Welpenerziehung – von Hunden lernen

2. Teil

Wir sehen meist nur einen kleinen Ausschnitt des Verhaltens. Und wir sehen auch nicht immer wie wild und feurig Welpen in ihrem Überschwang von Lebensfreude und Fähigkeiten mit erwachsenen Rudelmitgliedern umgehen. Anrempeln und Anspringen gehört auch zum Austesten aber kann auch einfach aus der Situation ungewollt entstehen.

whippets.deKrita wird von Silas körperlich umgarnt,  Krita schaut ihn nicht an, also Stimmung entspannt

Wir Menschen sehen zu wenig

Wenn die Welpen im Züchterhaushalt durch die Wohnung toben, dann lässt es die erwachsenen Hunde völlig kalt. Die Welpen können bellen, kläffen hin und her rennen, sich gegenseitig „massakrieren“, die Erwachsenen bleiben vollkommen unberührt davon. Solange sie klein sind, tolerieren sie das. Das sollten wir Menschen auch tun und sie nicht immer unterbrechen. Solange sie keine Kabel aus der Wand ziehen und nur mal wild herum rennen, halten wir die Minuten Welpenwahn besser aus.

Erst mit dem Älterwerden greifen die erwachsenen Hunde ein. Wenn das wilde Getue sie in ihrer Ruhe stört oder wenn die Welpen sich versehentlich in ihrem Tobewahn der Intimsphäre und -grenze nähern, dann setzt es etwas. Eine Maßregelung muss immer Wirkung erzielen, sonst ist sie sinnlos. Das können Hunde hervorragend, denn ihr Zusammenleben muss nun einmal harmonisch sein. Wer da als Welpe quer treibt und sich nicht einordnet, der wird verwarnt und wenn er dann immer noch nicht hören will, dann muss er halt fühlen.

Maßregelung will der Welpe unbedingt vermeiden, dann eine Verwarnung mit den Zähnen eines erwachsenen Hundes tut weh. Und jeder Welpe, der das einmal erfahren musste, wird alles vermeiden, sich noch einmal eine einzufangen.

Also lernt der Welpe im sehr frühen Alter, wie er sich dem ein oder anderen Hund nähern darf, wie viel Nähe der andere zulässt oder ob es nicht gleich besser ist, einen großen Bogen zu machen, so zu tun als sei er besser gar nicht da. Oder aber geduldig ertragen, wenn er auf den Boden gedrückt oder auf den Rücken gedreht wird. Das Stillhalten beschwichtigt.

Also merken wir uns doch einfach das: Stillhalten, wenn es nötig ist, konsequent einfordern. Jeder Welpe hat das gelernt und deshalb dürfte es keinen Whippet geben von dem die Besitzer sagen: er hält ja nicht still.

Unterordnung im WhippetrudelUnterwerfung oder Unterordnung sind notwendig und je früher die Welpen das lernen, um so besser

Alle auf einen, wie in diesem Foto, kann schon beim Anblick Mitleid für den Kleinen wecken, oder? Keine Angst es sieht und hört sich manchmal schlimmer an, als es ist. Aber es ist äußerst wirksam.

Interessanterweise sind manche Welpen andauernd dran und die Erfahrung lehrte uns, dass die erwachsenen Hunde genau einschätzen können, wer es „braucht“ und mit wem sanfter umgegangen werden kann.

Das Erziehungsspiel bei Whippets ist mitunter hart, wenn das gesamte erwachsene Rudel einen Welpen fängt, nieder bringt und alle ihn fixieren ob mit den Augen oder der Schnauze. Auch dieses Erziehungsspiel ist natürlich jagdmotiviert. Für den Welpen ist es absolut notwendig still liegen zu bleiben und sich am besten nicht zu rühren. Verharrt er lange genug, wenden sich die Erwachsenen ab und wenn er jetzt aufspringt und losrennt, dann werden sie ihn erneut packen und das Spiel geht von vorne los. Also lernt der Welpe, dass er sich langsam aus der Gefahrenzone zu entfernen hat.

Whippets sind in allem einfach durchgeknallter und neigen zum temperamentvollen Übertreiben. aber was ein echter Whippet ist, der hält das auch als Welpe aus. Und wenn er das gelernt hat, dann hat er für sein Leben gelernt.

