Erst mal ein Karton

Die Welpen sind am letzten Dienstag 8 Wochen alt geworden und haben ganz viel gelernt. So wie Hund nicht gleich Hund ist oder Whippet nicht gleich Whippet, so ist auch Welpe nicht gleich Welpe.

Es ist schon erstaunlich, worüber sich Welpen tierisch freuen können. Es gab einen neuen Karton. Drybed rauf und fertig ist die Kartonparty.

IMG_6653.JPG Wieviel passen auf die Plattform?

Eine große Anziehungskraft hat also schon ein erhöhter Liegeplatz und da wollen alle rauf. Zum Anfang. Erst wird geklettert oder gehangelt und dann perfektionieren einige Welpen das Herunter- und das Heraufspringen.

IMG_6629mit Beute und im Sprung ist schon die gesteigerte Varianten

Das weckt Begehrlichkeiten bei den Brüdern. Der flotteste Eroberer ist Togo.

IMG_6647 …und nun wollen die anderen auch Anteil haben von der Beute

Und noch eine Beute und jetzt mit Schmackos…Wingi kann mithalten

IMG_6573 Togo hat Absprung und Timing schnell gelernt

Um den Platz an der Sonne entflammt ein Wettbewerb.

IMG_6602 Silver meint, Togo soll da runter

Auch zum Zähneschärfen eignet sich der Karton gut.

IMG_6689.JPGLevin hält sich raus nach dem Motto, wenn zwei sich streiten, kann er in aller Ruhe am Karton süße Fotos gibt
kauen

Tito und Togo können auch einfach nur drauf sitzen.

IMG_6526chillt mal eure Gesichter, Jungs

Es geht auch umgekehrt. Ein Karton ist vielseitig verwendbar.

IMG_6761eignet sich fabelhaft zum Drinsitzen

Und auch hier kann das Ein- und Aussteigen geübt werden. So einfach und so prima. Alle Welpen lieben das.

IMG_6741 und Tito kann so süß aus dem Karton gucken 😉

Bei der Eroberung des Kartons als Plattform waren Togo, Wingi und Silver am Aktivsten. Levin war neugierig und interessiert, aber nicht in vorderster Reihe. Rosy und Tito haben es dann nachgemacht und sich einfach einmal drauf gesetzt.

jegliches Maß verloren

So oder so scheint es, dass bei Whippets inzwischen und überwiegend jegliches Maß, will sagen Standardideal, verloren gegangen ist. Wenn ich mir hier Shiphra x Moody’s Welpen anschaue und mit meinen alten und jüngeren Superfly’s vergleiche, dann fällt mir auf, dass sie bezüglich Größe und Proportionen im goldenen Mittel liegen. Aber nicht nur das. Es ist neben dem Maß auch die Masse, die sich im klassisch typischen Rahmen hält und das Gangwerk und der Charme und die Eleganz.

IMG_5054nur ein Schnappschuss von Wingi – soundness schon beim Welpen erkennen

Nichts geht so schnell, wie das Anpassen an den Allerweltswhippetgeschmack. Alles, was wir in unser Auge und damit in unseren Kopf hinein lassen, beeinflußt das Empfinden und natürlich die Wahrnehmung von dem was „schön“ ist. In einem Zuchtbuch habe ich einmal geschrieben, dass ein Whippet „delicate“ sein muss. Ok, delikat trifft es nicht ganz, obwohl wohlschmeckend für das Auge schon passen würde,  auserlesen, nicht grob sondern fein zubereitet, köstlich ohne Vorgeschmack. Was meine ich? Gut, dass Sie fragen 😉

Wie eine köstliche Speise

Eine Komposition von feinen Zutaten, die zusammen eine Wohltat vollkommener Ausgewogenheit bilden mit der Prise Salz als Würze und dem Sahneklecks zum Abrunden. Da schmeckt das exotische Gewürz nicht vor, da kaut man nicht auf Stengeln oder findet Gräten, die man schnell ausspeien muss, da kann man sich laben an der fein abgestimmten Köstlichkeit und alle Zutaten wirken perfekt zusammen.

