intrawhippetliche Jagdausbildung

Wie Welpen von ihrer Mutter und dem Clanchef erzogen und gelehrt werden, zeigt die folgende Fotodokunentation zur Mäusejagd. Vorsicht : Wer das nicht ansehen kann, der klinke sich bitte jetzt aus. Kommentare oder Tränen nutzen nichts, denn sie ist seit Jahren mausetot, die Maus 😉 .

Mutter Superfly’s Omnia und Großvater John gehen auf Mäusejagd und zeigen den Welpen des Superfly’s S2-Wurfes, wie es geht. Bei dieser Ausbildung können sie zuerst einmal zusehen.

IMG_6097.jpg Auf zur Jagd, kiddis

Aufpassen, da hat sich etwas bewegt.

jagd.jpgAchtung, Konzentration!! Shiphra ist ganz dabei, Rute erhoben.

jagd1da hat sich was bewegt! Samuel in höchster Anspannung

Wirklich? Omnia lässt Samuel machen…Sarah und Shiphra schauen interessiert zu.

jagd2Konzentration, dass nichts entgeht

Da kommt John dazu und übernimmt das Ruder.  Lasst mal sehen….

jagd3Großvater John übernimmt mit seiner Erfahrung das Management

Und da ist schon das arme Mäuschen aufgeflogen.

jagd4Da ist die Maus!!

Und John zeigt, wie schnell er zupacken kann und muss.

jagd5Schnelligkeit ist gefragt, wenn die Beute nicht entkommen soll.

Aufmerksame Schüler…Noch einmal frei lassen, damit eine Wiederholung möglich ist und die Welpen es sich noch einmal ansehen können…

jagd6wieder ausspucken und laufen lassen

Und? Jetzt seid ihr dran, ich habe euch gezeigt wie es geht. John hält Abstand und überlässt die Maus den Schülern.

jagd7John überlässt die Beute und hält Abstand

Also puppies, ihr müsst schon mutig sein. John zeigt’s jetzt noch einmal. Beherztes Zupacken ist angesagt.

jagd8John macht es noch einmal vor

So geht das! Das arme Mäuschen muss herhalten.

jagd9.jpgSo zupacken! zeigt John

Achtung ! Sie läuft wieder. Und jetzt seid Ihr dran!

jagd10John lässt Maus wieder frei, damit sie es lernen

Und jetzt packt Omnia die Maus. Shiphra und Samuel schauen genau zu.

jagd11Omnia ist schnell und erfahren und zeigt es Shiphra und Samuel

Und nun wird Hetzjagd trainiert. Mit der Beute im Fang – deutlich sichtbar – läuft Omnia davon….

jagd12jetzt trainiert Omnia das Hetzen, in dem sie mit der Maus davon läuft

Omnia zeigt Sarah die Maus, warnt  aber (Weiss im Auge): Gucken ja, aber nicht mehr. Omnia entscheidet, wann und ob Sarah die Beute bekommt.

jagd13.jpgOmnia zeigt ihre Beute

Aber dann überlässt sie die Beute der Tochter, die sie in Sicherheit bringen will.

jagd14.jpgSarah hat die Maus…

Mit erhobener Rute in Sicherheit bringen…

jagd15.jpgSarah mit ihrer Beute

Da kommt Samuel und will die Maus auch.

jagd16Samuel versucht die Beute abspenstig zu machen

Überholen und von vorn versuchen an die Maus zu kommen…

jagd17Samuel kommt von rechts außen

… und hat Sarah gestellt und möchte die Beute stehlen

jagd18Sarah ist gestellt, geschafft, Samuel will die Beute stehlen

Da hat Samuel aber die Rechnung ohne Sarah gemacht…Die erwachsenen Hunde haben die Maus den Welpen überlassen und Sarah bringt ihre Beute in Sicherheit.

jagd19.jpgSarah bringt ihre Beute in Sicherheit

Die Fotoserie dokumentiert den Ablauf und tatsächlich haben sich John und Omnia nicht mehr um die Maus gekümmert.

Omnia hat sie ihrer Tochter überlassen, nachdem sie der Tochter deutlich gemacht hat, dass sie allein die Entscheidung hat, ob und wann sie die Beute abgibt.  Damit was die Schulung „Mäusejagd“ auch beendet.

Sarah hat die Maus dann irgendwo hingeschleppt….unlebendig, unbeweglich wurde sie schnell uninteressant.

Gene sind nicht alles!

