Lenny, flieg gut

Leider musste Barbara Thiel sich gestern von ihrem „Lennemann“ (Koseilata’s Undercover Agent) für immer verabschieden. Immer ist das eine harte Entscheidung, auch wenn es vollkommen klar ist, dass der Zeitpunkt unvermeidlich gekommen ist.

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Koseilata’s Undercover Agent ( Lenny, Lennox, Lennymann, Lennerich) wurde 16 1/2 Jahre

Alles weitere wäre nur eine Quälerei gewesen. Und wie sie selbst sagt:

„das scheint mir würdelos“

Lenny wurde bis zum Schluss umsorgt und musste keine Schmerzen leiden. Das ist wichtig, aber m.E. ist es auch wichtig den Hund in Würde gehen zu lassen. So traurig es ist, das Gewissen klagt eher an, wenn der Zeitpunkt unerträglich hinausgezögert wird.

Babs schreibt so schön weiter:

„Er wurde bis zum Schluss umsorgt, und musste keine Schmerzen leiden. Lennerich wird nicht nur mir, sondern vielen Freunden fehlen. Er war zwar nie das „Epitome of the breed standard“, aber mit Sicherheit einer der sympathischsten Whippets überhaupt. Naja, eigentlich kam er dem Standard doch sehr nahe – handlich, funktional, pragmatisch, immer bescheiden, aber auch durchsetzungsfähig, wenn es drauf ankam, zäh und eigentlich immer fröhlich. Über ihn werden wir noch lange Geschichten erzählen.“

Lenny war ein Sohn von Koseilata’s Emerald Rainbow x Superfly’s Syntax Error.

Wie bitte? Guppis..hä

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Also mit drei Whippets an der Leine erregt man in der Regel Aufmerksamkeit. Und manches Mal erlebt man auch Lustiges.

Brav trotten die Whippets hinter mir her und nichts Böses ahnden, öffne ich die Wohnungstür.. Malerarbeiten im Hausflur! Fast mit Schmackes gegen eine Leiter, mit Mann zu oberst, STOP.

Whippets blieben wie angenagelt stehen…nach dem Spaziergang zurück, wirft sich einer der Maler vor den Hunden nieder, säuselt in den höchsten Tönen.:

„wie niedlich…. niedlich, wie Guppis.“

Wie? Wieso Guppis. – Naja die schwimmen doch auch immer hintereinander.

Berliner haben ’ne Meise…und hinkende Vergleiche. 🙂 Aber wir konnten lachen.

Whippets eben!

Mal zauberhaft, mal durchgeknallt, mal sanft, mal „albern“, mal sieht und hört man sie nicht, mal wohnen sie auf einem, mal kleben sie an einem, mal liegen sie hinter einem,  …wie wunderbar sind unsere Whippets! Wenn man sie versteht, dann sprechen sie, lachen sie, beschweren sich, zwinkern mit den Augen, verstehen jedes Wort und sind von Null auf Hundert immer zu allem bereit.

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Kira (Koseilata’s  Quell My Obsession) und Dedi (Superfly’s Dancing the Dream) , Foto: Jochen Schell

„Mein Hund kann Mama sagen“

rief Doris Specht den Zuschauern am Startkasten zu und die Umstehenden verwunderten sich. Denn hier war von dem innigen Verhältnis, von der Sanftheit und Anhänglichkeit zwischen Superfly’s Billie Holiday und Superfly’s A Nice Mess zu Doris nichts mehr zu sehen, nichts von Anmut oder Grazie, nur noch geballte Power und Kraft, hysterisch kreischende Muskelpakete mit glühenden Augen und rasenden Herzen. Nicht mehr zu bändigen, wenn im Hetzrausch. Und ab ging die Jagd, sobald sich die Klappe öffnete katapultierten sich die Leiber nach vorn. Verausgabten sich bis zum letzten Sehnchen, angespannt und fast besessen, mit Volldampf dem „Hasen“ nach.

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Koseilata’s nach dem Start auf der Rennbahn, Foto: Eva-Maria Krämer

Und dann zu Haus der Tiefschlaf mit zuckenden Pfoten, schnell bewegenden Augen hinter den geschlossenen Lidern und ab und an Gesängen und ausgestoßenen Lauten.

Was ist so besonders?

Alles! Whippets sind niemals nur so, wie man sie gerade wahr nimmt. Sie  passen sich an wie ein Handschuh sind berechenbar und doch immer zu Überraschungen fähig. Sie sind nicht mal so mal so, sondern sowohl als auch. Es sind leidenschaftliche Hunde, mehr Sein als Schein, zwei Seiten der Medaille, loyal zu ihrer Meute, brutal zu ihrer Beute.  Dekoration und Destruktion, aber immer mit vollkommener Hingabe.

Hart im Nehmen physischer Schmerzen, falsch behandelt sensibel im Herzen .

Nichts für jedermann, aber richtig für’s Pendant.

Zwischen Lehne und Rücken, soll sich ein Whippet drücken. 😉