Übliche Schnauzen“Griffe“

Whippets und Niederhalten per SchnauzengriffDer Nackengriff von oben, damit wird der meist rennende Welpe gestellt und gehalten und zum Stillhalten verdonnert

Whippets erziehen ihre WelpenAushebeln, indem der Welpe am Oberarm gepackt und auf den Rücken gedreht wird

Dieses Niedermachen sieht schlimmer aus, als es ist. Die Rudelgemeinschaft quält nicht, sie setzt Grenzen und macht die Welpen stärker und wesenssicher, sowohl im Umgang mit  fremden Hunden als auch mit dem Menschen.

SchnauzengriffDer Griff über den Fang ist eine ernste Ermahnung

Es passiert also unter Hunden das genaue Gegenteil von ausschließlichem Verzärteln oder Verhätscheln, was wir so gern machen. Erziehung besteht nicht nur aus den vorgenannten Ermahnungen und Abstrafungen, sie wird gleichermaßen durch Spiel, Fürsorge, engem Kontakt und Zusammensein, ergänzt und das bietet Sicherheit und fördert den Gemeinschaftssinn.

Aus all dem kann der künftige Welpenbesitzer lernen und gern auch bei seinem eigenen Welpen anwenden. Das erste ist: Vertrauen aufbauen, damit eine Beziehung entsteht. Eine Mensch-Hund Beziehung wächst mit der Erfahrung.

Teil 1

Ein guter Whippet hat keine Farbe

Das stimmt, aber dennoch kann ich mich nicht davon frei sprechen, dass mir bestimmte Farben bei Whippets gut gefallen, auch schwarz, blau oder weiß. Und wie schön, dass jeder seinen eigenen Geschmack ausleben kann.

Weiß ist ja keine Farbe, sondern nur die Abwesenheit derselben, aber bleiben wir dabei, dass wir „weiße Whippets“ im Sprachgebrauch benutzen, weil sie halt so aussehen. Korrekt ausgedrückt handelt es sich um extreme Weißschecken.

gesch21Weiße Koseilata’s Zuchtgruppe 2006, Foto: Koseilata’s

2006 feierte die Koseilata’s Zuchtgruppe mit Koseilata´s Another Josephine, Koseilata´s Xiting Moonwalker; Ch. Koseilata´s Three Times a Lady, Ch. Koseilata´s Take me to the Moon, Koseilata´s Tea by Tiffanys, Koseilata´s Time after Time, Mutter und Großmutter Koseilata´s Josephine Baker ihren großen Erfolg an der Verbandssiegerausstellung. Das ist besonders erfreulich, weil die Weißschecken als Zuchtgruppe selten sind.

Schecken waren nicht immer angesagt

Ich erinnere mich an meine Anfänge im Ausstellungsring. Da sah man ausschließlich einfarbige rote oder gestromte Whippets mit schwarzer Maske. Da waren Schecken bei uns in Deutschland geradezu verpönt. Der weiße Import Ch.Bredand Percy Vere musste viele Ausstellungen erfolglos absolvieren, weil die Richter sich mit der Farbe schwer taten, aber dann irgendwann gelang der große Durchbruch; u.v.a. wurde er dreimal Europasieger über einen Zeitraum von 6 Jahren!

Früher sah man rot im Ring und heute fast nur noch bunt. So ändern sich die Geschmäcker, aber ich finde es immer schade, wenn sich eine Farbe oder Farbkombination zu sehr manifestiert, die Farbenvielfalt des Whippets nicht in aller Breite sichtbar wird. Für die Rasse Whippet gilt, dass der F.C.I. Standard keinerlei Farbbeschränkungen zulässt. Alle Farben und Farbkombinationen, sind erlaubt.

Aber auch Richter sind nur Menschen. Ein ungünstig gezeichneter Whippet kann da schon einmal durchfallen, obwohl es nicht so sein sollte. Irgendwie verrückt, aber Show ist halt Show. Whippets leben nicht für die Show, sondern mit uns.

besser schlafen mit Hund im Bett

Elke schickt mir einen Link: Frauen schlafen besser, wenn ein Hund mit im Bett ist. Warum die Befragung nur unter Frauen stattgefunden hat, erschließt sich mir absolut nicht. Wissenschaftliche Studie wird das dann genannt…Nicht nur Frauen nehmen Hunde ins Bett. Was sollte damit bezweckt werden, nur Frauen zu befragen?

