Von wegen Showdogs

Immer schon habe ich mich darüber geärgert, wenn schöne Whippets, die auch an Ausstellungen erfolgreich waren, als sogenannte Showdogs bezeichnet wurden und werden.

Weder Superfly’s noch Koseilata’s hatten jemals Showdogs, noch die Absicht, Hunde für die Show zu züchten oder für die Show zu halten!

011Dr.Watson (Koseilata’s Otis Redding), Foto:View of Souls Andrea Willers

Hier werden einfach Begriffe verwendet, die diskreditieren sollen. Zu deutsch: etwas in Verruf bringen; jemandes Ruf, Ansehen schaden. Das gilt und galt nicht nur für Whippets, sondern auch für Greyhounds, wenn sie nicht vornehmlich als Rennhunde auf der Rennbahn laufen und/oder erfolgreich sind oder waren.

16_10_09Internationaler Coursingchampion Koseilata’s Kilimandjaro Kedira, Foto:Eva-Maria Krämer

Solange ich in der Windhundszene bin (seit 1974) höre ich die Sprüche und die damit verbundene Abwertung und auch die teilweise erlebten Auswirkungen.

Wenn Whippetbesitzer mit einem Hund von uns zum Training gehen wollten oder teilnahmen oder bei Renn- oder Coursingveranstaltungen dabei waren, fielen immer Bemerkungen in diese Richtung und es wurde damit ganz schamlos öffentlich die Leistungsfähigkeit nicht nur in Frage gestellt, sondern sie wurde von vornherein den Hunden abgesprochen:

„Showdogs können doch nicht rennen“

Was sind überhaupt Showdogs?

Unsere Whippets leben 365 Tage im Jahr mit und bei ihren Menschen in der Familie auf dem Sofa, sind tägliche Begleiter und können ihren Bedürfnissen nach Freilauf und Sprints nachkommen, trainieren ihre Herzen und Muskeln, werden an Leib und Seele geliebt und gehegt. Wenn sie dann an 4 oder 5 Tagen im Jahr an einer Ausstellung 5 oder 10 Minuten im Ausstellungsring erscheinen, dann macht das einen Showdog aus?

Diese fälschlicherweise als Showdog beschriebene Whippet erfüllt nicht die Voraussetzungen für einen Showdog im tierschutzrelevantem Sinne, denn er:

  • lebt nicht in kennels,
  • nicht in Käfigen,
  • hat keinen Profihandler,
  • wird nicht von Show zu Show gekarrt,
  • weder in andere Länder geschickt, um dort ein Championat zu vollenden
  • noch ausschließlich für den Erfolg im Ring gezüchtet.

Im Gegenteil sind Superfly‘ s und Koseilata’s von Anfang immer sehr gute Courser gewesen mit Leidenschaft und Können, Eifer und Fähigkeiten, twist und turns so aufzuführen, wie es von einem Whippet erwartet wird und sind so gebaut, wie genau die rassetypischen Eigenschaften es erfordern, damit der Whippet ein effektiver Kaninchenfänger auch nach Jahrzehnten der Zucht bleiben kann.

Auch auf der Rennbahn zeigen sie Ehrgeiz und Hetzeigenschaft. Bei meinen Hunden steigert sich das sogar so, dass sie gar nicht zu bändigen sind, wenn sie nur den „Hasen“ hören geraten sie außer Kontrolle. Von wegen Showdogs 😉 .

 

 

Whippetzucht mit Leidenschaft

F6 kennt man vom Regal an der Kasse. Eine Zigarettenmarke aus der ehemaligen DDR. Aber F6 ist auch die Beschreibung für die Anzahl der Würfe eines Zwingers.

20181107_144836Holger Bunyan mit seinem P1 und Q1 Wurf Koseilata’s, Züchterleidenschaft

Für diejenigen, die das nicht wissen sollten:

Jeder Züchter beginnt normalerweise beim ersten Wurf in seiner Zuchtstätte mit dem ersten Buchstaben des Alphabets. Das Alphabet hat 26 Buchstaben. Wenn das erste Alphabet durch gezüchtet ist, d.h. 26 Würfe gefallen sind, dann beginnt das zweite Alphabet. Und damit man später die Hunde mit den jeweiligen Anfangsbuchstaben dem korrekten Wurf zuordnen kann, werden die Würfe mit A1 und A2 gekennzeichnet.

Nein, bis F6 werden wir in unserem ganzen Leben nicht kommen können, denn Koseilata’s ist eine kleine, reine Liebhaberzucht.

