Amerikanische Whippets

Amerikanische Whippets werden nach dem AKC Standard gezüchtet, der sich insbesondere in der Größe und der Augenfarbe zum F.C.I. Standard unterscheidet. Alles, was ich von Amerikanern gesehen, gehört und gelesen habe, legen sie viel mehr Wert auf ein freundliches, sicheres Wesen. Womöglich ist der Hinweis im F.C.I. Standard nicht unbegründet.

Im Nachstehenden habe ich die wichtigsten Unterschiede der beiden Whippetstandards gegenübergestellt, bitte anclicken für größere Ansicht.

akc undfci standard Whippet

Die schöne Lizzy  erregt mit ihrem überragenden Sieg des Besten Puppy-Junior aller Rassen des American Kennelclubs hierzulande wegen ihrer Größe etwas Verwunderung. Deshalb möchte ich das noch einmal deutlich machen.

AKC_9397-800x600.jpg Fast 1.300 puppys und Junioren aller Rassen konnte Lizzy schlagen, Foto: AKC

Lizzy (Aperture I Think I’m Going to Like it Here) ist auf Plumcreek linienengzüchtet.
Meine Nancy (Seven Year Itch du Sac à Malices) war eine Enkelin des überragenden Plumcreek Chimney Swift, der noch im hohen Veteranenalter BIS gewinnen konnte. Es ist also nicht so verwunderlich, wenn Nancy’s  Nachkommen im Superfly’s B- und F-Wurf  auch größere Rüden hervorbrachten.

Nancy und Friggel.jpg
rechts Nancy mit Sohn Superfly’s Foggy Dew (Friggel)

Einflüsse amerikanischer Whippets auf Superfly’s und Koseilata’s

Nancy’s Nachkommen waren zuchtbeeinflussend über

Superfly’s Burlesque
→ Superfly’s No Doubt About

Superfly’s Foxy Lady
→ Superfly’s Pickaninny
→ Superfly’s Xy as Ecstasy (+ Bohem American Gigolo)
→ Superfly’s Euphoria (+ Chelsea Rumtruffle )
→ Superfly’s John Lee Hooker (Superfly’s Little
Jeannie, Superfly’s Lilly Marlene)
→ Superfly’s Omnia

→ Superfly’s U Be Mine
→ Koseilata’s Three Times A Lady
(+Geschwister + Nachkommen bis heute)

Koseilata’s Josephine Baker ist eine Enkeltocher des amerikanischen Delacreme Drangonslayer und sie ist u.a. die Mutter des Koseilata’s T-Wurfs. Zusammen mit Superfly’s U Be Mine hat es perfekt gepasst. Nun freuen wir uns auf weitere wundervolle Whippets von Koseilata’s. Der Grundstock ist bestens gelegt.

Die Vorurteile oder auch die Überbewertung der Amerikanischen Whippets halte ich für falsch. Wir müssen das nutzen, was dort an Charme, liebenswertem Temperament, schönen Köpfen heraus gezüchtet wurde ohne unsere Ideale des F.C.I. Standards zu vergessen (Größe, kleine Ohren, Gangwerk).

Übrigens: Myostatindefekt und Grippets gibt es immer nur da, wo auf Teufel komm raus ausschließlich auf Schnelligkeit gezüchtet wird. 

Lebendige Ahnentafeln sind unersetzlich

Es sind nicht einmal 7 Jahre vergangen und von einem der wichtigsten Züchter des europäischen Festlands kennt kaum noch jemand seinen Namen. Samoem‘s war der Zwingername für Whippets und Salukis von Tim Teillers.

Am 3. Juli 2011 ist er unerwartet und plötzlich in seinem Haus verstorben. Kurz nachdem er einen Prozess um seine Whippethündin nach langem Ärger mit einem anderen Züchter gewonnen hatte und eine hohe Summe Schadensersatz zugesprochen bekam. Wir haben uns oft geschrieben, so wusste ich von dem Verrat durch seine sogenannten Freunde. Die Todesnachricht kam wie ein Schock.

teillers Tim Teillers mit Ch.Lorricbrook Runaway at Shaltfleet und meine Stammutter Ch.Magadha Gracious mit Dagmar Kenis (heute Kenis-Pordham)

Auf facebook gibt es eine Erinnerungsseite von Freunden, aber nur mit Fotos seiner Samoem‘s Salukis. In der Whippetszene kennen ihn nur noch die alten Hasen. So flüchtig ist das sogenannte „Lebenswerk“, so schnell vergessen der Mensch. Bei uns ist es so nicht.

Teillers war ein Mensch, der sich nie von irgendwelchen Trends beeinflussen ließ. Er blieb seiner Idee treu, dem Standard und der Linienzucht. So riet Tim Teillers, der alles von der Pike auf gelernt hatte, und schon als Schuljunge Whippets bei einem Züchter betreute, dass ein angehender Züchter alles lernen muss, was er nur lernen kann. Und aus seinem Interview mit Henny v. d. Berg möchte ich folgende Aussagen von Teillers zitieren:

Ich habe auch nie den Drang verspürt, den neu gekrönten und weit herum bewunderten Champions nachzujagen, um sie in meine Linien einzubringen. Es war mein Ziel von Anfang an, meine Zuchtabstammung mit geplantem Linebreeding zu erschaffen; in der Überzeugung, daß jede Kombination nur Kompensation bietet, um so unerwünschte Merkmale aus zumärzen und erwünschte Qualitäten zu festigen. Dies ist ein ziemlich langsamer – manchmal frustrierender und meist teurer Vorgang. Ich bedaure, daß ich nicht im Stande war, mehr Würfe zu machen, um diesen Prozess zu beschleunigen. Aber, es ist der einzige Weg für mich, meine Linie einzuhalten, wenn ich jedes einzelne Tier kenne, das in den Ahnen meiner Hunde einen Platz einnimmt und daraus zu wissen, was mich in der nächsten Generation erwartet – da war schwerlich Platz für Experimente. Ich sollte auch klarstellen, daß nur ein Hund mit einem straffen Linien – Pedigree im Stande ist, seinen Phänotyp weiterzugeben – und dies macht das Züchten dann doch weniger zu einem Pokerspiel.