Da haben wir doch alle gelernt, dass die Gene alles bestimmten. Ob Hunde nun gesund oder krank oder verhaltensgestört oder prädestiniert für bestimmte Anfälligkeiten sind, das würde durch die Gene bestimmt. Aber Gene sind eben nicht alles!

hundezucht.jpginstinktsichere Krita bei der „Brutpflege“

Alte englische Züchter haben immer gesagt: Die Stärke eines Zwingers liegt bei den Hündinnen. Was Züchter schon damals wussten, wird heute nach und nach erforscht.

Heute wird gerade eifrig geforscht inwieweit sich Vererbung von Erfahrungen neben dem Genom abspielt, wie Gene „ein“ oder „stumm“ geschaltet werden durch epigenetische Modifikationen. Sie sind die Voraussetzung für hochkomplexe Regulationsmechanismen, die sicherstellen, welche Gene einer Zelle gelesen werden können und welche nicht. Noch sind längst nicht alle epigenetischen Prozesse bekannt, die die Aktivität von Genen steuern.

oxfordjournals.png

Bleiben wir bei den Hunden. Hierzu schreiben Dr. sc.nat. Andrea Weidt, Dina Berlowitz, Heinz Weidt u.a. folgendes:

  • Bei einem Welpen entscheiden also die vorausgegangenen epigenetischen Einflüsse bei den Elterntieren (und unter Umständen auch der vorherigen Generationen), die eigenen vorgeburtlichen Erfahrungen im Mutterleib sowie die Erfüllung seiner emotionalen Bedürfnisse während der Aufzucht und in der weiteren Welpen -/Jugend- zeit einschliesslich der Pubertät darüber, wie gut das in ihm stecken.

  • Eine gute Aufzucht besteht nicht nur darin, dass der einzelne Welpe alle nötigen Schutz und Versorgungsqualitäten erhält.Genauso wichtig ist die Erfüllung jener emotionalen Bedürfnisse,die ihn innerlich stark machen und die heikle Phase der Umgewöhnung nach der Welpenabgabe bestmöglich gelingen lassen. Dazu bedarf es keiner Hexerei sondern konkreten Faktenwissens.

  • Das Wissen um die Funktion und Wirkung der Epigenetik erübrigt das aussichtslose Suchen der Ursachen zahlreicher Mängel in den Genen. Denn sie liegen überwiegend in zivilisations-orientierten Umgangsformen mit ihren generationsübergreifenden epigenetischen Folgen.

MoodymitUlla5w.jpgMoody macht schon als Welpe positive Erfahrungen mit Menschen

Wenn wir das jetzt unter dem Aspekt der Haltung und Aufzucht von Whippets betrachten, dann wissen wir auch, das vorgeburtliche „Umwelteinflüsse und Erfahrungen“ sehr ernst genommen werden müssen.

Ich möchte hierzu die Ausführungen der o.g. Autoren unter Wissen – worauf es ankommt allen Mitbewerbern und Interessierten empfehlen.

Sind Whippets wirklich rassistisch?

Das sagen ja viele Besitzer, dass unsere Whippets rassistisch seien. Natürlich sind Whippets nicht dumm, natürlich erkennen sie schon am Äußeren, ob ein Hund irgendwelche Gemeinsamkeiten hat, die ihnen vertraut sind.  Aber rassistisch kann ein Whippet nicht sein, weil er nichts von Ideologien versteht. Der Hund weiß nichts von menschengemachten Theorien und Gesinnungen. In der Beziehung mache ich mich gern gleich mit meinen Hunden.

Wenn wir Hunde beobachten, da wo sie sich treffen, können wir Einblicke in die Frage erhalten, ob und womöglich warum, Whippets lieber ihresgleichen bevorzugen.

Da wird ein schwarzer Hund genauso begrüßt, wie ein roter oder beigefarbener oder weißer, ob Kurzhaar oder Langhaar, groß oder klein, alt oder jung.  Hier wird sogar ein Dobermann mit Beißkorb von den Whippets genauestens untersucht.

whippetsdobermann.jpgWhippets treffen auf einen Dobermann

Hundeauslaufgebiete sind ein Segen

Wenn ich woanders unterwegs bin, bemerke ich ein völlig anderes Verhalten der Hundebesitzer; sie sind viel unsicherer in der Begegnung mit fremden Hunden als ich es gewohnt bin. Oft verwehren sie ihren Hunden den Kontakt zu anderen, die sie nicht kennen. Der offene und vertraute Umgang mit vielen anderen Hunden von klein auf in den Auslaufgebieten fördert eine völlig andere Verhaltensentwicklung in Bezug auf das Miteinander der Vierbeiner…und auch der Besitzer.

hundeauslaufgebiete

Wir treffen oft auch Gruppen oder Besitzer mit mehreren Hunden, von den vielen Hundewalkern mit gemischten Gruppen ganz zu schweigen, so dass sich fremde Rudel oder fremde „Clans“ begegnen, die sich nie gesehen haben.

whippetsridgebackWhippets treffen Ridgebacks

Die allermeisten Besitzer und ihre Hunde hier sind großartig, aufgeschlossen und meistens alle friedlich.

