Vereitelte Zuchtpläne

Was hatte ich für Pläne! Novi (Superfly‘s Promise of Change) erhielt ihren Rufnamen, weil sie langersehnt im November geboren wurde. Um genau zu sein am 17. November 2008, also vor 10 Jahren und ein paar Tagen.

novi1.jpgNovi (Superfly’s Promise of Change) ist eine Tochter von Superfly’s Krita

Dass Novi Novi heißt, hatte sie also dem Umstand zu verdanken, ein Novemberwelpe zu sein. Als Patrick und Jutta nun ihren Sohn erwarteten, der im August geboren werden sollte, wagte ich die vorsichtige Anfrage nach dem Namen; ob der Junge nicht etwa August……? Nein zum Glück wurde ein Titus daraus 🙂

Novi war für die Zucht eingeplant, weil sie mehrere Qualitäten aufweist, die genau in meine Vorstellung von einem Whippet passen:

  • absolut wesenssicher
  • prädestinierte Rudelchefin
  • loyal zum Besitzer
  • liebenswürdig
  • standardgerecht
  • typisches Gangwerk
  • Idealmaß
  • fit und gesund
  • heterozygoter Genotyp

Ausgesucht als Partner hatte ich den zuckersüßen Superfly‘s Silas (Vayu), der in allen Punkten Novi ähnelt bis auf den Chef-Anspruch. Er hat ein sanftes Wesen, und ist noch immer aus dem Häuschen, wenn er mich nur sieht. Und er hat ebenfalls ein tolles Gangwerk.

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silas-gangwerk_Superfly’s Silas (Vayu) im Stand und in der Bewegung Fotos: Ina Beckmann

 

Aber nicht immer geht alles nach Plan

All die wunderbaren Charaktere und Whippets vereint und das mit unbedenklichem Inzuchtkoeffizienten von 7,84% auf 5 Generationen bei sehr gemäßigter Linienzucht. Wirklich alles super passend.

Leider konnte der Wurf nicht zustande kommen,

  • weil dem Rüden im Welpenalter die Zahnanlage zerstört wurde, als er von einem Pitbull gebissen wurde.
  • Er konnte deshalb nicht angekört werden.
  • Novi (und Sahara) bekamen plötzlich Probleme mit Hüfte und Rücken.
  • Sie konnte deshalb nicht angekört werden.

 

Der gesundheitliche Aspekt stand also einer Zuchtumsetzung entgegen. Es gab keine wirkliche Erklärung für das Lahmen, also im Zweifel besser nie.

Heute ist der Grund für die Beeinträchtigungen klar, denn Novi und Sahara mussten täglich im Büro über zu glatte Böden und zu viele Treppen rutschen. Seit gut einem Jahr sind beide bürobefreit und sie rennen und laufen wieder ganz normal.  Die Fitness beider Hündinnen hat sich sozusagen „wie von selbst“ wieder hergestellt.

Fazit

Der Mensch meint ja, er hätte immer alles in der Hand und könnte alles wunderbar planen und kontrollieren. Wenn einmal nicht alles nach Plan verläuft, dann hat er ein großes Problem.

Aber alles hat auch immer etwas Positives. Dann kommt man nämlich wieder runter von seinem hohen Ross und muss erkennen, dass eben doch nichts in seiner Hand liegt.

 

 

 

Angst vor Hunden

Als Sharmin Mitte Juni zu ihrem Mann Silas nach Berlin kam, gehörte sie damit schließlich zu unserer Familie…wäre da nicht dieses scheinbar unüberwindbare Hindernis in Form von drei Whippets gewesen…

Mit Angst vor Hunden hatte ich schon zu tun, einige Interessenten standen bei uns mit Schweißperlen im Wohnzimmer oder an die Wand gedrückt und waren extrem angespannt. Zwei Ehepaare haben dann einen Whippetwelpen zu sich genommen und heute können sie nur über sich selbst lachen.

Bei Sharmin war es keine Angst, es war ausgesprochene Panik. Sie erstarrte geradezu wenn sie einen Hund sah. Auch der Yorkie Sam meiner Schwester veranlasste sie dazu, kopflos los zu rennen.

Na das kann ja heiter werden, dachte und sagte ich natürlich auch. 🙂
So eine Belastung mit solch einer Angst leben zu müssen.

Nachdem Sharmin nun zwangsläufig meine Hunde öfter gesehen hatte und wir ihr auch alles erklärten, wieder und wieder und meine drei nun fast schon depressiv wurden, weil die junge Frau beim kleinsten Zucken der Pfote fluchtartig die Wohnung verließ, wo sie sie doch nur er-riechen wollten, passierte heute etwas, womit ich nicht mehr gerechnet habe und meine Hunde wohl auch nicht.

