Jeanny, schon 12 1/2

Als ich die kleine Jeanny (Koseilata’s Billie Jane) jetzt gesehen habe, dachte ich, ich habe  Superfly’s Kickie Dee (Coco) vor Augen. Coco ist Jeanny’s Großmutter väterlicherseits, die Mutter von Ch.Superfly’s Victor Vance.

b_wurfKoseilata’s B2 Wurf, Jeanny zweite von rechts, Foto: Koseilatas

Kickie Dee war ein ganz besonderes Whippetmädchen, da fallen mir viele „Schandtaten“ ein. Absolut eigenständig, sehr anhänglich und mutig…und manches Mal außer Kontrolle 😉 . Aber nicht im negativen Sinne, einfach ganz schön whippet-irre.

Vom Aussehen und von der Größe und der gesamten Erscheinung war sie der Jeanny sehr, sehr ähnlich.

Whippet Jeanny.jpgJeanny im Dezember 2018 thront auf Herrchens Schoß

Genauso war auch Kickie Dee an ihren Robert angewachsen. Und Kopf und Augen waren beinahe identisch.

Es ist wirklich faszinierend wie Ähnlichkeiten über Generationen erhalten bleiben. Jeanny’s Großmutter wurde knapp 17 Jahre alt. Wenn sich die lange Lebenszeit genauso vererbt, wäre das wunderbar. Jedenfalls sieht Jeanny absolut fit aus.

03jeanny_2jJeanny beim Coursing

Jeanny war eine gute Courserin und erfüllte die Bedingungen für die Gebrauchshundklasse. Mit ihren 46 cm ist sie die klassische idealgroße Hündin, die das „Turn on a sixpence“ gut hinbekommen hat. Der allerbeste darin war Superfly’s Take That (Casey), der ein Sohn von Kickie Dee war. Casey konnte das sogar in der Luft. Wirklich absolut ein fliegender „auf dem Absatz“ drehender Whippet! Eigentlich die Vollendung des Standard-Leistungsziels.

Jeannie hat mich wieder erinnert durch die Ahnentafeln zu gehen und gedanklich die tollen Vorfahren noch einmal vor dem geistigen Auge präsent werden zu lassen.

Jeannie zwölf einhalb Jahre.jpgJeannie sollte noch viele Jahre an Herrchen kleben dürfen

Jeannie wünsche ich, dass sie noch viele Jahre gesund und munter an Herrchen kleben und auf ihm wohnen kann …so nach Kickie Dee Art. 😉

Quietschvergnügt bis zum Ende

Als ich den Gesundheitsbogen für meine Diva (Dreamchamber Easy To Love) ausfüllte, kam mir wieder die ganze Geschichte hoch.

Immer fröhlich und allerbester Dinge raste sie noch am Tag zuvor über die Wiesen und sprang nach dem Ball, wetzte mit den anderen Dreien in ihrem Eifer Krita immer zuvor zu kommen in ihrer typischen „durchgeknallten“ Begeisterung in großen Kreisen mit der Beute davon, mit verschmitztem Blick aus dem Seitenwinkel. Zu Hause angekommen machte sie das übliche Konzert mit ihren Quietschtierchen. Sie hatte das, nach ihrer sozialen Genesung mit Ufo’s (Superfly’s Euphoria) Wurf entdeckt und ich sah keinen Grund darin, ihr das zu verbieten.
Da haben Holger und ich eine andere Sichtweise auf Quietschepüppchen…

diva quietsche

Diva und ihr Mäuschen, Foto: Nina Liefert-Pulm

diva 04092006

Was für die Welpen gedacht war, brachte Diva eine große Erleichterung und sie baute mit dem Quietschen Stress ab, Foto: Nina Liefert-Pulm

Das behielt sie seit dem bei. Immer, wenn sie freudig erregt war, machte sie es. Vor dem Spaziergang, vor dem Fressen, wenn ich nach Abwesenheit heim kam oder morgens aufstand. Schon früh am Morgen malträtierte sie ihr Spielzeug, wenn ich nur wach wurde. Dann sprang sie herum und entlockte dem Quietschi im Sekundentakt alle Töne, die es hergeben konnte.

whippethündinnen diva und krita

Diva mit ihrer Tochter Superfly’s Krita

Diva war also absolut präsent, schon durch die akustische Untermalung ihrer Lebensfreude.

Das war auch das Tragische, dass die Totenstille nach ihrem Tod dann umso lauter war.

Einen Tag nach ihrem normalen Tagesausflug war Diva morgens auffällig: sie wollte nicht fressen und bequietschte ihr Püppchen nicht . Sofort zum Tierarzt und geröngt, Vergrößerung des Herzens festgestellt, Diagnose? und dann ging es von Stund an abwärts. Trotz Versorgung am Tropf, konnte sie nicht stabilisiert werden. Wenige Stunden später:

Diva lag in ihrem Körbchen neben mir, die anderen Hunde beobachteten und kamen ab und an schnüffeln als Diva in den letzten Atemzügen hing. Nein, es war zum Glück kein Aufbäumen, kein Schrei, kein Winden, nichts…der Atem versiegte. Sie war einfach tot.