Nach 26 Jahren Koseilata’s Whippets stehen im nächsten Jahr die T2 und U2 Würfe an. Um F6 zu erreichen, müssten 92 Würfe gezüchtet werden, also mehr als doppelt so viele, wie in den ganzen 26 Jahren davor.

Eine kleine Rechenaufgabe: Wenn der Züchter in 26 Jahren 44 Whippetwürfe gezüchtet hat, wie viele Jahre braucht er dann für 92 Würfe….  ? 😉 .

Kleine Liebhaberzucht mit Züchterleidenschaft

Eine Liebhaberzucht nach unserem übereinstimmenden Verständnis sollte zwar professionell mit Sachkenntnis und auch Ernsthaftigkeit betrieben werden, muss jedoch für Holger im selbst beschränkten Rahmen bleiben. Für ihn wie auch für mich, braucht es Zeit und viel Muße, damit man den Welpen nicht nur gerecht wird, sondern sich auch individuell mit ihnen beschäftigen kann.

EMK_1477bWelpentest mit Holger Bunyan, Foto:Eva-Maria Krämer

Folgende Beobachtungen, Tests und Dokumentationen werden bei einem Wurf vorgenommen:

  • Frühwelpentest im Alter von 1-3 Tagen
  • Entwicklung der ersten drei Lebenswochen
  • Dokumentation ab der vierten Lebenswoche
  • Sozialisierung und Dokumentation
  • Sechs-Wochen-Welpentest

Dann kann eine genaue Beschreibung zu einem jeden Welpen zuverlässig sein. Damit sich der passende Welpe zu dem passenden Besitzer findet, muss der Züchter jeden einzelnen Welpen und seine Charakterzüge schon früh erkennen.

Der Erfolg zeigt sich darin, wenn die Welpen bei ihren Familien bleiben und Mensch & Hund ein wunderbares Team bis zum Ende des Lebens bleiben können.

Kennen Sie Loriot?

Bernhard-Viktor Christoph-Carl von Bülow alias Loriot war der deutsche Komiker, der seine feinsinnige Beobachtungsgabe benutzte, um aus grotesken Alltagssituationen und zwischenmenschlichen Kommunikationsstörungen seine besondere Komik erwachsen lassen konnte. Was hat das mit Whippets zu tun?

Vielleicht weil der Whippet namens Loriot auf seine Weise ähnlich komisch war?

unpluggedlovejbürger Koseilata’s Unplugged Love (Loriot), Foto: Jürgen Bürger

Loriot  (Koseilata’s Unplugged Love) von Jürgen und Brigitta Bürger, war ein Sohn von Ch.Koseilata’s Emerald Rainbow und Superfly’s Syntax Error  und somit auch ein Wurfbrupetder zu Lenny.

Loriot wurde fast auf den Tag genau 16 Jahre alt. Mit 15 Jahren noch im Geschwindigkeitsrausch.

Ein sehr gutes, langes und auch ereignisreiches Leben war ihm beschert. Er bewies sich als guter und leidenschaftlicher Whippet, der seine Arbeit im Coursingfeld bestens verrichten konnte. Mit Spaß und Leidenschaft war er dabei und mit Vollgas.

loriotjbürgerLoriot beim Coursing, Foto:Jürgen Bürger

Loriot war im Besitz der DWZRV-Leistungsurkunde Coursing.

„Seine drei Lebensmottos: ich will Spaß, ich geb Gas, geht nicht gibt es nicht und mir doch egal.“

beschreibt es Brigitta aus ihrer Sicht. Und sie sollte es am besten wissen.

loriotsprung Loriot gibt Gas, Foto:Jürgen Bürger

Loriot ist mit Vollgas in das Leben gesprungen und Jürgen hat ein Fotoalbum auch über Loriot zusammengestellt. Die Aufnahmen zeigen ein wenig von Loriots vielseitiger Mimik und seinem Eifer aber auch von seiner Liebenswürdigkeit.

Am 27.4.2002 war Loriot’s Wurftag, bis zum 11.4.2018 konnte Loriot bei seinen Menschen seit dem Welpenalter leben bis der Tod sie dann unvermeidlich getrennt hat.

Loriot hatte großes Glück. Es ist das Beste, was einem Hund passieren kann. Dank an Jürgen und Brigitta und an alle Whippetbesitzer, die in der glücklichen Lage und willens waren und sind, einem Welpen einen Lebensplatz zu bieten.