Wir als Whippetmenschen wissen eins. Whippets sind die typischen Betthunde, ich glaube es geht gar nicht, dass ein Whippet draußen bleiben muss, jedenfalls nicht aus seiner Sicht. Und so ist es doch auch, dass die meisten Whippets, wenn nicht beinahe alle, mit ihren Besitzern das Bett teilen, Natürlich auch Männern!

Ein guter Schlaf ist wichtig. Whippets sind die besten Engkuschler und die besten Wärmflaschen und es gibt auch solche, die sich die ganze Nacht nicht vom Fleck bewegen. Sozusagen an-gekleistert sind. Daran gewöhnt man sich mit den Jahren so sehr, dass es einfach dazu gehört.

Whippet im Bettdas Bett ist Whippets der heiligste Ort eng bei seinem Menschen

Es gibt halt auch Menschen, die behaupten Hunde gehören nicht ins Bett. Wie sie darauf kommen?

Ein Hund gehört zu seinem Besitzer und wenn dieser schläft, schläft auch sein Hund. Und will nicht aus der Gemeinschaft mit ihm ausgestoßen sein. Ein Whippet schon gar nicht. Und ein Whippet in Einzelhaltung erst recht nicht.

Natürlich will das sein Mensch auch nicht und somit gehört Whippet auch ins Bett. Die Bindung zu seinem geliebten Menschen lässt nichts anderes zu, als auch nächtens das Bett zu teilen.

 

 

Whippets lieben Komfort

Als ich hörte, dass Synti (Superfly‘s Syntyche) nicht so gern in das neue Auto einsteigt, es ist übrigens ein schicker Clubman, da musste ich schallend lachen und witzelte: könnte Epigenetik wirklich über 5 Generationen wirken?

Die Vorgeschichte: Synti liebte es in der Jaguar Limousine zu reisen. Meine Stammmutter Pebbles (Magadha Gracious), wurde damals von ihrem Züchter aus Belgien standesgemäß auch in einer Jaguar Limousine abgeholt. Und Pebbles stand das auch zu. 😉

pebbles

wo ist mein Jaguar gähnt Pebbles 😉

Da thronte sie als Welpe wie in Abrahams Schoß und weigerte sich später in ein anderes Auto einzusteigen.

Es ist wirklich kein Witz!

Witzig daran ist lediglich, wie sehr doch Whippets den Komfort schätzen und dass sie gern ein komfortables Gleiten dem normalen Fahren vorziehen. Wenn die Prinzessinnen reisen, sollte sie kein Erbschen drücken…😉

Aber nicht nur beim Reisen wollen Whippets es warm, weich und kuschelig haben.

Whippetextras

Wer whippets hat, weiß es. Sie müssen immer weich, extra weich, warm, extra warm liegen…und das, obwohl sie selbst so viel Wärme abgeben. Sie sind die allerbesten Wärmflaschen.

Marion Eckhardt-Gräfermann hatte Mühe, bis ihre Whippets endlich das Sofa in der Werkstatt annahmen. Sie wollte gern, dasss die Hunde bei ihr sind, wenn sie arbeitet. War ja eine gute Idee, aber die Gesichter der Whippies teilen das offensichtlich nicht. 😉

whippetssofaSuperfly’s Tirza und Tabitha und links Lotte , Foto: Marion Eckhardt-Gräfermann

Es reicht nicht nur ein weiches Sofa, darauf muss noch ein weiches Körbchen stehen und dann am besten noch eine weiche Decke zum hinein kuscheln und das möglichst an einem sonnigen Plätzchen.

WhippetextrasSuperfly’s Krita, gerade eben, eingekuschtelt, während Omnia unter dem Körbchen, unter der Bettdecke an der Heizung schmort und John im Körbchen auf dem Sofa versucht jeden Sonnenstrahl einzufangen

Ist das die notwendige Extraausstattung für ein glückliches Whippetleben? So bescheiden sie sonst sind, hier haben sie ganz besondere Ansprüche.

Whippets eben!

halsbrecherische Momente

Welpen und junge Whippets, die ihre Schnelligkeit verstanden haben, übertreiben leicht mit ihren Fähigkeiten. Da erleben wir dann halsbrecherische Momente, bei denen einem der Atem stockt. Ehrlich gesagt, kann man da wirklich leicht geschockt sein und welche Erleichterung, wenn dann alles gut gegangen ist. In jedem Fall hat der Whippet dann wieder etwas gelernt…und wir auch.