Sharmin wusste, dass es mich sehr belastet, weil es nun einmal keinen anderen Weg gab. Die Hunde gehören zu mir und wer zu mir will, der kommt eben auch zu den Hunden.

Heute, nachdem sie wirklich zwei Stunden angenagelt auf dem Stuhl saß, ohne dass meine Hunde zu ihr gekommen waren, sagte sie wie aus heiterem Himmel:

„Ich will keine Angst mehr haben“

Dann mach!
Und sie machte! Während wir beschäftigt waren, versuchte sie allen Mut zusammen zu nehmen. Meine Hunde hatten ja inzwischen gelernt, dass Sharmin mehr oder weniger tabu für sie ist und regten sich nicht, schliefen oder dösten vor sich hin.

Und dann saß Sharmin endlich neben Omnia und streichelte sie sogar!!

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Sharmin, die niemals ein Tier gestreichelt hatte, mit Omnia

Danach fiel sie mir um den Hals und war so glücklich! Und uns ein großer Stein vom Herzen. Und Omnia bekam dann von Sharmin Leckerlis…na nun kann ja nichts mehr schief gehen 😉 Der Bann ist gebrochen.

Respekt aber für Sharmin, die sich überwandt und uns vertraute. Das ist doch einen Applaus wert, oder?

Aushängeschilder der Rasse

Natürlich sind die mit Titeln bestückten und geschmückten Whippets ein Aushängeschild für die Rasse. Wie wunderbar für jeden Züchten, wenn seine Besitzer sich in den Wettbewerben engagieren und von den Richtern im Ring und/oder Coursingfeld benotet und für herausragend befunden werden.

wl-nishacollage2009Nisha (Superfly’s IrDa, Stammutter der Animagi Whippets, Foto: Sabine Brenner-Pantorotto

Viele Whippets, die eine ganze Reihe von Championaten aufweisen werden als Werbeträger benutzt und in oft wunderbaren Hochglanzanzeigen der Welt präsentiert. Dass das alles viel Engagement und auch viel Geld gekostet hat weiß derjenige Besitzer und Züchter und es ist auch sein gutes Recht nun das Ergebnis zu präsentieren und den verdienten Applaus ein zu heimsen.

Jeder Züchter ist sehr erfreut über das große Engagement seiner Besitzer in den Wettbewerben, denn ohne sie, bleiben viele seiner gezüchteten Hunde unentdeckt.

Nur die Spitze des Eisbergs

Doch was ist mit den sogenannten Pets, den Liebhaberhunden, die von ihren Menschen nicht zu den Wettbewerben gebracht werden? Nicht weil sie nicht etwa ebenso schön sind, sondern einfach deshalb, weil Menschen andere Prioritäten setzen.

Die Herausgestellten und Ausgestellten, die Gewinner und Sieger, sie sind es, die aber doch nur den kleinsten Teil aller Gezüchteten ausmachen. Das Gros unserer Whippets lebt das anonyme Familienleben, weit ab vom Glanz der Shows und der Coursings oder der Rennbahn.

Diese Whippets sind ebenfalls Aushängeschilder, über die jedoch weniger gesprochen und publiziert wird. Sie aber sind es, die die Basis bilden und deren Liebhaber sind es, die für die Reputation der Hunderasse ebenfalls verantwortlich sind.

Deshalb möchten wir allen Whippetfreunden Dank sagen, dass sie unsere Whippets auf ihre Art und Weise würdig nach außen hin vertreten.

manuelmitomniaZuneigung und Vertrauen: Omnia mit befreundetem Züchter Manuel Rott (von den Rottentotten, Podengos)

Sei es durch all die wundervollen Fotos, die Beschreibungen und Aktivitäten oder durch Begegnungen mit anderen Menschen, durch die achtsame Haltung, den rücksichtsvollen Umgang mit Hausbewohnern und Nachbarn oder die schlichtweg liebevolle aber sachgerechte Haltung und die immer bezeugte Zuneigung und Freude an ihren Whippets und natürlich auch die Trauer über deren Verlust.

So viele Jahre sind wir dabei und so viele Geschichten können wir erzählen wie sehr Menschen ihre Whippets mögen, wie viel sie ihnen Wert sind und wie wenig sie ohne sie leben möchten. Ich denke das hier ist der Berührungspunkt, an dem Menschen über den Hund menschlich werden.

IMG_4909Whippetwelpen „himmeln“ den Menschen an

Die Anziehungskraft, die Menschen auf Hunde ausüben, ist vom Welpenalter sichtbar. Whippets werden ihren Menschen immer in irgend einer Weise anhimmeln. Wenn wir für sie das Größte sind, dann sollten wir sie nicht enttäuschen und uns ihrer Zuneigung würdig zeigen.