Erst die Sektion ergab, dass es sich um einen bösartigen Gewebetumor handelte, der durchgebrochen war.

Als Todesursache ergibt sich für das Tier ein akutes Herzversagen aufgrund eines ruptierten Hämangiosarkoms des rechten Herzrohres mit nachfolgender Herzbeuteltamponade. Mit zunehmender Blutfülle des Herzbeutels, wir die Herzaktion immer weiter eingeschränkt, bis es zum Herzstillstand und zum Erliegen des Kreislaufs kommt.

Das liest sich verständlich und schildert nüchtern die Fakten. Alles klar, so waren die Fakten. Der Verstand begreift das….

divaportrait

Diva nachdem sie das erste Mal Mutter wurde

Es war ein weiter Weg, bis Diva endlich Vertrauen fassen konnte und bis sie zu einem quietschvergnügten Whippet wurde. Diva ist der erste und einzige Whippet von mir, der von allein starb. Das hat eine ganz andere Qualität, vor allem wenn es so plötzlich kommt und man dem Hund nichts vorher anmerkt.

oceandiva

Diva mit ihrem Söhnchen Superfly’s Ocean Dream

Aber der Trost ist, dass Diva bei mir ein gutes, fröhliches Leben haben durfte und es sichtlich genoss. Sie war eine wundervolle leidenschaftliche Mutter, eine echte verrückte Whippethündin im Freien und zu Hause quietschvergnügt bis zum Ende.

„Oh, wie meine WuWu“ oder wie ich zu meinem Timmy kam – Christa Riebel erinnert sich…

Mein Timmy (M.Ch. Koseilata’s Three Times A Lady) wurde am 16.04.2002 geboren. Holger hatte sich sehr auf diesen Wurf gefreut, der letztendlich die Erwartungen ja nun mehr als nur erfüllt hat. Für mich war der Wurf insofern interessant, dass der Vater Ubi (Superfly’s U Be Mine) ein Wurfbruder meines geliebten Chancy (Superfly’s Upper Class) und die Mutter Jo (Koseilata’s Josephine Baker) eine Wurfschwester meines Jordy (Koseilata’s Jeremy Jordy) waren.

Zehn Tage nach der Geburt war ich bei Holger in der Zuchtstätte Koseilata’s zu Besuch und er sagte zu mir, „Du kannst ruhig schauen gehen, da ist nichts, was Dich in Versuchung bringt“. Dazu muss ich erklären, dass ich rotgestromte Mantelschecken mit Maske liebte und selbst bereits vier Whippets dieser Couleur mein Eigen nannte.

Ich wollte nie einen weißen Hund mit Platten, na ja, soweit die Theorie. Als ich die Welpen sah fiel mir sofort ein Rüde auf, weiß mit ungestromten hellen Platten und einem Halbgesicht, also alles was ich nicht so unbedingt bevorzugte. Aber das Gesicht, er sah für mich aus wie mein Chancy, mein geliebter WuWu! Ich rief: „Oh, wie meine Wuwu!“

Ich hatte mich regelrecht in diesen Hund verliebt, diese Liebe vertiefte sich in den nächsten Wochen, und so zog ein fünfter Hund bei uns ein.

Timmy war ein völlig unkomplizierter Welpe, kam mit allen zurecht, liebte besonders Labrador und Golden Retriever, war liebenswert und sehr souverän und fügte sich hervorragend in mein bestehendes Rudel ein. Im Garten richtete er eine Rennstrecke ein, draußen spielte er mit allen Hunden, er liebte es generell draußen zu sein und entwickelte sich zu einem perfekten Begleiter für mich. Er ging und geht bis heute bei jedem Wetter gerne raus, er hat aber auch ein wunderbares dichtes Fell.

Ich kenne Timmy somit seit er zehn Tage alt ist, habe seine ganze Aufzucht und Entwicklung mit gestalten und erleben dürfen. Ich habe mit Timmy so viele schöne Erlebnisse gehabt, sei es einfach so auf dem Sofa, bei Spaziergängen, auf den Ausstellungen – er war mein erster Champion und internationaler Champion – und beim Coursing. Ich habe durch ihn auch viele neue Freunde gewonnen und war mit ihm 2006 einer der ersten deutschen Whippetaussteller auf der Crufts, ein absolut unvergleichliches Erlebnis. Heute marschiert er mit über 16 Jahren noch immer stoisch mit, er ist sehr alt, aber gesund und zeigt noch immer Interesse an allem, was um ihn herum vorgeht. Möge er mir noch eine Weile erhalten bleiben!