lange vorher durch ihre Bücher bekannt, als eingefleischte Collieliebhaberin , als sie anfing sich näher für Whippets zu interessieren, wollte ich es gar nicht glauben.

Sie schrieb im Rückblick:

„Da ich die Betreuung durch einen guten Züchter sehr zu schätzen weiß und aus eigener Erfahrung mit meinen Welpenkäufern wusste, wie wichtig das war, wollte ich lieber einen Hund aus deutscher Zucht haben.

Ich erinnerte mich, vor Jahren interessante Artikel von einer Whippetzüchterin gelesen zu haben, aber sie schien vom Erdboden verschluckt.

Aber irgendwie habe ich sie doch gefunden…“

Eva-Maria Krämer ist wie keine weit gereist und hat 11  Bücher über Rassehunde verfasst, darunter den beliebten Kosmos Hundeführer, und sie hat die Collie Revue herausgegeben.

Aber dann..

Aber dann kam Nikki (Koseilata’s Nikita)… und er wurde Eva’s Schatten vom ersten Tag an.

Das war vor beinahe genau 19 Jahren. Und nun lässt sie die Liebe zu den Whippets nicht mehr los.

Whippets, eben! 😉

die brave Hündin Yoda

Koseilata’s Yodas Sister (Yoda) lernte ich gut kennen und sie erinnerte mich sehr an meine Nancy (Seven Year Itch du Sac a Malices). Wie Ur-Oma so Enkelin! war mein Gedanke.

yodaKoseilata’s Yoda Sister

Nancy hatte in ihrem Eifer immer etwas „Bauerntrampeliges“… anders konnte man es nicht beschreiben, aber sie wollte immer alles perfekt machen, so wie der brave Soldat Schweijk, gut gemeint, aber manchmal zum Lachen, wenn es halt nicht elegant gelang. So ging sie nicht nur ins Wasser wie die anderen um ein Stöckchen zu apportieren, sondern sprang volle Kanne und mit Volldampf unerschrocken soweit es ging hinein, ruderte voller Eifer mit viel Kraft und Wasserwirbelei, während unsere Whippets mit besser Technik nonchalant auf dem Rückweg vorbeizogen ohne kaum einen Tropfen zu verspritzen.

foggydewandnancy.jpglinks ein Sohn von Nancy Superfly’s Foggy Dew mit seiner Mutter Seven Year Itch du Sac A Malices (Nancy)

Und etwas hat auch Yoda davon, diese Hingabe, alles nur perfekt machen zu wollen. Und das hat sie auch. Sie ist eine Ur-Enkeltochter von Nancy und eine Tochter von Superfly’s Upper Class und auch eine Schwester von Yarred The Jumper.

Wenn sie beispielsweise der Meinung war, ihre Welpen bräuchten etwas anderes zu Fressen, dann hat sie es „besorgt“ und ist mit der Beute über den Welpenzwinger gesprungen und hat es ihren Kindern serviert.  Wenn das keine zielstrebige Fürsorge ist?

Ansonsten war Yoda für meine Interpretation immer fröhlich, verschmust und einfach nur lieb und angenehm…

Deshalb freue ich mich besonders, dass Holger zwei ihrer Söhne jetzt in der Zucht eingeplant hat.

Ich hatte damals den Wurf dokumentiert und erinnere mich genau an My Sweet Lord wie er nicht nur als Erster über das Brett aus dem Welpenzwinger kletterte, sondern auch auf dem gleichen Weg wieder hinein! Das ist schon ungewöhnlich, denn sonst finden Welpen zwar ein Schlupfloch hinaus aber nicht mehr hinein. Und Moody war brav und wollte spielen und schmusen, anstatt auszubrechen. Die Zielstrebigkeit hat er offensichtlich geerbt, was sich im Coursing bewährt.

Erinnerungen an Joe

Koseilata’s Josephine Baker , die gute Joe, wäre gestern 21 Jahre alt geworden. Joe’s Lebenszeit betrug 16 1/2 Jahre, aber sie lebt tatsächlich durch ihre Gene in ihren Kindern und Enkeln weiter….und natürlich in den Herzen derjenigen, die sie kannten undliebten.

Hier sind noch ein paar Fotos aus dem Sommer 2012, wo sie sich noch immer des Wurf’s ihrer Tochter Koseilata’s African Queen (Kenia) annahm. Sie ließ sich die „Omarolle“ nicht nehmen.

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Joe uns ihre Enkel, Foto: Eva-Maria Krämer

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Mutter Kenia und Oma Joe mit dem K 2Wurf, Foto: Eva-Maria Krämer

So ist das in einer Großfamilie, dass die Großmutter solange wie möglich noch „Kindersitter“ bleibt.

Eine schöne Erinnerung  an eine besondere Hündin, die großen Einfluss auf die Koseilata’s hatte mit so vielen erfolgreichen Kindern und Enkeln, die begehrenswerte Champions für Schönheit und Leistung werden konnten.