Shiphra schwebt in guter Hoffnung

Seit dem Deckakt sind jetzt 4 Wochen vergangen und Superfly’s Shiphra ist in guter Hoffnung. Sie ist in so guter Hoffnung, dass sie sich nicht einmal stören lassen will. Sie geniesst es einfach, sich von den Hormonen in Schwingungen versetzen zu lassen. 😉

Was so gut angefangen hat, setzt Shiphra mit einer ruhigen und vollkommen entspannten Trächtigkeit fort. So sieht es jedenfalls aus.

shiphrakopfinddiedeckeShiphra ist trächtig

Shiphra, schau doch einmal! – hä, wie jetzt?!?! Völlig abwesend zeigt sie sich, um dann wieder in schöne Träume zu versinken. Es geht ihr sehr gut!

shiphra4wotr.jpgShiphra liebt jetzt ihre Mehrsamkeit. Die Welpen wachsen in ihrem Bauch.

Zu diesem Zeitpunkt kann die Trächtigkeit mit einer Ultraschalluntersuchung festgestellt werden. Aber da zugleich die Bildung der Organe beginnt, Augen und  Nervenstränge im Rückenmark, sind die Embryonen in dem derzeitigen Entwicklungszustand stark gefährdet für embryonale Entwicklungsstörungen, und kein unnötiger Stress soll auf die Hündin einwirken.

Shiphra selbst macht sich nämlich keinen, wie man sieht. Beine hoch und alles ist prima.

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Deshalb lassen wir keinen Ultraschall machen. Die sich gleichzeitig vergrößernden Zitzen nehmen eine unübersehbare rosa Färbung an, was für eine Trächtigkeit Indiz genug ist.

Wenn es jetzt alles weiterhin so gemütlich bleibt, dann wissen wir bald mehr und lassen uns einfach überraschen!

Gene sind nicht alles!

Da haben wir doch alle gelernt, dass die Gene alles bestimmten. Ob Hunde nun gesund oder krank oder verhaltensgestört oder prädestiniert für bestimmte Anfälligkeiten sind, das würde durch die Gene bestimmt. Aber Gene sind eben nicht alles!

hundezucht.jpginstinktsichere Krita bei der „Brutpflege“

Alte englische Züchter haben immer gesagt: Die Stärke eines Zwingers liegt bei den Hündinnen. Was Züchter schon damals wussten, wird heute nach und nach erforscht.

Heute wird gerade eifrig geforscht inwieweit sich Vererbung von Erfahrungen neben dem Genom abspielt, wie Gene „ein“ oder „stumm“ geschaltet werden durch epigenetische Modifikationen. Sie sind die Voraussetzung für hochkomplexe Regulationsmechanismen, die sicherstellen, welche Gene einer Zelle gelesen werden können und welche nicht. Noch sind längst nicht alle epigenetischen Prozesse bekannt, die die Aktivität von Genen steuern.

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Bleiben wir bei den Hunden. Hierzu schreiben Dr. sc.nat. Andrea Weidt, Dina Berlowitz, Heinz Weidt u.a. folgendes:

  • Bei einem Welpen entscheiden also die vorausgegangenen epigenetischen Einflüsse bei den Elterntieren (und unter Umständen auch der vorherigen Generationen), die eigenen vorgeburtlichen Erfahrungen im Mutterleib sowie die Erfüllung seiner emotionalen Bedürfnisse während der Aufzucht und in der weiteren Welpen -/Jugend- zeit einschliesslich der Pubertät darüber, wie gut das in ihm stecken.

  • Eine gute Aufzucht besteht nicht nur darin, dass der einzelne Welpe alle nötigen Schutz und Versorgungsqualitäten erhält.Genauso wichtig ist die Erfüllung jener emotionalen Bedürfnisse,die ihn innerlich stark machen und die heikle Phase der Umgewöhnung nach der Welpenabgabe bestmöglich gelingen lassen. Dazu bedarf es keiner Hexerei sondern konkreten Faktenwissens.

  • Das Wissen um die Funktion und Wirkung der Epigenetik erübrigt das aussichtslose Suchen der Ursachen zahlreicher Mängel in den Genen. Denn sie liegen überwiegend in zivilisations-orientierten Umgangsformen mit ihren generationsübergreifenden epigenetischen Folgen.

MoodymitUlla5w.jpgMoody macht schon als Welpe positive Erfahrungen mit Menschen

Wenn wir das jetzt unter dem Aspekt der Haltung und Aufzucht von Whippets betrachten, dann wissen wir auch, das vorgeburtliche „Umwelteinflüsse und Erfahrungen“ sehr ernst genommen werden müssen.

Ich möchte hierzu die Ausführungen der o.g. Autoren unter Wissen – worauf es ankommt allen Mitbewerbern und Interessierten empfehlen.

Moody hat’s auch drauf

Als Jungrüde hat sich Moody (Koseilata’s Moody Blues ) der Welpen des Koseilata’s N2-Wurfs angenommen und da ist er ganz genau in der Nachfolge von Superfly’s Gentle Glitter, der ganz verrückt nach Welpen war und sie eifrig geputzt hat bis zu Superfly’s John Lee Hooker, der sogar Hebammen-Hilfsdienste leistete, danach allerdings mehr als Lehrer und Erzieher tätig war. So duldete er nicht, dass sich ein Welpe zu dicht an ihn kuschelte. Interessant, wie unterschiedlich sie alle sind.

img_5229Moody als Youngster, Foto: Martina Hessel

Es ist in der Tat erstaunlich, dass es einige Rüden gibt, die auch gern die Welpen „bemuttern“. Nun freut mich sehr, dass auch Moody sich zu Welpen hingezogen fühlt.
Die Welpen sitzen ganz brav und „staunen“ Moody an.

pb070018Moody stellt sich vor und die Kleinen „Staunen“, Foto: Martina Hessel

Ok, Moody macht sich erst einmal klein und nähert sich in der Spielhaltung. Das werden die Welpen doch verstehen?

12345Moody fordert die Welpen auf und hat sich klein gemacht, Foto: Martina Hessel

So ermuntert lassen sie es sich nicht zweimal sagen und untersuchen den „Onkel“ genauer.

pb070009Neugier ist die Triebfeder des Lernens, Foto: Martina Hessel

Aber zu frech dürfen sie auch nicht sein, spielerisch wird auch gleich ermahnt.

pb070013Moody zeigt, wer der Ältere ist und bringt den Kleinen Respekt bei, Foto: Martina Hessel

Dann will sich Moody zu den Kleinen legen und besteigt das Körbchen. Inzwischen kennt man sich gut…nein, da gibt es keine Milchbar, stellen die Kleinen fest.

pb070012Hier gibt es nix zu holen, Foto: Martina Hessel

Na auch gut, dann haben die Welpen jetzt einen großen Bruder. Erst einmal genau untersuchen. Und Moody legt sich dazu und beobachtet genau, was ein anderer Welpe außerhalb des Körbchen treibt.

pb070022Und Moody mitten drin, Foto: Martina Hessel

Inzwischen sind die Welpen vertraut mit dem großen Moody und spielen sich in den Schlaf.

pb070016Moody muss alles kontrollieren, Foto: Martina Hessel

Und dann ist Moody irgendwie im Welpenrausch. Mitten drin und ganz gelassen.

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Beobachtung von Hunden ist faszinierend, immer wieder neu und immer wieder entdeckt man die Vielfalt der Charaktere. Es gibt zwar Ähnlichkeiten im Verhalten, aber jeder Hund ist doch einzigartig.