Und damit stehen Superfly‘s und Koseilata‘s im gleichen Sinn mit Teillers, denn auch wir lieben lebendige Ahnentafeln, will sagen: Je mehr Hunde wir von den Vorfahren selbst kennen, um so sicherer ist eine Auswahl bei der Zuchtplanung und eine Vorhersage zu den Nachkommen.

krönchen Krönchen, Foto: Nele Ellerich

Nehmen wir  als Beispiel Koseilata’s Everlasting Moon, liebevoll von Nele Krönchen genannt.

In ihrer Ahnentafel über 5 Generationen mit 64 Vorfahren sind es nur ganze 3 Whippets,

  • Delacreme Dragonslayer,3 x
  • Rothbury Rhythmic, 3 x und
  • Summit Alliance, 1x

die wir nicht persönlich kennen und nicht gesehen haben!

Das muss man einmal wirken lassen! Von 64 Vorfahren kennen wir 61 persönlich und haben die meisten davon auch selbst gezüchtet und aufgezogen.

Wenn Teillers sagte, dass ein Züchter alles lernen muss, was er nur kann, dann sehen Sie selbst, wie Koseilata’s und Superfly’s das beherzigt haben.

Eine lebendige Ahnentafel, die beim Anblick der Hundenamen gleich mit Leben gefüllt ist, kann durch nichts ersetzt werden! Hier ist die praktische Erfahrung eine Überlegenheit gegenüber allen theoretischen Analysen. Das ist es auch, was Teillers meinte.

krone_stand_3jahreKrönchen, standardtyp, Koseilata’s Everlasting Moon mit lebendiger Ahnenreihe, Foto: Nele Ellerich

Es wäre sehr schade, wenn Hundezucht nur noch nach Werten und Analysen betrieben werden soll. Diesen Eindruck gewinnt man heute leider immer häufiger, dass Zahlen und Buchstaben eines Laborergebnisses anscheinend über- und die züchterischen Erfahrungen abgewertet werden.

Die Whippets, die Sie von uns haben und hatten, sind sozusagen in der Tat handverlesen ;-).

Freuen Sie sich an den lebendigen Whippets.

In diesem Sinne einen schönen, lebendigen 3. Advent

Ein guter Whippet hat keine Farbe

Das stimmt, aber dennoch kann ich mich nicht davon frei sprechen, dass mir bestimmte Farben bei Whippets gut gefallen, auch schwarz, blau oder weiß. Und wie schön, dass jeder seinen eigenen Geschmack ausleben kann.

Weiß ist ja keine Farbe, sondern nur die Abwesenheit derselben, aber bleiben wir dabei, dass wir „weiße Whippets“ im Sprachgebrauch benutzen, weil sie halt so aussehen. Korrekt ausgedrückt handelt es sich um extreme Weißschecken.

gesch21Weiße Koseilata’s Zuchtgruppe 2006, Foto: Koseilata’s

2006 feierte die Koseilata’s Zuchtgruppe mit Koseilata´s Another Josephine, Koseilata´s Xiting Moonwalker; Ch. Koseilata´s Three Times a Lady, Ch. Koseilata´s Take me to the Moon, Koseilata´s Tea by Tiffanys, Koseilata´s Time after Time, Mutter und Großmutter Koseilata´s Josephine Baker ihren großen Erfolg an der Verbandssiegerausstellung. Das ist besonders erfreulich, weil die Weißschecken als Zuchtgruppe selten sind.

Schecken waren nicht immer angesagt

Ich erinnere mich an meine Anfänge im Ausstellungsring. Da sah man ausschließlich einfarbige rote oder gestromte Whippets mit schwarzer Maske. Da waren Schecken bei uns in Deutschland geradezu verpönt. Der weiße Import Ch.Bredand Percy Vere musste viele Ausstellungen erfolglos absolvieren, weil die Richter sich mit der Farbe schwer taten, aber dann irgendwann gelang der große Durchbruch; u.v.a. wurde er dreimal Europasieger über einen Zeitraum von 6 Jahren!

Früher sah man rot im Ring und heute fast nur noch bunt. So ändern sich die Geschmäcker, aber ich finde es immer schade, wenn sich eine Farbe oder Farbkombination zu sehr manifestiert, die Farbenvielfalt des Whippets nicht in aller Breite sichtbar wird. Für die Rasse Whippet gilt, dass der F.C.I. Standard keinerlei Farbbeschränkungen zulässt. Alle Farben und Farbkombinationen, sind erlaubt.

Aber auch Richter sind nur Menschen. Ein ungünstig gezeichneter Whippet kann da schon einmal durchfallen, obwohl es nicht so sein sollte. Irgendwie verrückt, aber Show ist halt Show. Whippets leben nicht für die Show, sondern mit uns.