Hunde aller Größen und Rassen können zusammen laufen, sich begegnen, begrüßen, abchecken oder ignorieren. Und die Whippets sind da mitten drin.  Sie haben genau gelernt, warum da einer so blöd stiert oder sich sofort auf den Rücken rollt, oder wen man besser ignorieren sollte.

whippetsuretriever.JPGWhippet und Golden Retriever

Im Hundeauslauf haben Whippets so viel zu tun und die Bewegung, das Laufen und Rennen fordert sie viel weniger als die Hundebegegnungen. Hier gibt es Kommunikation in Hülle und Fülle und alle Sinne sind gefragt.

Krita_andere.JPGKrita macht da nicht mit, schwarze lange Haare….nicht ihr Ding

Krita, das Ostfrieslandkind

Krita ist im hundearmen Ostfriesland groß geworden. Sie kannte nur Whippets von klein an und musste sich an andere Hunde gewöhnen lernen. Einmal von einem Schäferhund gejagt und in Panik geraten, hat sie nun ein Meideverhalten bei langhaarigen schwarzen Hunden entwickelt.

whippetsuandereHunde sind Hunde und wenn kein anderer Whippet da ist, dann hat man auch mit allen anderen Spaß 😉

Whippets bevorzugen andere Whippets

Es braucht nur einer irgendwo in der Ferne zu erscheinen, dann sind sie aus dem Häuschen. Was ja völlig logisch ist, denn mit welch anderen Hunden könnten sie sich so gut messen, wer kann ihnen folgen, wer kann die Kurven und Sprints und Wendungen genauso vollführen? Und vor allem, welch anderer Hund versteht schon so gut wie ein anderer Whippet  ihre Spiel- und Wettrennen, wer kann blitzschnell vorher ahnen, was Whippet will und kann, als nur ein anderer Whippet?

Den weißen Milki (?),so hieß er glaube ich, haben meine Whippets aus der Entfernung gesehen und mit ihm Wettrennen veranstaltet. Und genau dieses Foto zeigt, wozu nur ein Whippet fähig ist, nämlich mit einem Satz aus dieser verfänglichen Situation heraus nach vorn auf die Beine zu springen und mit Vollgas durch zu starten.

whippetundwhippetWhippets treffen Whippet und sie übertreffen sich in ihrer Sportlichkeit

Eine größere Freude gibt es einfach nicht, als sich in Schnelligkeit und Mut zu messen, so als würden sie mit ihren Muskeln voreinander protzen und zeigen wollen, wer denn nun der Schnellste, der Trickreichste und der Geschicksteste ist.

Das ist der m.E. einzige logische Grund, warum Whippets eben Whippets bevorzugen.

Das Gegenteil geschieht, wenn sie eine Gruppe Labbis treffen. Da ist kein Pep, kein Witz, ein für Whippets völlig unattraktives Verhalten, sie sind freundlich zueinander aber mehr auch nicht. Contenance wahren, aber Freude kommt da nicht auf.

whippetsuRetriever.JPGLabradors und Whippets

Da ist ein Setter schon wesentlich attraktiver. Hochläufig, temperamentvoll, da wollen Whippets schon mehr mit zu tun haben.

whippetssetterWhippets begrüßen freudig einen Irish Setter

Dieses Foto ist so typisch. Shiphra und Omnia kamen schnell angerannt, um mir etwas mitzuteilen und waren dann sofort wieder zurückgewetzt…..Sie hatten eine Truppe Whippets „gefunden“…oben am Bildrand sieht man sie rennen.

Whippets finden Whippets„wir haben Whippets gefunden“- anclicken zum Vergrößern

Sie haben es sich in den Auslaufgebieten schnell abgewöhnt Wettrennen mit anderen Hunde zu machen. Das haben sie gelernt, dass es nichts bringt. Aber untereinander, da geben sie dann richtig Gas.

whippetsJeannie und Shiphra.JPGShiphra und Jeannie

Und das ist wohl die einleuchtendste Erklärung, warum ein Whippet sich über einen anderen Whippet so freut. Whippets brauchen ädquate Partner. Insbesondere der Whippet in Einzelhaltung!