Dramatische Aktionen gehören insbesondere in der Jugend der Whippets dazu. Allein wenn sie rennen sind sie einfach viel zu schnell. Die Beine funktionieren dann oft besser als das Auge. Whippets müssen sehr viel lernen, nämlich wie sie in höchster Geschwindigkeit Hindernisse wahrnehmen, einschätzen und rechtzeitig ausweichen können. Das ist eine hohe Lernleistung, die mehr oder weniger auf einmal,  also bei einem Sprint, erbracht werden muss.  Nicht immer klappt das auf Anhieb.

Sali (Superfly’s Salome) muss in ein Loch getreten sein beim Sprinten…und das kann auch einmal böse ausgehen. Verletzungen sind die häufigste Ursache, die Whippets in die Tierarztpraxis bringen.

saliSali überschlägt sich, Foto: Susanne Illich

Bei dem Affenzahn ist es erstaunlich, wie wenig passiert. Geschickt sind Whippets und können sich auch aus den halsbrecherischten  Situation retten.

Und wenn was passiert?

Sorgen nützt nichts, aber vorbereitet sein. Es wäre falsch nicht davor zu warnen. Whippets üben in der Jugend und versuchen selbst ihre Fähigkeiten kennen zu lernen und vermeiden natürlich Situationen, in denen sie sich weh getan haben. Völlig normal.

Es wäre weniger sinnvoll, Whippets restriktiv zu halten, weil ja etwas passieren könnte. Ein Restrisiko bleibt immer. Wenn aber ein Whippet von klein an lernt, sich auszupowern, dann kann er auch lernen mit seiner Schnelligkeit umzugehen und noch aufmerksamer zu sein.

 

Coco , ausgeglichen und süß

Koseilata’s Quick and Smooth (Coco) ist ganz nach meinem Geschmack. So eine liebe, süsse Whippethündin.

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Coco ist eine Tochter von Superfly’s Shiphra nach Koseilata’s Take Me To The Moon (Moony) und jetzt 3 Jahre alt. Sie ist so bescheiden, in sich ruhend und immer mit jedem Umstand zufrieden und für jede Aktivität zu haben. Coco will immer alles richtig machen...So ein süßes Mädchen und schön ist sie auch noch!

Der Charakter der Hündinnen prägt die Nachkommen entscheidend, denn die Mutter ist es, in deren Bauch die Kleinen wachsen. Umwelteinflüsse wirken vom Tag der Empfängnis und die embryonale Entwicklung wird stark durch den psychischen Zustand der Mutter beeinflusst. Eine psychisch stabile Hündin ist ein unschätzbarer Wert.

Wir Züchter wissen, dass wir in unsere Hunde investieren müssen und das auch gern tun:

  • Liebe
  • Pflege
  • Vertrauen
  • Bewegung
  • Nähe
  • Auslauf
  • Gesundheit
  • Komfort

 

Psychische Stabilität muss auch durch die Haltungsbedingungen und den vertrauensvollen Umgang gesichert bleiben. Negativer Stress muss vermieden werden. Deshalb ist ein sachgemäßer und liebevoller Umgang mit einer ausgeglichenen, nicht gestressten Hündin  insbesondere in der Trächtigkeit eine Grundvoraussetzung für die embryonale Entwicklung, Geburt und Aufzucht .

Freue mich sehr auf Coco’s Nachkommen…irgendwann einmal.

Die Welt braucht Whippets

Als ich eben dieses wunderschöne Video A day in the life of a very happy Whippet (or two) von Alex Sally mit Juno und Bert (nun weiß ich wie die beiden glücklichen Whippetjungs heißen) gesehen habe, nicht ein oder zweimal, nein ich könnte es hundert Mal sehen und es würde mir die gleiche Freude machen, habe ich gesucht und gefunden. Ich habe mich bedankt für diese schöne Arbeit und den wirklich sehr guten Film. Seine Antwort: „Die Welt braucht Whippets.“

51V5aJW0B5LAlex Sally hat auch dieses kindle Büchlein verfasst, dass ich soeben mit Vergnügen gelesen habe.

