Whippet-Profil

Das charakterliche Erscheinungsbild eines Whippets sollte folgende Merkmale aufweisen:

Freundlich, anhänglich, ausgeglichen.

Freundlich ist ein Synomyn für freudig, heiter, entgegenkommend, nett, gutartig, sanft, liebenswürdig, liebreizend, bezaubernd.

Anhänglich dürfte sich auch so darstellen wie anhaftend, treu, loyal, hingebungsvoll, fügsam.

Ausgeglichen bedeutet auch angemessen, anspruchslos, gelassen, ruhig.

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Whippet Superfly’s Salome, im Profil, fotografiert von Susanne Illich

All diese Eigenschaften sind es, die Whippets zunächst einmal sehr sympathisch machen.

Noch interessanter wird es, wenn die Rassemerkmale

in hohem Masse anpassungsfähig in häuslicher und sportlicher Umgebung

genauer betrachtet werden. Der Ideale Begleiter, der sich brav im Restaurant unter den Tisch legt oder ruhig und gelassen folgt, wohin man auch geht, bietet natürlich eine wunderbare Anpassungsleistung, die uns sehr gut gefällt.

Das totale Ausrasten, komplette Austicken, Kreischen, Schreien, Zerren, Springen, Überschlagen, Kläffen, Fiepen und all die Sachen, die so Whippets machen könnten, wenn sie zu Hause das 100%ige Sagen haben, gibt es auch. Doch bei wem ist das schon so?

Aber auch das friedliche Kleisterspiel: Anspringen, Ranwerfen, Rauftreten, Ankuscheln, Einhäkeln, Umgarnen sind direkte Whippetgewohnheiten, bei denen einem die Luft wegbleiben kann.

Und von der Extremanpassung beim Anblick eines künstlichen Hetzobjekts auf der Trainingsbahn will ich gar nicht sprechen. Whippets sind multiple „Persönlichkeiten“ und einfach irre… irre spannend und irre gut, denn nach dem Ansturm, dem Wirbelwind und dem Hurrikan folgt ja die absolute sonnige Windstille. Oder etwa nicht?

Omnia_BlickMutter Superfly’s Omnia

Omnia’s Blick könnte man so deuten: Solche Extrembeispiele gibt es immer nur bei anderen.

For ever young

Wenn mir Superfly’s Hazel Hillary einfällt, dann vor allem das: Sie war bis zum Lebensende jung. Hazel war eine Tochter von Ch.Superfly’s Anglo- Mania nach Superfly’s Delta Wing.

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Hazel im Herbst 1996, gerade nach dem G-Wurf Koseilata’s im Alter von 8 Jahren

Ausgesucht wenige Tage nach ihrer Geburt und bei Robert Schiele geblieben bis zu ihrem Lebensende. Zwischendurch durfte sie noch in die Zucht und brachte Koseilata’s B- und G-Wurf.

Und immer wurde gesagt:

„Die ist aber noch jung“.

Hazel war eine kleine Hündin mit 43,5 cm Schulterhöhe und in der Veteranenklasse ausgestellt, glaubten die Richter nicht, dass sie überhaupt schon acht Jahre alt war. Und immer wurde gesagt: „Die ist aber noch jung“.

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Hazel, 10 jährig mit ihrer Tochter Koseilata’s Gloria Gaynor

Hazel war eine wunderschöne kleine Whippethündin, deren Altersfrische in der Tat unglaublich war. Nun, sie war auch eine sehr bequeme Hündin und hatte nur hin und wieder Temperamentsausbrüche, eben so wie ihr Großvater Ch.Bredand Percy Vere.

Langlebigkeit und Altersfrische vererben sich

Hazel wurde bis auf wenige Tage 15 Jahre alt. Leider überredete eine Tierärztin Robert die Milchleisten mit knapp 15 Jahren wegen Mammatumoren zu entfernen und zwar im Abstand von zwei Wochen. Und dann ist auch noch ein Missgeschick in dieser Praxis passiert, so dass Hazel das nicht überlebte, sonst wäre sie vielleicht viel älter geworden.

