Whippetwelpen von Berufswegen anders

Whippets, ach wie lieb und brav sie doch sind, Seelchen auf vier Beinen. Stimmt, aber wäre da nicht die Welpenzeit. Sie geht so schnell vorbei, aber in einigen Fällen ist es eine echte Herausforderung.

Denn Whippetwelpen sind anders als andere Welpen, weil sie für einen bestimmten einzigartigen Zweck gezüchtet wurden: Ein Kanichen ausmachen, erkennen und auf kürzester Distanz fangen.

Whippetwelpen sind

1. viel schneller
2. viel wendiger
3. viel aufmerksamer
4. viel unerschrockener

Das alles hängt natürlich mit ihrem eigentlichen „Beruf“ zusammen, für den sie gezüchtet wurden. Das Kaninchen in einem Affenzahn fangen, bevor es im Bau verschwindet, erfodert Sprintstärke, Schnelligkeit, Wendigkeit, Beharrlichkeit, Unerschrockenheit. Da sind auch Dornenhecken oder Stacheldrahtzäune, unebenes Gelände und tiefe Löcher, Gräben oder Mauern kein Hindernis. Der so sanfte, zarte Whippet ist ein Vollblutsichtjäger und deshalb sind Whippets im Welpenalter mit 11 Wochen einfach nicht zu toppen und manchmal auch schwer zu stoppen.

Wenn sie sich in ihrem neuen Zuhause eingewöhnt haben und aus gutem Stall kommen, und viele Erfahrungen machen konnten, dann gibt es Welpen, die vor nichts Angst haben, die ständig ihre Fähigkeiten, die sie aufgrund der o.g. Erfordernisse erproben und weiterentwickeln…wie schnell schafft er es von Null auf Hundert zu sein, wie knapp kann er an einem Tisch- oder Menschenbein in vollem Karacho vorbei sausen und wenn dann noch ein Kumpel dabei ist, wie kann er diesen malträtieren, attackieren und an und oder auf ihm herum springen, all das sind Lernziele, die eben ein Whippet hat… Dem Besitzer wird es dann schwindelig, wenn er das sieht.

Schwindelig wird Elke, wenn sie sieht  wie klein King Kong Levin durchknallt , Energie scheinbar ohne Ende. Und ja, dass auch ein erzwungenes Herunterfahren nötig ist.

P1050257aLevin hat weder Hemmungen noch wird er müde, alle Fotos: Elke Backhaus

Christa meinte heute, die heutigen Futtersorten sind viel zu hochwertig, womit sie wahrscheinlich recht hat, dass das die ohnehin wilden Whippetwelpen noch mit zusätzlicher Energie versorgt werden ;-).

P1050531aHauen und Stechen, Zähnezeigen und wildes Toben…

Wenn es dem erwachsenen Hund endlich reicht, dann maßregelt er den Welpen, doch der Kleine wird es zwei dreimal immer wieder versuchen und „nachfragen“, ob das jetzt Ernst gemeint war.

Whippetwelpen sind so wach und schlau und nicht zu vergessen sauflink, so schnell kann man gar nicht gucken. Natürlich birgt das auch Gefahren, weshalb es schon nötig ist, das Fass nicht zum Überlaufen zu bringen.
Verzweiflung und Kopfschütteln wechseln zwischen Angst um den Welpen und eigene Nervenstärke ab.

Immer ruhig bleiben und aushalten. Das gibt sich wieder. Jetzt ist der Übermut groß und Whippets sind eben einfach im Welpenalter und wissen nicht wohin mit all ihrer Schnelligkeit, ihrem Übermut, ihrem Sprungvermögen und sie testen alles aus, was geht. Ob Hund oder Mensch und vor allem ihre eigenen Möglichkeiten.
Aber es gibt auch diese Szenen:

CIMG2427aerschöpft und glücklich

Oh ja, ich weiß, dass es wirklich manchmal an die Grenze des Erträglichen gehen kann. Aber so sind Whippetwelpen eben. Jeder gesunde Whippet muss im Welpenalter mehr oder weniger so sein. Die Phase vergeht und dann bedauern wir auch schon, dass der Whippet

Und so auch:

P1050564aLevin! ich bin doch soo lieb, Frauchen

 

Togo-Mania oder got Togo!

Wir haben Togo bekommen! So oder ähnlich könnte die Geschichte um den Einzug des Welpen anfangen und sich dann in eine Togo-Mania entwickeln? Sehen Sie doch selbst:

IMG_20190430_111125.jpgTogo mittendrin, davor der gute alte Bo und dahinter Jack, Fotos: privat

Sonja schreibt:

„Mit dem Schulbeginn änderte sich auch der Rhythmus für Togo. Moritz und Magnus wechseln sich morgens ab und stehen jetzt 30 min. früher auf, um mit Togo die Morgenrunde zu gehen. Da er jetzt bis morgens 6 Uhr durchschläft, macht er auf der Morgenrunde mit den großen Whippets das zweite Mal. Am Vormittag ist meine Arbeitszeit draußen bei Hühnern und Pferden und da sind dann auch alle drei Hunde dabei. Auch das hat Togo sofort verstanden. Er liegt mit in der Hundebox oder spielt auf dem Kissen davor. Ich bin immer wieder aufs Neue begeistert wie schnell er lernt. Obwohl er dort wo die Hunde liegen auch sein Geschäft verrichten könnte, meldet er sich lautstark, damit ich mit ihm an seinen Löseplatz gehe.
Als wir ihn in Mechernich besucht haben habe ich viel Zeit damit verbracht, Shiphra zu beobachten wie sie erzogen hat. Das und das Beobachten hier wie Jack das mit Togo macht, helfen sehr, Togo seine Grenzen aufzuzeigen. Er reagiert darauf sehr gut und es läuft alles bestens.
Zwischendurch nehmen wir ihn auch immer wieder alleine mit, damit er sich nicht nur auf die Großen verlässt. Auch das meistert er Klasse.
Wenn die Stallarbeit erledigt ist, mache ich meine Hunderunde mit den dreien alleine. Da wir erst ein Stückchen laufen müssen bevor Freilauf möglich ist, läuft Togo an der Leine mit bzw. ich trage ihn streckenweise, damit es nicht zu viel wird. Auch der Freilauf klappt super. Er achtet gut auf mich und hängt nicht nur bei den Hunden.
Alles in allem haben wir alle die ersten 10 Tage klasse gemeistert und empfinden Togo jeden Tag aufs Neue als Bereicherung für uns alle.“

IMG_20190430_120604Togo auf der Morgenrunde

Und natürlich sind die Kinder, wie ich es erwartet habe bei den beiden Jungs, einfach großartig. Früher ausstehen, um mit Togo zu gehen!

IMG_20190429_133938Lernen und Togo ist dabei

Als Nachsatz schreibt Sonja noch:

„Habe grad gelesen, was Jochen über Rosy schreibt. Das kann ich nur bestätigen. Togo ist sehr selbstbewußt und manchmal respektlos den Großen gegenüber. Jack greift da klar durch und Bo tut dies hin und wieder auch. Den Rest übernehme ich. Gestern hatte ich den Zeitpunkt verpasst, Togo rechtzeitig raus zu nehmen und er drehte total über und wurde etwas rasend. Dann habe ich es wie Shipra gemacht und ihn so lange unten gehalten bis er sich „ergab“. Das hat er schnell verstanden, Shipra sei Dank. Heute morgen habe ich früher sehen können wohin die Reise geht und habe ihn in den Arm genommen. 2 Minuten später war er eingeschlafen und alles war gut.“

Das lese und teile ich doch gern. Vielen Dank für den ausführlichen Bericht, liebe Sonja, und alle Achtung für eure Jungs. Sag ihnen, wie wunderbar ich finde, dass sie Verantwortung übernehmen. Applaus für M&M!!! und für eure gute Erziehung Respekt.

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Togo mit Jack unterwegs im Freilauf

Und nach einem aufregenden Tag schläft Togo dann, wie könnte es anders sein, auch viel auf dem Arm. Es sind ja genug Arme vorhanden in dieser feinen Familie 😉 .

TogoarmTogo im Arm, alle Fotos: privat

Weiter so kleiner Togo.

Rosy und Amy

Neues gibt es auch von Rosy. Sie hat sich nicht nur gut eingelebt, sondern ist ungebührlich kess zu Amy.
Jochen schreibt:

„Sie wird immer munterer und sicherer. Frisst gut, schläft viel und ist, so glaube ich auch schon wieder etwas gewachsen. ..Süss, hört recht gut (erstaunlich) ist aber auch wild und lässt Amy wenig Ruhe. Amy macht zum Teil mit, springt auch hinter ihr her, sie jagen zusammen Spielzeug, aber manchmal faucht sie Amy auch an.

Das Unterordnen wirkt aber nur kurz. Rosy zieht den Schwanz ein, wirft sich auf den Rücken und 10 Sekunden später springt sie Amy wieder an.“

Hier ein kleiner clip von Jochen:

Im Garten hechelt Amy und  Rosy genießt es in ihrem Schatten zu relaxen.

IMG-20190502-WA0056.jpg Amy ist fertig mit den Nerven 😉 alle Fotos: Jochen Schell

Leider fiel der Besuch der Welpengruppe aus, es gab Schnee und Dauerregen, somit zogen alle das Sofa vor.

IMG-20190504-WA0043.jpgRosy und Amy schlafen

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und nochmal schlafen, wie schön Ruhe und Entspannung

Wie es aussieht, hat Amy es nicht leicht, aber vielleicht greift sie einmal durch. Wenn nicht übernimmt Rosy das Ruder.

Wenn Welpen so respektlos und übermütig gegenüber erwachsenen Hunden sind, kann das ins Auge gehen. Sprichwörtlich. Shiphra musste das damals erfahren, als sie John ebenso traktiert hat. Es wäre also keinesfalls unsinnig, solch einen aktiven Welpen mal selbst auf den Rücken zu legen und ihn zur Ruhe zu zwingen. Calm down puppy! Wenn er dann etwas abgekühlt ist, kann es ja wieder weitergehen. Erinnere an Shiphra’s Erziehung. Das machen Hundemütter nicht nur zur Belustigung, sondern damit die Welpen korrektes Verhalten fürs Leben lernen.

In jedem Fall geht es Rosy super. Und in der Farbe nähert sie sich immer mehr der einzigen im U Wurf Superfly’s Unique an. Sehr schön.

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Rosy hat es faustdick hinter den Rosenöhrchen 😉

Gut sozialisierte Welpen haben einfach mehr Erfahrungen und mehr Mut. Doch es ist besser sie zu bremsen, als Ängstliche überhaupt zu motivieren einmal aus sich heraus zu gehen.