Sein trockener Humor in Verbindung mit seiner Liebe zu den Whippets macht dieses Buch so lesenswert. Titel und Untertitel sprechen schon für sich und die Auszüge aus den Tagebüchern seiner Jungs sind so treffend und genau und an einigen Stellen hatte ich genau die passenden eigenen Hunde vor meinen Augen.

Aber nicht nur Amusement wird verteilt, sondern es gibt auch Lehrreiches und ist ein sehr gutes Büchlein für Menschen, die sich für den Besten Hund der Welt interessieren. Sie sind gewarnt.

So beschreibt er die Auswahl eines Welpen wie folgt:

„Schauen Sie sich die Mutter an. Ein Whippet, der geliebt wird, erkennen Sie auf den ersten Blick.“

Deshalb möchte ich es hier empfehlen und hoffe es erfreut jeden genauso wie mich. Hatte ich vergessen zu erwähnen: Es ist natürlich in englisch.

 

einmal Whippet, immer Whippet

Koseilata’s Diamonds and Pearls (Pearly) war Monika Mesecks erste Whippethündin. Dann folgte Superfly’s Pepsi Cola, die zu Monika kam und seit dem konnte sie nicht mehr von Whippets lassen. Einer ist nie genug und einmal Whippets, immer Whippets, das gilt für Monika, die ein Vorreiter in der Mehrwhippethaltung unserer Besitzer war.

20181123_102840.jpgKoseilata’s Diamond and Pearl mit Hedgehock und Hello Dolly

Pearly war eine Tochter von Superfly’s No Doubt About und der dänischen Hündin Fairway Maple Sugar und hatte bei Koseilata’s einen Wurf mit 9 Welpen nach Superfly’s Junior Walker.

h-wurf1alle Neune, ein außergewöhnlich großer Wurf bei Koseilata’s

Pearly war eine sehr bemühte pflichtbewußte Mutter, die mit 9 Welpen genug zu tun hatte. Sie drehte ihre Welpen beim Putzen wie Bratwürste auf dem Grill gedreht werden. Wenn sie mit dem Letzten fertig war, fing sie von vorn wieder an. 😉

Vereitelte Zuchtpläne

Was hatte ich für Pläne! Novi (Superfly‘s Promise of Change) erhielt ihren Rufnamen, weil sie langersehnt im November geboren wurde. Um genau zu sein am 17. November 2008, also vor 10 Jahren und ein paar Tagen.

novi1.jpgNovi (Superfly’s Promise of Change) ist eine Tochter von Superfly’s Krita

Dass Novi Novi heißt, hatte sie also dem Umstand zu verdanken, ein Novemberwelpe zu sein. Als Patrick und Jutta nun ihren Sohn erwarteten, der im August geboren werden sollte, wagte ich die vorsichtige Anfrage nach dem Namen; ob der Junge nicht etwa August……? Nein zum Glück wurde ein Titus daraus 🙂

Novi war für die Zucht eingeplant, weil sie mehrere Qualitäten aufweist, die genau in meine Vorstellung von einem Whippet passen:

  • absolut wesenssicher
  • prädestinierte Rudelchefin
  • loyal zum Besitzer
  • liebenswürdig
  • standardgerecht
  • typisches Gangwerk
  • Idealmaß
  • fit und gesund
  • heterozygoter Genotyp

Ausgesucht als Partner hatte ich den zuckersüßen Superfly‘s Silas (Vayu), der in allen Punkten Novi ähnelt bis auf den Chef-Anspruch. Er hat ein sanftes Wesen, und ist noch immer aus dem Häuschen, wenn er mich nur sieht. Und er hat ebenfalls ein tolles Gangwerk.

silasstand

silas-gangwerk_Superfly’s Silas (Vayu) im Stand und in der Bewegung Fotos: Ina Beckmann

 

Aber nicht immer geht alles nach Plan

All die wunderbaren Charaktere und Whippets vereint und das mit unbedenklichem Inzuchtkoeffizienten von 7,84% auf 5 Generationen bei sehr gemäßigter Linienzucht. Wirklich alles super passend.

Leider konnte der Wurf nicht zustande kommen,

  • weil dem Rüden im Welpenalter die Zahnanlage zerstört wurde, als er von einem Pitbull gebissen wurde.
  • Er konnte deshalb nicht angekört werden.
  • Novi (und Sahara) bekamen plötzlich Probleme mit Hüfte und Rücken.
  • Sie konnte deshalb nicht angekört werden.