Hazels Vorfahren und Lebenszeit:

  • Vater Wingi wurde 16 ein halb Jahre alt
  • Großvater Percy wurde 17 ein halb Jahre alt
  • Großmutter Pebbles 16 Jahre alt
  • Mutter Mania knapp 15 Jahre alt
  • Großvater Chief nicht bekannt, aber mit 12 hatte er noch erfolgreich Nachzucht
  • Großmutter Pebbles 16 Jahre alt

Von wegen Showdogs

Immer schon habe ich mich darüber geärgert, wenn schöne Whippets, die auch an Ausstellungen erfolgreich waren, als sogenannte Showdogs bezeichnet wurden und werden.

Weder Superfly’s noch Koseilata’s hatten jemals Showdogs, noch die Absicht, Hunde für die Show zu züchten oder für die Show zu halten!

011Dr.Watson (Koseilata’s Otis Redding), Foto:View of Souls Andrea Willers

Hier werden einfach Begriffe verwendet, die diskreditieren sollen. Zu deutsch: etwas in Verruf bringen; jemandes Ruf, Ansehen schaden. Das gilt und galt nicht nur für Whippets, sondern auch für Greyhounds, wenn sie nicht vornehmlich als Rennhunde auf der Rennbahn laufen und/oder erfolgreich sind oder waren.

16_10_09Internationaler Coursingchampion Koseilata’s Kilimandjaro Kedira, Foto:Eva-Maria Krämer

Solange ich in der Windhundszene bin (seit 1974) höre ich die Sprüche und die damit verbundene Abwertung und auch die teilweise erlebten Auswirkungen.

Wenn Whippetbesitzer mit einem Hund von uns zum Training gehen wollten oder teilnahmen oder bei Renn- oder Coursingveranstaltungen dabei waren, fielen immer Bemerkungen in diese Richtung und es wurde damit ganz schamlos öffentlich die Leistungsfähigkeit nicht nur in Frage gestellt, sondern sie wurde von vornherein den Hunden abgesprochen:

„Showdogs können doch nicht rennen“

Was sind überhaupt Showdogs?

Unsere Whippets leben 365 Tage im Jahr mit und bei ihren Menschen in der Familie auf dem Sofa, sind tägliche Begleiter und können ihren Bedürfnissen nach Freilauf und Sprints nachkommen, trainieren ihre Herzen und Muskeln, werden an Leib und Seele geliebt und gehegt. Wenn sie dann an 4 oder 5 Tagen im Jahr an einer Ausstellung 5 oder 10 Minuten im Ausstellungsring erscheinen, dann macht das einen Showdog aus?

Diese fälschlicherweise als Showdog beschriebene Whippet erfüllt nicht die Voraussetzungen für einen Showdog im tierschutzrelevantem Sinne, denn er:

  • lebt nicht in kennels,
  • nicht in Käfigen,
  • hat keinen Profihandler,
  • wird nicht von Show zu Show gekarrt,
  • weder in andere Länder geschickt, um dort ein Championat zu vollenden
  • noch ausschließlich für den Erfolg im Ring gezüchtet.

Im Gegenteil sind Superfly‘ s und Koseilata’s von Anfang immer sehr gute Courser gewesen mit Leidenschaft und Können, Eifer und Fähigkeiten, twist und turns so aufzuführen, wie es von einem Whippet erwartet wird und sind so gebaut, wie genau die rassetypischen Eigenschaften es erfordern, damit der Whippet ein effektiver Kaninchenfänger auch nach Jahrzehnten der Zucht bleiben kann.

Auch auf der Rennbahn zeigen sie Ehrgeiz und Hetzeigenschaft. Bei meinen Hunden steigert sich das sogar so, dass sie gar nicht zu bändigen sind, wenn sie nur den „Hasen“ hören geraten sie außer Kontrolle. Von wegen Showdogs 😉 .