Sag mir wo die Whippets sind?

Wo sind sie geblieben? Neulich lernte ich einen „Rescue“ Whippet kennen. Einen älteren eleganten Rüden, blaugestromt, fein, schick,  mit einem whippettypischen Kopf, fließenden Umrisslinien, guten Pfoten und Laufknochen, ideal in Größe und Gewicht und ein Seelchen, dass an seinem Besitzer mit den Augen hing, und seine Augen selbst „sprachen“ noch. Ich fürchte, mein Ideal eines Whippets, das sich über mehrere Jahrzehnte geformt hat, stirbt mehr und mehr aus.

OnlySuperfly’s One and Only (1994 , einfach perfekt im “ Style“ auch ohne jemals ausgestellt zu sein, Foto:Jörg Schier

Ich will keinen 16 kilo Rüden und auch keine 13 kilo Hündin. Ich will einen handlichen mittelgroßen ästhetisch feinen Whippet, der seine Pfoten setzt wie ein Whippet und nicht wie ein Trampeltier. Ich will keine Greyhoundkörper, keine Boxerpfoten, keine Taubenbrust, keine Lefzenbildung und keine trottenden Gangwerke, keine Kaltbluthintern und keine aufgesetzten Köpfe, die nicht zum Rest des Hundes passen, keine Standbilder, keine überwinkelte Hinterhand, die im nächsten Raum endet und keine langen Rücken, bei denen locker 5 cm in der Mitte fehlen könnten, sondern ausgewogene Gesamterscheinungen, die Whippets sind in jeder Pose, weil sie einfach Whippet sind.

Da spielt es gar keine Rolle, welche noch so schicken Hochglanzfotos von sogenannten Starfotografen von sogenannten Superwinnern mit ellenlangen Championtiteln mir präsentiert werden, wenn sie schöne Hunde zeigen, aber keine Whippets. Es erschreckt mich eher, welche Richter aus welchen Gründen diese oder jene Whippets so hoch katapultiert haben.

Aber schlimmer ist ja die Bewegung. Ich frage mich: Wie kann ein Topwinner bei den Whippets einfach nicht mehr wie ein Whippet gehen?  Und alles applaudiert dem Winner, weil der Pokal so einmalig groß und so selten zu erringen ist. Wenn „delicate“ nur noch auf Details bezogen wird und die Gesamtheit des Whippets dabei zweitrangig wird, dann wundert es nicht.

Einmal zur Erinnerung:

Gangwerkillustration Whippet Standard

Wer die Illustration jetzt ansieht und meint er sei im falschen Film…., dann kann ich das absolut nachempfinden. Denn das sieht man heute nicht mehr im Ring. Aber wer sich einmal die Illustrationen anschaut, dem muss doch etwas auffallen? Dass der Whippet „sound“ ist und nicht ellenlang an einigen betonten Stellen, wo eben genau diese Harmonie der Umrisslinien gestört wird. Wo wir alles bekommen an schönen großen Hunden, aber das Typische nur noch hineingedacht wird. Wo der Wunsch der Vater des Gedanken ist…

Screenshot_2019-04-09 FACENEWNEWNEW indd - WhippetIllustratedStandard_0 pdf

Standardillistration American Whippet Club

Man möge mir ja verzeihen, dass ich immer wieder bei diesem Thema bleibe, doch es ist die Grundlage für die Whippetzucht, der Rahmen an den sich Züchter und Zuchrichter halten und letztendlich auch Interessenten von Whippets. Solche, die einen eleganten 48er (cm) Rüden mit 12 kilo erwarten, der sich aber dann zu einem 56er Bomber mit 20kilo entwickelt.