 

Der gesundheitliche Aspekt stand also einer Zuchtumsetzung entgegen. Es gab keine wirkliche Erklärung für das Lahmen, also im Zweifel besser nie.

Heute ist der Grund für die Beeinträchtigungen klar, denn Novi und Sahara mussten täglich im Büro über zu glatte Böden und zu viele Treppen rutschen. Seit gut einem Jahr sind beide bürobefreit und sie rennen und laufen wieder ganz normal.  Die Fitness beider Hündinnen hat sich sozusagen „wie von selbst“ wieder hergestellt.

Fazit

Der Mensch meint ja, er hätte immer alles in der Hand und könnte alles wunderbar planen und kontrollieren. Wenn einmal nicht alles nach Plan verläuft, dann hat er ein großes Problem.

Aber alles hat auch immer etwas Positives. Dann kommt man nämlich wieder runter von seinem hohen Ross und muss erkennen, dass eben doch nichts in seiner Hand liegt.

 

 

 

Steigende Geburtsgewichte von Whippets

Als der L2-Wurf Koseilata’s gefallen war, wunderte ich mich über die Kleinste. Koseilata’s Ladybird (Suli) war wie ein kleines Vögelchen und ich fragte mich, was daraus noch werden kann? Ich dachte, sie war der kleinste Welpe, den ich je gesehen habe. Dachte ich aber nur!

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Doris besucht ihre Suli, eine Handvoll Whippetwelpe

Sie war so klein, dass sie auch wie ein Vögelchen entschwand, denn die Gitterstäbe des Welpenkennels waren für sie nicht eng genug. Und so wanderte Suli immer frei herum und konnte viel, viel lernen.

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Suli trifft Omnia

Geburtsgewichte im Aufwärtstrend

Das Auge und das Empfinden passen sich automatisch den Veränderungen an. Das ist leider normal. Aber Zahlen trügen nicht.
Wenn ich die alten Welpengewichte vergleiche, dann war Suli gar nicht außergewöhnlich klein, eher haben wir uns längst daran gewöhnt, dass Welpen heute doppelt so groß und schwer sind.

Die Geburtsgewichte z.B. lagen bei mir vor 30 Jahren noch im Durchschnitt unter 290g, mein letzter Wurf (T2 Superfly’s) kam durchschnittlich auf 325g.

Superfly’s Lilly The Pink z.B. hatte ein Geburtsgewicht von nur 110 g! Lilly wurde 45,5 cm groß, ganz knapp 12 Jahre alt und hatte in der Zuchtstätte Segena’s von Brigitte von Szczawinski zwei Würfe mit 14 Nachkommen. Somit alles völlig normal. Es war eine Seltenheit, dass ein Welpe 320g bei der Geburt wog. Ich weiß genau, dass wir damals wegen der Größenvorschriften in der Zucht schon Angst bekamen, dass der Welpe zu groß werden könnte.

Bei den letzten Würfen Superfly’s traten Welpen unter 250g gar nicht mehr auf.

Geburtsschwierigkeiten bei zu hohen Geburtsgewichten

Und die Erfahrungen zeigen, dass Welpen die über 350 g Geburtsgewicht haben, eher mit Schwierigkeiten auf die Welt kommen, auf jeden Fall nicht so leicht geworfen werden. Was ja logisch ist bei Whippethündinnen im Idealmaß, sprich: nicht größer als 47-48cm. Wenn ich es nur flüchtig überblicke, dann sind in meiner Zuchtlinie die Geburtsgewichte trotzdem um durchschnittlich 30-40g angestiegen.

Meines Erachtens ist die Größe der Zuchtpartner auch in dieser Beziehung sehr entscheidend. Deshalb sollten die Übertreibungen oder die Vernachlässigungen des Größenaspekts nicht ausufern. Wenn unsere Whippets insgesamt immer größer werden, bleiben für Ausgleichsverpaarungen hinsichtlich Größe und Whippettyp immer weniger Chancen.

Suli jedenfalls hat sich ebenfalls zu einer kleinen, aber sehr schönen Hündin entwickelt, die in allen Belangen topfit ist. Im Köpfchen ebenso sie wie auf den Pfoten.

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Suli perfekt fröhlich und whippettypisch, Foto:Angelika Joswig

Und natürlich ein Lady bird für Doris. Ein Herzenswhippchen.