Whippets erfühlen Menschen

In diesem Artikel Hunde erkennen schlechte Menschen beschreibt Eva-Maria Krämer, dass neue wissenschaftliche Erkenntnisse nur das beweisen, was wir Hundezüchter längst wissen. Umgekehrt können Whippets auch Menschen erfühlen.

Neo und Nina 4Superfly’s Salomon(Neo) mit Nina- Umarmungen voller Liebe

Unsere Welpen und Whippets haben sich immer zu allen Besuchern gefreut. Es gab  nur zwei Ausnahmen. Menschen, die vormals zu uns kamen und sich für einen Junghund interessierten, mussten die Erfahrung machen, dass die in Frage kommenden Whippetyoungsters absolut nicht angetan von dem Besuch waren; im Gegenteil.

Ein Rüde hat sogar in die Hand gezwickt, als er von einem Interessenten gestreichelt werden sollte. Dieser Whippet, der sich sonst überschwänglich zu jedem Besucher freute. Wir waren schockiert.

Ein anderer Rüde war total verklemmt und wollte partout nichts mit der Person zu tun haben.  In diesen beiden Fällen waren jedoch die Gespräche mit den Personen gar nicht lang, so dass die Hunde es nicht aus unserer Stimmungslage hätten spüren können.  Jedoch war das Verhalten  dieser Whippets absolut unnormal, so dass es uns auffiel und wir dann auch den Interessenten absagten bzw. von dem Hund abrieten.

Wenn ein sonst aufgeschlossener freundlicher Hund einen Bogen um jemand macht, dann eher im Zweifel nie. Hunde lesen die Körpersprache sehr genau, erkennen, ob sich jemand verstellt oder authentisch ist. Ob jedoch jeder Hund oder besser jeder Whippet die gleichen Sensoren hat und die gleichen Reaktionen zeigt, wage ich nicht zu beurteilen. Ich denke, das hängt vom Alter des Junghundes ab und von seinen Erfahrungen in der Jugend. Wenn er im Züchterhaushalt groß  und gut sozialisiert wurde, dann zeigt er normalerweise zu jedem Menschen ein  starkes zu ihm hingewandtes Verhalten und Vertrauen.

Sensible Whippets erfühlen „ihre“ Menschen

Es gibt auch Menschen, die aus Unsicherheit oder anderen Gründen eine Maske tragen und sich nicht so geben können, wie sie eigentlich sind. Aufgesetzte Freundlichkeit oder bewusst gezeigte Distanz, was auch immer Menschen an Facetten des Verhaltens zeigen, um sich nicht „bloß zu stellen“, können uns manchmal täuschen….aber den Hund konnten sie nicht belügen.

In der Regel sucht der Mensch den Hund aus, aber es gibt auch Fälle, da ist es umgekehrt. Und wenn es dann so ist, und der Hund nicht von der Seite oder dem Schoß weicht, dann sollte man zu ihm ja sagen, auch wenn er nicht der Eingeplante war.

 

Einzelwhippet trotzdem happy

Als Superfly’s Tobija seinen Lebenskumpel, Simon, verloren hatte, hatte er natürlich auch seinen Spielpartner nicht mehr. Die Sorge, dass Tobi als Einzelhund nicht klar kommen würde, bestätigte sich nicht. Zum Glück. In seiner erfrischenden, fröhlichen Art und dass er sich mit jedem gut versteht, erleichtert ihm auch regelmässig Kumpels zu finden, mit denen er Dampf ablassen kann. Und seine Freunde sind oft auch ziemlich unterschiedlich.

P1030630 Superfly’s Tobija (Tobi) mit seiner Bluthundfreundin, Foto:Elke Backhaus

Genau wie seine Mutter  Superfly’s Omnia ist er unterwegs. Den „Affen machen“ und zeigen was er drauf hat mit Vergnügen, Eifer und ganz viel Spaß. So sind Whippets eben.