Es ist m.E. schon dramatisch genug, dass immer wieder 53er Rüden auch bei der Zucht unter Berücksichtigung aller erwünschter Merkmale vorkommen, aber besser ist es, wenn sie sich wenigstens um die Höchstmarke einpendeln. Selbstredend gilt das für Hündinnen natürlich gleichermaßen; wobei hier das Idealmaß immer noch bei 45-47 cm liegt!! Und zwar die überwiegende Mehrheit und nicht umgekehrt. Aber das ist ganz allein meine persönliche Meinung, die aus der Entwicklung der Whippetzucht gewachsen ist.

purplestand_Superfly’s Royal Purple, meine „modernste Variante“

Wenn Ideale nicht mehr erreicht werden können oder aber nicht nachgefragt werden, dann ist es wirklich Zeit die Whippetzucht ad acta zu legen.

 

 

Exkursion in die Welpenwelt

Hinaus laufen in die große Welt fängt mit viel Mut an. Immerhin misst das Grundstück etliche Quadratmeterchen und wer den Anschluß verliert, der fühlt sich wirklich verloren. Also heisst es für die Puppies schön am Ball bleiben, bzw. am Bein.

IMG_5366Rosy ist aufmerksam und achtet auf Holger

IMG_5294Immer schön mit gehen, wenn es auch alles sooo groß und anders ist

Nach dem Überqueren des Hofs kommt das erste große Hindernis. Aber die Neugier ist größer und die Welpen folgen voller Vertrauen und ohne Hektik.

IMG_5518 Die Welpen marschieren über den Gitterrost

Alles so schön groß hier und dabei sind die Welpen kaum höher als die Grasnarbe.
Dann sehen sie ihre Mutter Shiphra und los geht es.

IMG_5287Auf sie mit fliegenden Ohren

IMG_5517.JPG Mama!!!!…sie bleibt nicht stehen

IMG_5411.JPG los, schnell….

Im Wettbewerb um das süßeste Foto:

IMG_5334Dumbo“ hält nicht die Ohren steif 😉

IMG_5433Shiphra ist umstellt!

IMG_5427aber Shiphra will sich nicht von der Meute drangsalieren lassen und flüchtet

IMG_5371Silver folgt ihr noch

IMG_5483Wingi wundert sich

IMG_5350Rosy nicht minder

IMG_5345Togo schlägt schon Sorgenfalten

IMG_5297Holger geht zum Bach und wer folgt? Der kleine King. Er hat also seinen Kopf nicht nur für die Ohren, ist im neuen Terrain der Mutigste und freut sich wie Bolle, wenn man ihn ruft. Dann setzt er seinen Turbo ein und kommt angerast.

Shiphra vergnügt sich ihrerseits und die Welpen fangen an, die Wiese zu erkunden und kugeln sich im Gras. Oder jeder für sich hat etwas anderes entdeckt.

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ein bisschen kämpfen…

IMG_5496ein bisschen ausruhen

IMG_5477ein bisschen chillen

 IMG_5403.JPGein bisschen flitzen

IMG_5324ein bisschen pirschen

IMG_5328.JPGein bißchen nach laufen

IMG_5331ein bisschen stehen bleiben

IMG_5550ein bisschen Arm

IMG_5381ein bisschen Fangen spielen

IMG_5360ein bisschen abwarten

IMG_5355ein bisschen stromern

IMG_5375.JPGein bisschen entdecken

IMG_5390ein bisschen staunen

Als die Welpen allmählich müde werden, geht es zurück in ihren Welpenauslauf. Vorher werden die Welpen auf mögliche Zecken abgesucht und dann gefüttert, bis sie sich gegenseitig in den Schlaf wiegen oder kabbeln oder knabbern.

IMG_5574Kings Fußballen sind benutzt…

oder soweit die Pfötchen tragen. Es war ein aufregendes Erlebnis, denn so weit waren die Welpen noch nicht unterwegs.