Mimik bei Welpen

Nun sind bei den 7 Wochen alten Welpen bereits alle Gesichtsmuskeln ausgereift, die für das mimische Ausdrucksverhalten notwendig sind.

IMG_6459Shiphra hat ihre Kinder im Griff, Rosy in vorbildlicher Rückenlage

Schon früh wird angefangen zu lernen, was überlebenswichtig ist und zum Verhaltensrepertoire eines Hundes gehört. Dazu zählt auch die Mimik des Gesichts, die gelesen und ausgedrückt werden kann.

Das freundliche, glatte Gesicht, die Augen beobachten den Bruder.

IMG_6393Silver spielt mit Grasbüschel, beobachtet aber aufmerksam die Geschwister

Köpfchen schräg legen, Stirn in Falten…verwenden Hunde auch gegenüber Menschen, was dann als „niedlich“ verstanden wird.

IMG_6354Wingi hat das gut raus, wenn er „nachfragen“ will, dann legt er den Kopf schräg

Beim Angriff jeden Blickkontakt vermeiden, eher „hilfesuchend“ um sich blicken.

IMG_6361Togo hat Silver am Wickel, der sich aus der Situation schleichen will.

Noch aufmerksam aber kurz vor dem Einschlafen, versucht sich wach zu halten, Stirn in Falten ein Ohr nach hinten, aber die Augen gehen schon zu.

IMG_6444Wingi nach wildem Spiel mit immer relaxterem Gesichtsaudruck im Übergang zum Tiefschlaf

Angestrengt, die Adern treten leicht hervor, aufmerksam, auf der Hut sein, aber den anderen nicht den Anschein geben und sie nicht direkt ansehen.

IMG_6399Wingi bleibt aufmerksam und zum Sprung bereit, tut jedoch desinteressiert

Neutrales Gesicht, in sich gekehrt, im flow.

IMG_6384Togo ist in seiner eigenen Spielwelt

Freundliches, aufgeschlossenes, neutrales Gesicht.

IMG_6381 Levin (King) aufgeschlossen mit freundlichem Gesichtausdruck

Das nachstehende Foto hat mich zu dem Beitrag hier motiviert. Ein Glücksfall, denn so deutlich habe ich das mit 7 Wochen noch nicht wahrgenommen.

Böses Gesicht, gekräuselte Nase und starrer Blick.

IMG_6395 ein völlig anderer Ausdruck als im Foto davor, Levin (King) macht ein drohendes Gesicht

Es ist ja nicht so, dass Welpen eben klein und dumm sind. Das sollte ich jeder Welpeninteressent vor Augen führen. Ich hoffe die Fotos geben einen kleinen Eindruck.

Mutterglück – Welpenglück

Wie unterschiedlich Whippetmütter sein können, dürfte kein Geheimnis sein. Aus meiner Praxis habe ich von nonchalant bis übereifrig oder gluckenartig alles erlebt. Faszinierend, wenn man es genau beobachtet. Ganz interessant war Krita, die ja einerseits sehr an mir hängt und schon ab der 3. Nacht mit Saugwelpen stundenweise in meinem Bett verbrachte, obwohl sie einen extremen Hang zur „Bemutterung“ ihrer und auch anderer/ fremder Welpen hat.

zazakritaKrita putzt hier Diva’s Tochter Organza mit Hingabe

Inwieweit vererbt sich das Mütterverhalten?

Eine interessante Frage wie ich finde. Und jetzt möchte ich nicht nur das gute und normale Brutpflegeverhalten wie Säugen, Säubern und Erziehen betrachten, sondern das Sahnehäubchen. Bleiben wir in meinen letzten Generationen von Müttern, um Vergleiche ziehen zu können, da ich natürlich das am besten bei meinen eigenen Hündinnen beobachten konnte.

Shiphra ist eine sehr pragmatische Hundemutter, anders als ihre eigene Mutter Omnia es war und wieder anders als deren Mutter Diva. Während Diva ihre Welpen mit Hingabe fürsorglich nicht nur in der Brutpflege betreut hat, war sie auch eine moderate Erzieherin, die viel mit ihren Welpen gespielt hat und gern bei ihnen lag. Diva hat auch die Welpen von ihren Töchtern gehegt und sogar gesäugt, ebenso wie Krita die Welpen ihrer Mutter und Halbschwester umsorgt und sogar gesäugt hat.

Die meisten meiner Hundemütter hatten große Freude an ihren Welpen, das zeigte sich auch in der langen Zeit des Säugens, aber vor allem in dem „Betuddeln“ und der körperlichen Nähe zu den Welpen, die außerhalb des normalen Rahmens lag.