Wenn es sich bei den Spielkameraden nicht gerade um Hunderassen wie Hüte- und Schäferhunde handelt, deren Frustrationsgrenze schnell erreicht ist, wenn sie einen wild gewordenen scheinbar sinnlos im Kreis wetzenden Whippet vor sich haben, ist die Gefahr relativ gering.

Tobi spielt mit vielen unterschiedlichen Hunden und ist auch kernig  genug keinem Hund den Eindruck von möglicher Unsicherheit zu vermitteln.

P1030633Tobi und eine seiner ungleichen Freundinnnen, Foto: Elke Backhaus

Es ist ein auch für ängstliche Whippethalter schönes Beispiel, dass Hunde unabhängig von Statur und Wendigkeit gut miteinander klar kommen können.

Ich erlebe es täglich und es hinterlässt einen positiven Eindruck, immer wieder.

Whippetzucht mit Leidenschaft

F6 kennt man vom Regal an der Kasse. Eine Zigarettenmarke aus der ehemaligen DDR. Aber F6 ist auch die Beschreibung für die Anzahl der Würfe eines Zwingers.

20181107_144836Holger Bunyan mit seinem P1 und Q1 Wurf Koseilata’s, Züchterleidenschaft

Für diejenigen, die das nicht wissen sollten:

Jeder Züchter beginnt normalerweise beim ersten Wurf in seiner Zuchtstätte mit dem ersten Buchstaben des Alphabets. Das Alphabet hat 26 Buchstaben. Wenn das erste Alphabet durch gezüchtet ist, d.h. 26 Würfe gefallen sind, dann beginnt das zweite Alphabet. Und damit man später die Hunde mit den jeweiligen Anfangsbuchstaben dem korrekten Wurf zuordnen kann, werden die Würfe mit A1 und A2 gekennzeichnet.

Nein, bis F6 werden wir in unserem ganzen Leben nicht kommen können, denn Koseilata’s ist eine kleine, reine Liebhaberzucht.

Nach 26 Jahren Koseilata’s Whippets stehen im nächsten Jahr die T2 und U2 Würfe an. Um F6 zu erreichen, müssten 92 Würfe gezüchtet werden, also mehr als doppelt so viele, wie in den ganzen 26 Jahren davor.

Eine kleine Rechenaufgabe: Wenn der Züchter in 26 Jahren 44 Whippetwürfe gezüchtet hat, wie viele Jahre braucht er dann für 92 Würfe….  ? 😉 .

Kleine Liebhaberzucht mit Züchterleidenschaft

Eine Liebhaberzucht nach unserem übereinstimmenden Verständnis sollte zwar professionell mit Sachkenntnis und auch Ernsthaftigkeit betrieben werden, muss jedoch für Holger im selbst beschränkten Rahmen bleiben. Für ihn wie auch für mich, braucht es Zeit und viel Muße, damit man den Welpen nicht nur gerecht wird, sondern sich auch individuell mit ihnen beschäftigen kann.

EMK_1477bWelpentest mit Holger Bunyan, Foto:Eva-Maria Krämer

Folgende Beobachtungen, Tests und Dokumentationen werden bei einem Wurf vorgenommen:

  • Frühwelpentest im Alter von 1-3 Tagen
  • Entwicklung der ersten drei Lebenswochen
  • Dokumentation ab der vierten Lebenswoche
  • Sozialisierung und Dokumentation
  • Sechs-Wochen-Welpentest

Dann kann eine genaue Beschreibung zu einem jeden Welpen zuverlässig sein. Damit sich der passende Welpe zu dem passenden Besitzer findet, muss der Züchter jeden einzelnen Welpen und seine Charakterzüge schon früh erkennen.

Der Erfolg zeigt sich darin, wenn die Welpen bei ihren Familien bleiben und Mensch & Hund ein wunderbares Team bis zum Ende des Lebens bleiben können.