Problematische Umfrage

Es gibt eine Gesundheitsumfrage für Whippets. Wie das so mit Umfragen ist, sie sind nicht repräsentativ und äußerst problematisch. Jeder Besitzer hat eine andere Sicht auf die Dinge.
Die meisten Whippets leben glücklich in der Familie und selbst der Züchter erfährt nichts.  Außer:  Wenn der Hund verstorben ist und dass auch nur selten. Wenn der Züchter großes Glück hat, und der Besitzer sich in seiner Trauer an die Welpenzeit erinnert,  dann gibt es öfter eine Nachricht, dass der Whippet vielleicht 14 Jahre alt geworden ist und immer gesund war. Ist ja auch schon einmal etwas.

Es gibt keinen Zwang zum Kontakt halten

Es braucht alle Daten, damit eine Aussage in der Breite für die Rasse getroffen werden kann. Nicht nur kranke oder problematische Fälle, sondern auch alle gesunden Whippets müssen natürlich einfließen, damit das Bild nicht schief wird. Aber das ist bei einer Gesundheitsumfrage nicht zu erwarten!

Die Suche nach Daten ist wie die Suche nach einer Stecknadel im Heuhaufen.
Ein wirklich repräsentatives Ergebnis kann es einfach nicht geben,aus mehreren Gründen.
1.Zu wenige gesunde und unauffälige Whippets werden gemeldet
2.Ausschließlich werden Whippets gemeldet mit Gesundheitsproblemen
3.Zu unterschiedlich ist die Beurteilung durch den Besitzer
4.Zu subjektiv ist die Entscheidung, wann der Tierarzt eingeschaltet wird
5.Zu widersprüchlich ist die Beurteilung eines Gesundheitszustandes
6.Überwiegend werden schwere Erkrankungen gemeldet

Nicht die Beispiele vergessen, wo Hunde durch die übereilte, überzogene Tierarztbehandlungen, je nach übervorsorglicher Fehleinschätzung, regelrecht krank therapiert oder geredet wurden. Denn das gibt es mehr als genug. Fragen Sie den Tierarzt Ihres Vertrauens.

daten.jpg …oder wie hier nach einer Kreuzotter ;-). Superfly’s John Lee Hooker, S’s Krita, S’s Omnia und S’s Shiphra

Bei unseren Whippets gibt es aber tatsächlich sehr viele, die den Tierarzt nur zum Impfen und bei Verletzungen sehen. Tauchen diese Whippets in einem Gesundheitsfragebogen auf?

Nichtsdestotrotz wird vom DWZRV ein Gesundheitsfragebogen zum Gesundheitszustand der Whippets bereitgestellt und alle Halter sind willkommen,  den Vordruck auszufüllen. Unanhängig von Vereinszugehörigkeit ist jeder Whippetbesitzer eingeladen Angaben zu machen, und nicht nur die Problemfälle. Genau das wird aber das Problem sein, dass alle gesunden Whippets gar nicht erst auftauchen. Wie denn auch? Warum sollte ein Hundebesitzer zu einer Gesundheitsumfrage Stellung nehmen, wenn er nichts zu melden hat.

Den Fragebogen finden Sie hier.

Whippetmeetings – wie der Hase läuft

Auf Rassemeeting soll über rassespezifische Themen entschieden werden, so steht es in der Satzung des DWZRV. Soweit so gut. Was sind rassespezifische Themen?

Um sich der Frage einmal zu nähern schauen wir doch ganz einfach in den Zweck des DWZRVs als zuchtbetreunden Verein für unsere Rasse Whippet. Denn kann man nicht ein Haus nur auf einem Fundament aufbauen?

Screenshot_2018-11-04 Satzung des DWZRV - 170701_satzung_2017 pdf

Nach diesem Satzungszweck wird die Betreuung und Förderung der Zucht als erstes genannt. Wenn das also ein vorrangiges Ziel ist, dann müssten sich logischerweise rassespezifische Fragen um die Betreuung und Förderung der Zucht drehen, richtig?

Rassespezifische Sachanträge sollten sich also nach meinem Verständnis um die Sache der Whippetzucht drehen. Warum? Die Zucht ist das Fundament auf dem sowohl Vereine als auch Ausstellungen, Zuchtrichter und Rennen überhaupt erst gedeihen können. Ohne die Zucht haben Vereine gar keine Berechtigung. Denn wo nichts gezüchtet wird, ist auch nichts zu regulieren, zu reglementieren oder durch rassespezifische Sachanträge zu verändern. Ergo: Ohne Zucht auch keine Rennen.

Wie der Hase so lief

Die Anfänge der Rassemeetings habe ich selbst miterlebt. Damals waren die Züchter aus beiden Bereichen (Show, S&L, Rennen) natürlich dabei, denn wer sonst würde die Zucht besser vertreten können? Und es ging um Zuchtmaßnahmen, die zur Förderung der Zucht hätten beitragen können. Nehmen wir das Beispiel der Zuchtwertschätzung. Wäre sie tatsächlich langfristig seit Beginn an kontinuierlich durchgeführt worden, hätten wir den dramatischen Anstieg der Whippetgröße verhindern können.

MiezerennenBahnrennen für Koseilata’s One Cool Cat (Mieze), Foto: © Käthe Kipar

Wie dem auch sei. Die Rennlobby war immer eifrig und die Züchter und an der Zucht Interessierten haben alsbald ignoriert, weil sich die Themen überwiegend auf den Rennbereich konzentrierten und in endlosen Diskussionen so viel Zeit fraßen, so dass die Zuchtthemen nur noch schnell in den letzten Minuten überflogen werden konnten.

An Whippetmeetings drehte es sich überwiegend um

  • Bahnrennen
  • Renngrößen
  • Meß-Verfahren
  • Klasseneinteilungen
  • Streckenlänge
  • Titelvergabe
  • Anzahl der Starter
  • Übergrößen – Sprinter
  • Myostatin Defizienz (bei Rennhunden)
  • Vorschläge für Zuchtrichter zur Jahresausstellung der Rasse Whippets

Ob nun der Whippet in 3, 4 oder 6 Rennklassen starten sollte, welche Sprinter (Übergrößen) nun noch wann und wo oder wieder welche oder neue Titel gewinnen durften, sind mehr und mehr in den Vordergrund getreten.

Das änderte sich den letzten Jahren, als u.a. Brigitta Bürger und Barbara Thiel zuchtrelevante Vorträge hielten.  Es wäre schön, wenn hier ein wirkliches Umdenken erfolgt und Whippetinteressierte die Meetings als eine Möglichkeit wahrnehmen die Verantwortung für die  Zucht mehr in den Vordergrund zu stellen.

Das Whippetmeeting 2018 – heute Anmeldeschluß

Heute ist Anmeldeschluß für das Whippetmeeting 2018 .

Es wird beklagt:

Die breite Masse der Whippetzüchter, die ihre Zucht nicht auf die Rennbahn konzentrieren, nehmen sich mehr und zurück und glänzen durch Abwesenheit.  Gerade die Whippetmeetings sollten das verhindern und allen Whippetzüchtern die Möglichkeit geben ihre rassespezifischen  Sachanträge zu stellen und zu erläutern, die der Rasse insgesamt dienen könnten.

Das Interesse für die Jahresausstellungen der Whippets schrumpft. Auch das ist der Verschiebung der Teilnehmer an den Whippetmeetings geschuldet.

Jagen und pressen Sie den Hasen im Team und lassen Sie ihn nicht laufen wie er will. 😉