Echte Lust auf ihre Welpen

Sowohl Diva, Ufo, Little Jeannie, Krita und Omnia hatten wirklich echte Freude und Lust an ihren Welpen. Das heißt, dass die Mütter auch mit ihnen zusammen lagen, sich mit ihnen beschäftigten wegen der m.E. engen Bindung, die sie zu ihnen hatten.

Omnia war alles in allem  darüberhinaus eine Mutter, die ihren Welpen spielerisch so viel beigebracht hat. Sie hatte einfach Lust und Freude an ihren Welpen!

jeanniewoody1 Jeannie mit Woody, eine extra Qualität von Mutter-Welpen-Beziehung

Superfly’s Little Jeannie hat sich ebenfalls viel mit ihren Welpen beschäftigt; man konnte erleben, dass sie die Nähe zu den Welpen einfach genoss.

100_0507Ufo (Superfly’s Euphoria) mit John und Jamie

Genauso war ihre Mutter Ufo, die sich solange die Welpen da waren, immer in ihrer Nähe aufhielt. Und sie putzte ihnen auch die Ohren als sie größer waren.

Shiphra erledigt zur Zeit ihre nötige Arbeit und sorgt für „Zucht und Ordnung“. Das ist mir bis dato aufgefallen. Und ich frage mich warum ist das so?

Hundemutter erziehtShiphra bringt ihren Kindern „Zucht und Ordnung“ bei

Bis jetzt konnte ich nicht erleben, dass sie sich länger als nötig bei ihren Welpen aufhielt. Das finde ich sehr interessant. Es wäre aus ihrer genetischen und epigenetischen Ausstattung nicht zu erwarten, dass sich Shiphra so verhält.

Was läuft da also anders?

Derzeit sind die Welpen im Welpenauslauf untergebracht, somit räumlich von der Mutter getrennt.  Das war übrigens sogar Erfordernis bei meinen letzten Würfen in der Landesgruppe Berlin im DWZRV, wo der Zuchtwart mir vor schrieb, die Welpen gegenüber im Nebengelass unterzubringen, anstatt in meiner Wohnküche mit direktem Ausgang zur sehr großen Terrasse und sehr großem Garten.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch einmal auf das Experiment der freien Welpenaufzucht eingehen. Da ich meine Hunde und Welpen gern  so frei wie nur möglich mit Mutter und anderen erwachsenen Whippets zusammen aufwachsen ließ, konnte ich folgende Beobachtungen machen:

  1. Mütter, die sich mit ihren Welpen relativ frei außerhalb eines Welpenzwingers bewegen können, verbringen viel mehr Zeit mit und bei ihren Welpen.
  2. Mütter, die viel Zeit mit ihren Welpen verbringen, erledigen zuerst die notwenige Erziehung und danach widmen sie sich ihren Welpen in Bezug auf Zusammenliegen und Genießen.
  3. Mütter, deren Welpen in  Welpenauslauf/Welpenunterkunft untergebracht sind,  erledigen nur das Nötigste.

Eine naturnahe Aufzucht wird aber nach meiner Vorstellung einfach nicht immer möglich sein. Zum einen um die Welpen zu schützen, zum anderen, weil die Gegebenheiten nicht vorliegen oder aber auch der Züchter nicht die meiste Zeit mit den Welpen zu Gange sein kann.

Aber: Es ist und bleibt nach meiner Erfahrung die allerbeste Art und Weise und sowohl haben Hundemütter und Welpen einen unermesslichen Erfahrungsschatz und letztendlich der Züchter selbst. Hundezucht muss Freude machen, allen Beteiligten, meine ich.

welpe mit mutterJeannie mit Woody, freie Welpenaufzucht ist das Idealste und ein Züchter mit viel Zeit – aber leider nicht einfach machbar

Nun werden Shiphra und ihre Welpen in dieser Woche stundenweise ihre gemeinsame Zeit auf der großen Wiese verbringen können. Darauf freue ich mich und werde dann davon berichten.

 

6 Welpen 6 Wesen 6 Wochen

Heute sind die Koseilata’s T2 Welpen schon 6 Wochen alt. Und was soll ich anderes sagen, als dass ich einfach begeistert bin. Ich würde bei diesem Wurf eines herausstellen:  Wesensqualität. Familiär bedingt, scheint sich das Beste der Verhaltensmerkmale kombiniert zu haben.

Koseilata's Moody BluesGestern war Papa Moody (Koseilata’s Moody Blues) -siehe Foto links – bei uns, dessen liebenswürdiges Wesen, ein permanent wedelndes Schwänzchen bei leisester Ansprache und ein zauberhafter liebevoller Blick den Rüden in seinem Charme und seiner Schönheit die Krone aufsetzen. Shiphra die bewährte Mutter mit ihrem freundlich-sicheren Wesen und ihrer konsequenten Erziehung hat hier grosse Arbeit geleistet.

Diese Verpaarung hat wesenstechnisch von beiden Eltern das Gute hervorgebracht. Alle sind gleichermaßen aufgeschlossen, menschenbezogen, fröhlich aber auch gelehrig. Sie haben ihren Rhythmus gelernt. Wenn ich z.B. abends nach der letzten Fütterung die Spielsachen und Liegeplätze weg räume, dann gehen alle schnell noch ihre Geschäfte erledigen und einer nach dem anderen verschwindet dann sang und klanglos ins „Bettchen“. Kein Plärren am Zaun, kein Kreischen oder Jammern, sie gehen dann einfach in die Luke. Fertig.

Koseilata's T 2 Wurf im Alter von 6 WochenKoseilata’s T2 Wurf im Alter von 6 Wochen, v.l.n.r. Tito, Togo, dahinter Silver, Rosy, King und Wingi   – Whippetwelpen sehen nicht knautschig süß und tapsig aus, sondern wirken eher ernst und erwachsen

Die feinen Nuancen in den Charakteren möchte ich so darstellen:

Wingi, der mir ja schon mit 4 Wochen auffiel, kann irgendwo vor mir sitzen und wenn ich ihn anspreche, dann stürzt er nicht gleich auf mich zu, sondern dreht sein Köpfchen von links nach rechts und dann wieder von rechts nach links. So drollig! Sehr sensibel und menschenbezogen, ein feiner Kerl, distinguiert liebenswert mit Aussdruck und Charme.

Sein „Zwillingsbruder“ Tito fällt in die gleiche Kategorie. Er allerdings will liebend gern auf den Schoß und bleibt dort auch „selig“ liegen.  Sehr anhänglich, sanft und bescheiden. Er kommt auch sofort, wenn ich ihn rufe.

Die Hündin Rosy als einziges Mädchen ist eine schöne kleine Dame, die fröhlich und munter unterwegs ist, sofort bei allem Neuen die Nase vorn hat und sich auch mit den Brüdern anlegt bzw. nicht zurück steckt. Keine Zeit für Albernheiten.

Koseilata's Tansania RoseRosy mit ernster Mimik, aber logisch doch, sie ist ein Whippet und muss alles beobachten und schnell begreifen

Silver (That’s it) ist Holgers pick of the litter, wie schon sein Name sagt, ein schicker kleiner Rüde mit viel Ausstrahlung und Charme, zauberhaft und liebenswert.

Koseilata's That's itSilver kann auch fröhlich und schnell sein 😉

King ist allem Neuem aufgeschlossen und kann mit Spielzeug „einen Affen machen“. Auch er macht keine Ausnahme und belagert den Menschen und bewohnt ihn sehr gern. Ein witziger fröhlicher Whippet eben…

Koseilata's True King bei King ist alles irgendwie niedlich, selbst das Knabbern eines Bisquits

Togo hat von all den andern Etwas, ist sowohl, als auch anhänglich, ist verspielt, aber auch brav, Er hat Präsenz, kann überschwänglich fordern, aber auch einfach nur auf dem Schoß sein. Ist mit allem glücklich. Rosy und Togo sind die beiden „Anstifter“ zu allem.

Whippetwelpen 6 WochenTogo und Tito ebenfalls mit stockernstem Gesichtsausruck, man sieht förmlich, wie sich die Synapsen bilden 😉

Die Fotos zum &-Wochengeburtstag sind nach einem anstrengenden Besuchertag entstanden, an denen die Welpen viele neue Menschen gesehen haben, ein Huhn durch den Auslauf gejagt haben, Shiphra sie abgemahnt hatte und Daya, die Jüngste im Hause Koseilata’s auch bei ihnen zu Gast war.

Koseilata's True KingKing „kämpft“ wieder eine Maus nieder – Spaß muss schließlich auch sein.

Werden wir abwarten, wie sie sich weiter entwickeln. Bis jetzt ein toller, sehr braver Wurf. Alle neugierig, aufgeschlossen, menschenbezogen, wie es sich gehört. Sehr süße Welpen, die schnell lernen, die täglich neue Menschen und Sachen kennenlernen und damit ihren Horizont erweitern und das Gehirn trainieren für neue Aufgaben.

Es sind noch nicht alle Welpen endgültig verteilt. Ernsthafte Interessenten können sich gern melden.